Hauptversammlung Tesla-Chef Elon Musk will weitere Fabriken bauen

Tesla-Aktionäre stimmen dem geplanten Aktiensplit zu und folgen zur HV den Empfehlungen des Vorstands. So werden Gewerkschaften auch künftig keinen Fuß in die Tür des Autobauers bekommen. Tesla-Chef Elon Musk kündigt den Bau mindestens einer neuen Fabrik an.
Man in Black: Tesla-Chef liebt Auftritte wie diesen vor Aktionären, muss er doch kaum Widerspruch befürchten

Man in Black: Tesla-Chef liebt Auftritte wie diesen vor Aktionären, muss er doch kaum Widerspruch befürchten

Foto: SUZANNE CORDEIRO / AFP

Teslas Aktionäre haben dem zweiten Aktiensplit des US-Elektroautobauers innerhalb von rund zwei Jahren zugestimmt. Bei der Aktion soll jede bestehende Aktie in drei neue umgewandelt werden. Damit werden die Anteilsscheine günstiger und zugänglicher für Kleinanleger.

Tesla hatte den Plan im März angekündigt und im Juni mitgeteilt, dass der Split im Verhältnis 3 für 1 durchgeführt werden solle. Bei der Hauptversammlung auf dem Gelände der Gigafactory Texas gaben die Aktionäre in der Nacht zu Freitag (MEZ) nun grünes Licht. Wann genau der Split erfolgen soll, blieb zunächst offen. Aktiensplits ändern eigentlich nichts am Börsenwert eines Unternehmens, doch der Preis pro Anteilsschein sinkt dadurch. Die Papiere können so besonders für Kleinanleger attraktiver werden, auch wenn viele Broker inzwischen ohnehin schon anbieten, Aktien anteilig zu kaufen.

Gewerkschaft hat bei Tesla vorerst weiter keine Chance

Insgesamt standen 13 Punkte zur Abstimmung während des Aktionärstreffens. Dabei stimmten die Aktionäre von Tesla laut Reuters  überwiegend für die Empfehlungen des Vorstands zu den meisten Themen.

Abgelehnt wurden etwa der Vorschlag von Aktionären, die das Recht der Mitarbeiter auf die Gründung einer Gewerkschaft befürworteten und Tesla aufforderten, jährlich über seine Bemühungen zur Verhinderung von Rassendiskriminierung und sexueller Belästigung sowie über das Wasserrisiko beim Fabrikbetrieb zu berichten. So war Tesla zuletzt von Behörden in Kalifornien aber auch Bundesbehörden wegen möglicher Diskriminierung im Stammwerk Fremont in die Kritik geraten.

Elon Musk kündigt mehr Fabriken und mehr Autos an

Elon Musk, gänzlich in Schwarz gekleidet, hatte laut Reuters während der Hauptversammlung großen Einfluss auf die Abstimmung und sprach danach zu einer begeisterten Menge. Laut dem Datenanbieter Refinitiv besitzt Musk noch 15,6 Prozent der Tesla-Anteilsscheine, nachdem er im vergangenen Jahr Millionen von Aktien verkauft hatte.

Musk erklärte vor den Anteilseignern, Tesla wolle künftig jedes Jahr zwei Millionen Elektroautos produzieren und kündigte zugleich den Bau einer neuen Fabrik an. Einen möglichen Standort der neuen Fabrik nannte Musk nicht. Seinen Aussagen zufolge könnte Tesla in einigen Jahren bis zu zwölf Gigafactories betreiben. Aktuell betreibt Tesla Fabriken in Kalifornien und Shanghai und baut zwei weitere in Austin, Texas und nahe Berlin auf.

Indes gegen den Widerstand des Vorstands stimmten die Aktionäre für einen Beratungsvorschlag, der den Anlegern mehr Möglichkeiten zur Nominierung von Direktoren einräumt. Zwei Vorschläge des Verwaltungsrats - die Verkürzung der Amtszeit von Verwaltungsratsmitgliedern auf zwei Jahre und die Abschaffung des Erfordernisses einer Mehrheitsentscheidung - erhielten nicht die für eine Annahme erforderliche Mehrheit.

rei/Reuters
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