Dienstag, 10. Dezember 2019

Elon Musk sieht Autonomes Fahren als Goldgrube Tesla-Chef erwartet 500 Milliarden Dollar Börsenwert

Mag's bekanntlich gern groß: Tesla-Chef Elon Musk prognostiziert für sein Unternehmen einen Börsenwert von bis zu 500 Milliarden Dollar
Frederic J. BROWN / AFP
Mag's bekanntlich gern groß: Tesla-Chef Elon Musk prognostiziert für sein Unternehmen einen Börsenwert von bis zu 500 Milliarden Dollar

Lange hatte Tesla-Chef Elon Musk die Notwendigkeit frischen Kapitals für den defizitären Autobauer in Abrede gestellt. Nach dem überraschend hohen Quartalsverlust rückte Musk dann von seinem Diktum ab. Das Paket aus neuen Aktien und Aktienanleihen spülte letztlich 2,7 Milliarden Dollar in die Kassen von Tesla und damit gut eine halbe Milliarde Dollar mehr als zuletzt noch erwartet, berichtet Reuters.

Bei Anlegern sorgte die Nachricht Ende vergangener Woche für Erleichterung. Denn erneute Auslieferungsprobleme des Hoffnungsträgers Model 3 ließen die Erlöse langsamer fließen, zudem hat Musk mit dem geplanten Fabrikneubau in China, einem neuen SUV-Modell und einem Elektrolaster weitere teure Projekte in der Planung.

Offenbar beflügelt durch das Vertrauen der geldgebenden Investoren ließ Musk aber keinen Zweifel daran, dass die Zukunft für Tesla eine rosige sein werde. Laut einem Bericht des US-Senders CNBC habe Musk vor Investoren erklärt, dass er für den Autobauer mittelfristig eine Marktkapitalisierung von bis zu 500 Milliarden Dollar erwarte. Vor allem der Trend des Autonomen Fahrens werde Tesla zu dieser Wertsteigerung an der Börse verhelfen. CNBC berief sich dabei auf zwei Teilnehmer der Telefonkonferenz.

Tatsächlich ist der defizitäre Autobauer an der Börse derzeit rund 42 Milliarden Dollar wert. Musk prognostiziert und reklamiert also mittelfristig mehr als das Zehnfache an Börsenwert für sein Unternehmen. Um Versprechungen und große Ankündigungen war der Visionär ja noch nie verlegen - enttäuschte in der Vergangenheit allerdings immer wieder die Anleger.

Während der Investorenkonferenz habe Musk die Geschäftsbereiche Solar- und Energiespeicher von Tesla als wichtige Stütze für das Geschäft des Autobauers in einer Ära ohne Fahrer bezeichnet, berichtete CNBC weiter. Musk räumte ein, dass Tesla-Fahrer immer noch die Hände am Steuer halten müssen. Das werde künftig aber immer weniger der Fall sein. Teslas "Autopilot" ist umstritten - denn das Assistenzsystem animiert die Fahrer offenbar dazu, die Hände öfter und länger vom Steuer zu nehmen als empfohlen. Unfälle mit aktiviertem "Autopiloten" sorgen in den USA immer wieder für Negativschlagzeilen.

Musk: Jedes Auto soll als "Robo-Taxi" Geld für seinen Besitzer verdienen

Die Zukunft gehört laut Tesla gleichwohl dem Autonomen Fahren. Musk erwarte dem Bericht zufolge, dass im nächsten Jahr 1 Million Elektroautos als "Robotertaxi" auf den US-Straßen fahren könnten. Jedes Auto sollte in der Lage sein, 100 Stunden Arbeit pro Woche für seinen Besitzer zu leisten und als Robo-Taxi Geld für ihn zu verdienen, sagte er. Mit dazu verhelfen soll der bereits beim "Autonomy Day" angekündigte Fahrgemeinschaftsdienst "Robotaxi"-Ride-Hailing-Service des Tesla Network.

Tesla werde beim Autonomen Fahren eine führende Rolle vor den Wettbewerbern einnehmen, versprach Musk vor den Investoren. GM's Tochter Cruise oder die Google-Tochter Waymo könnten den Vorsprung des Autobauers aus Kalifornien auf diesem Feld nicht aufholen. Eine Flotte vernetzter und mit Hochleistungschips ausgestatteter Tesla-Fahrzeuge sendeten permanent Daten an die Server von Tesla. Dies helfe dem Unternehmen, seine Autopilot- und Full-Self-Driving-Systeme zu verbessern und weiterzuentwickeln.

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