Verhältnis 3:1 Tesla plant erneut einen Aktiensplitt

Tesla will seine Aktien erneut für Kleinanleger leichter handelbar machen. Das Unternehmen plant einen Aktiensplit im Verhältnis 3:1. Die Aktie zog zunächst an. Ob Elon Musk dies bei der Finanzierung des Twitter-Deals hilft, ist offen.
Auf der Jagd nach Kleinanlegern: Tesla-Chef Elon Musk will mit einem Aktiensplitt das Papier für Kleinanleger interessanter machen - womöglich verleiht das der zuletzt arg gefallenen Aktie wieder etwas Auftrieb

Auf der Jagd nach Kleinanlegern: Tesla-Chef Elon Musk will mit einem Aktiensplitt das Papier für Kleinanleger interessanter machen - womöglich verleiht das der zuletzt arg gefallenen Aktie wieder etwas Auftrieb

Foto: Patrick Fallon / REUTERS

Der US-Elektroautobauer Tesla hat einen Aktiensplit angekündigt, um seine Anteilsscheine günstiger für Kleinanleger zu machen. Das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk (50) gab am Freitag nach Börsenschluss in den USA bekannt, dass der Verwaltungsrat einem Split im Verhältnis von 3:1 zustimmen werde, wenn die Aktionäre dies beim Jahrestreffen am 4. August befürworten. Tesla hatte bereits im März mitgeteilt, einen Split zu planen. Bislang war unklar, in welchem Verhältnis.

Zum regulären Handelsschluss am Freitag kostete ein Tesla-Anteilsschein 696,69 Dollar. Die Aktien standen zuletzt im allgemeinen Abwärtsstrudel der Börsen stark unter Druck. Seit den Höchstständen vom vergangenen November ist der Kurs um mehr als 40 Prozent gefallen. Die Ankündigung des Aktiensplits sorgte nachbörslich zunächst für leichte Kursgewinne.

Mit einem Aktiensplit können Firmen die Zahl ihrer Aktien erhöhen. Der E-Autobauer will die zusätzlichen Aktien in Form einer Aktiendividende auszahlen. Dabei erhalten Anleger anstelle von Bargeld weitere Anteilsscheine. Im August 2020 hatte Tesla bereits seine Aktien im Verhältnis 1:5 gesplittet.

Aktiensplits ändern eigentlich nichts am Börsenwert eines Unternehmens, doch der Preis pro Anteilsschein sinkt dadurch. Die Papiere können so besonders für Kleinanleger attraktiver werden, auch wenn viele Broker inzwischen ohnehin schon anbieten, Aktien anteilig zu kaufen. Dennoch erfreut sich die Maßnahme großer Beliebtheit bei Unternehmen: Dieses Jahr haben auch andere große US-Konzerne wie die Google-Mutter Alphabet oder Amazon schon Aktiensplits angekündigt.

Ellison verlässt Tesla-Verwaltungsrat und hilft beim Twitter-Deal

Tesla gab in der Mitteilung außerdem bekannt, dass Larry Ellison (77) seinen Posten im Verwaltungsrat abgeben wolle. Der Oracle-Mitbegründer trat dem Gremium Ende 2018 für eine mehrjährige Amtszeit bei. Diese Amtszeit endet mit der Jahreshauptversammlung des Unternehmens am 4. August.

Ellison besitzt einen Anteil von 1,5 Prozent an Tesla, was er bei seinem Eintritt in Verwaltungsrat des Unternehmens bekannt gab. Ellison hat Elon Musk eine Milliarde Dollar zugesagt, um dem Tesla-Chef bei der Finanzierung seiner Twitter-Übernahme zu helfen. Er ist Teil einer Gruppe von Investoren, die Musk helfen, die Finanzierung für die 44 Milliarden Dollar schwere Transaktion zu sichern.

Zuletzt hatte es Zweifel gegeben, ob Musk Twitter tatsächlich noch übernehmen will. Drohte er doch mit dem Rückzug des Kaufangebots, sollte das Unternehmen nicht wie gefordert umfassend über die Anzahl möglicher Fake-Accounts des Kurznachrichtendienstes informieren. Das hatte der Twitter-Vorstand zuletzt zugesagt. Twitters Verwaltungsrat bietet Musk nun Zugang zu einem Datenfeed über alle 500 Millionen täglich abgesetzten Tweets.

Ob sich Musk damit zufriedengibt, bezweifeln Beobachter. Und die Versuchung, sich irgendwie aus dem Deal zu verabschieden oder Twitter deutlich günstiger zu erwerben, dürfte für den Tesla-Chef groß sein:

Denn der Absturz von Internet- und Technologiewerten hat auch die Twitter-Aktie  mächtig gedrückt, zuletzt notierte das Papier bei rund 38 Dollar. Vertraglich zugesagt hat Musk 54,20 Dollar je Twitter-Aktie. Böte Musk heute für Twitter, bekäme er das Unternehmen vermutlich um bis zu 20 Milliarden Dollar günstiger.

Das Problem: Kredite zur Finanzierung des Deals sind auch mit Tesla-Aktien besichert. Doch Tesla-Aktien sind ebenfalls massiv abgerutscht. Auch deshalb bemüht sich Elon Musk, mehr Investoren mit ins Boot zu holen, um seinen Eigenkapitalanteil an dem Deal zu drücken.

Musk kann Twitter-Deal kaum rückgängig machen

Kann der Tesla-Chef nun beweisen, dass Twitters Wert angesichts eines hohen Anteils von Fake-Accounts womöglich niedriger ist, als er dies vor seinem Angebot wissen konnte, könnte Musk versuchen, trotz unterschriebenen Vertrags von dem Deal zurückzutreten oder eben Twitter günstiger zu erwerben.

US-Rechtsexperten, die der "Der Spiegel" zitiert, halten die Erfolgsaussicht dieser Strategie aber für gering , zumal Twitter in seinen SEC-Mitteilungen schon länger auf das Problem von Fake-Accounts hinweise und Werbekunden bislang nie ein Problem mit Twitters Schätzungen dazu gehabt hätten. Twitter hatte den Anteil möglicher Spam- oder Fake-Konten bei Twitter auf fünf Prozent beziffert.

rei mit dpa-afx