Kurssturz der Tesla-Aktie Elon Musk rutscht auf der Reichstenliste ab

In drei Monaten hat die Tesla-Aktie rund 30 Prozent eingebüßt. Das kostet Konzernchef Elon Musk Milliarden seines Vermögens und Plätze in den Reichsten-Rankings - er wird es verkraften. Mehr dürfte ihn schmerzen, dass es mit der Gigafabrik bei Berlin nicht vorangeht.
Der Bauherr vor Ort: Tesla-Chef Elon Musk besuchte am Montag die Baustelle der geplanten Gigafabrik im brandenburgischen Grünheide

Der Bauherr vor Ort: Tesla-Chef Elon Musk besuchte am Montag die Baustelle der geplanten Gigafabrik im brandenburgischen Grünheide

Foto: Christophe Gateau / dpa

Elon Musk (49), der am Montag die Baustelle der geplanten Tesla-Fabrik nahe Berlin besuchte, lässt mit seinen Tweets Kryptowährungen wie Bitcoin fallen, doch auch sein eigenes Vermögen schrumpfte zuletzt erheblich. Im Superreichen-Ranking "Bloomberg Billionaires"  rutschte der 49-jährige Starunternehmer am Montag auf den dritten Platz ab. Grund sind die anhaltenden Kursverluste der Tesla-Aktie. Sie sank zu Wochenbeginn um weitere gut 2 Prozent und hat in den vergangenen drei Monaten nun schon fast 30 Prozent eingebüßt.

Tendenz abwärts

Nach Schätzung von Bloomberg ist Musks Privatvermögen - das wegen seines großen Anteils am Elektroautobauer mit der Tesla-Aktie steigt und fällt - seit Januar um 24 Prozent auf 160,6 Milliarden Dollar gesunken. Auf dem zweiten Rang der Milliardärsliste ist nun mit 161,2 Milliarden Dollar Bernard Arnault (72) vom Luxusgüterkonzern LVMH. An der Spitze steht mit 190 Milliarden Dollar weiter Amazon-Chef Jeff Bezos (57). Er hatte den ersten Platz erst im März von Musk zurückerobert.

In der Milliardärs-Rangliste des "Bloomberg Billionaires"-Rivalen "Forbes"  liegt Musk ebenfalls auf Platz drei. Allerdings wird sein Vermögen hier etwas geringer auf 146,5 Milliarden Dollar geschätzt. Die Angaben in den Milliardärs-Charts basieren zumeist auf öffentlich zugänglichen Informationen zu Vermögenswerten wie Aktien, Immobilien, Kunstobjekten und anderen Luxusgütern. Sie sind deshalb nicht exakt und teilweise auch umstritten.

Musk hatte am Finanzmarkt zuletzt mit Kritik an der ältesten und bekanntesten Digitalwährung Bitcoin für Aufsehen gesorgt. Tesla will sie aufgrund ihres hohen Stromverbrauchs nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren. Verantwortlich ist das sogenannte Mining - die Herstellung der Währungseinheiten durch energieaufwendige Rechnerprozesse. Die Ankündigung und weitere kritische Tweets brachten den Kryptomarkt stark unter Druck. Musk kokettiert allerdings weiter mit dem einst als Bitcoin-Parodie gestarteten Krypto-Meme Dogecoin. Doch auch hier gab es am Montag Kursverluste.

Musk hofft auf Produktionsstart in Grünheide noch Ende des Jahres

Zur Stippvisite erschien Elon Musk am gestrigen Montag auf der Baustelle der geplanten Gigafabrik in Grünheide Berlin. Auf einen konkreten Start zur Autoproduktion wollte sich der Tesla-Chef vor Ort nicht festlegen. "Aktuell sieht es danach aus, dass wir mit der Herstellung Ende des Jahres beginnen können", sagte er. Es sei etwas schwer vorherzusagen, da es erst losgehen könne, wenn alle Teile vor Ort seien. Musk hat das Gelände im brandenburgischen Grünheide bereits mehrfach besucht. Offizielle Termine mit Politikern gab es diesmal nicht.

Im Gegensatz zu früheren Plänen hat der Elektroautohersteller, der in Grünheide sein erstes Werk in Europa baut, inzwischen angekündigt, die Autofabrik um eine Anlage zur Batterieherstellung erweitern zu wollen. Der ursprünglich für Sommer geplante Produktionsstart ist damit endgültig nicht mehr zu halten. Bei der Vorstellung des jüngsten Quartalsberichts versicherte Musk aber bereits, die Produktion werde noch in diesem Jahr anlaufen. Vorgesehen ist, dass in Grünheide jährlich bis zu 500.000 Autos vom neuen SUV Model Y über die Bänder rollen.

Dafür benötigt der US-Konzern aber eine endgültige Baugenehmigung - für die Autofabrik wie auch die Batterieherstellung. Bisher ist nicht absehbar, wann und ob diese erteilt wird. Aktuell agiert Tesla nur auf Basis von vorläufigen Baugenehmigungen.

rei/dpa, Reuters