Schwache Pkw-Nachfrage Teslas erneute Preissenkung in China setzt Autoaktien unter Druck

Weil die Nachfrage weiter schwächelt, muss Tesla seine Pkw-Preise in China bereits zum wiederholten Mal senken. An der Börse kommt das nicht gut an – Investoren werfen Aktien von Tesla, Volkswagen, BMW, Mercedes und anderen Herstellern aus ihren Depots.
Ladenhüter: Tesla hat Absatzprobleme in China

Ladenhüter: Tesla hat Absatzprobleme in China

Foto: Aly Song / REUTERS

Der US-Elektroautopionier Tesla hat im wichtigen Automarkt China aufgrund von Verkaufsproblemen seine Preise erneut gesenkt und damit den gesamten Autosektor an der Börse unter Druck gebracht. Im deutschen Leitindex Dax belegten die Papiere der VW-Holding Porsche SE, der Porsche AG, von Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen die fünf letzten Plätze im Dax mit Verlusten von 1,3 bis 1,7 Prozent. Die Aktien von Tesla notierten im vorbörslichen US-Handel mit einem Abschlag von 4 Prozent.

Händler begründeten die verhaltene Stimmung für den Sektor mit den neuerlichen Preissenkungen von Tesla in China. Die zweiten Preissenkungen in kurzer Zeit sprächen deutlich für eine nach wie vor schleppende Nachfrage. Und das auf einem Markt, für den die Erwartungen an eine durchgreifende Erholung im Zuge der Corona-Lockerungen hoch seien. Diese Erwartung könne sich am Ende als trügerisch erweisen, sagte ein Händler.

Für das Model 3 und das Model Y verlangen die Amerikaner in der Volksrepublik nun über 10 Prozent weniger als zuletzt, wie das Unternehmen am Freitag auf seiner Webseite ankündigte. Es ist die zweite Preissenkung nach dem Herbst vergangenen Jahres. Tesla muss sich in China zunehmend starker heimischer Konkurrenz von Anbietern wie BYD, Xpeng oder Nio erwehren. Vor dem Jahreswechsel hatte in China auch Mercedes-Benz für seine Luxuskarosse EQS, die vollelektrische Version des Flaggschiffs S-Klasse, und für das elektrische EQE-Modell die Preise senken müssen. Auch in Japan senkte Tesla nun die Preise.

Die Tesla-Aktie war im Lauf der Woche wegen schwächer als erwartet ausgefallener weltweiter Auslieferungszahlen im Schlussquartal 2022 bereits scharf unter Druck geraten. Im vergangenen Jahr hatte das Papier zwei Drittel seines Wertes eingebüßt, unter anderem weil Tesla-Chef Elon Musk (51) Aktien für die Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter auf den Markt werfen musste. Nach wie vor wird Tesla am Aktienmarkt aber mit knapp 350 Milliarden US-Dollar bewertet – deutlich mehr als Volkswagen (umgerechnet 77 Milliarden Dollar), BMW (61 Milliarden Dollar) und Mercedes-Benz (75 Milliarden Dollar) zusammen auf die Waage bringen.

Skeptische Analysten wie Bernstein-Experte Toni Sacconaghi schätzen, dass Tesla mit der härteren Konkurrenz auf seinen Märkten Probleme mit der Nachfrage und der Auslastung seiner Fabriken bekommen könnte. Die größten Märkte für das Unternehmen sind nach wie vor China und die USA, das europäische Werk in Grünheide bei Berlin fährt derzeit die Produktion hoch.

cr/dpa

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