Ausverkauf an der Nasdaq Fünf Tech-Aktien, die jetzt einen Blick wert sind

"Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer die ganze Zeit keine Badehose anhatte", sagte einst Warren Buffett. Im Ausverkauf an der US-Techbörse Nasdaq können Anleger jetzt prüfen, welches Tech-Investment noch Bestand hat.
Value in Tech: Warren Buffett ist Apple-Großaktionär

Value in Tech: Warren Buffett ist Apple-Großaktionär

Foto: Andrew Harnik / AP/dpa

Beim US-Fahrdienst Uber sind die wilden Zeiten offenbar endgültig vorbei. Laut einem internen Schreiben von Firmenchef Dara Khosrowshahi will das Start-up künftig weniger Mitarbeiter einstellen und Kosten sparen. Auch das Marketing sowie Aktivitäten zur Motivation von Angestellten würden zurückgeschraubt, heißt es in dem Brief, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Uber folgt damit einem Trend, der auch bei anderen Technologiefirmen zu beobachten ist. Verschiedene Unternehmen wollen mehr auf ihre Ausgaben achten. Facebook-Eigner Meta etwa hatte vergangene Woche erklärt, den Stellenaufbau zu verlangsamen.

Uber-Chef Khosrowshahi begründete den Sinneswandel im US-Sender CNBC mit fundamentalen Veränderungen auf der Investorenseite. Uber werde sich nun darauf konzentrieren, auf Basis des freien Geldflusses ("Free Cashflow") profitabel zu werden.

Eine Ahnung von den "fundamentalen Veränderungen auf der Investorenseite", die Khosrowshahi ansprach, vermittelt womöglich die Entwicklung an der Börse zu Beginn dieser Woche. Vor allem die US-Aktienmärkte setzten ihren Abwärtstrend der vergangenen Monate fort und beendeten den Montag mit heftigen Kursabschlägen. Der technologielastige Index Nasdaq 100 etwa gab allein am Montag um 4 Prozent nach und ging auf dem tiefsten Stand seit deutlich mehr als einem Jahr aus dem Handel.

Es war einer von vielen verlustreichen Tagen, die die US-Technologiebörse in den vergangenen Monaten gesehen hat. Seit ihrem Höchststand im November 2021 hat die Nasdaq inzwischen etwa 25 Prozent an Wert verloren. Jahrelang waren zuvor Unsummen an Anlegergeldern in Tech-Konzerne wie Amazon, Tesla oder Apple geflossen. Investoren hatten das billige Geld der Notenbanken genutzt, um die Bewertung der Unternehmen in astronomische Höhen zu schrauben. Dieser Tech-Hype stand im Mittelpunkt des weltweiten Börsenaufschwungs der vergangenen Jahre.

Doch damit ist es offenbar vorbei. Es ist kein Zufall, dass die Aktienkurse ausgerechnet im vergangenen Herbst ins Taumeln gerieten – nicht nur an der Tech-Börse, jedoch dort ganz besonders. Zu der Zeit wurden die Sorgen um steigende Inflationsraten immer größer, und ein bevorstehendes Eingreifen der Notenbanken zeichnete sich ab.

Inzwischen ist klar: Die US-Notenbank Fed und andere gehen massiv gegen den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus vor. Die Zeiten des billigen Geldes dürften für lange Zeit der Vergangenheit angehören, das wird Investoren mehr und mehr klar. Mit dem steigenden Zinsniveau verlieren auch die überzogenen Bewertungen vieler Technologieaktien ihre Grundlage.

Die Folge ist ein Ausverkauf auf Raten, der sich an der Nasdaq inzwischen über Monate hinzieht. Betroffen davon sind große Tech-Konzerne wie Amazon oder die Facebook-Mutter Meta ebenso wie kleinere Tech-Firmen. Den größten Kursverlust im Nasdaq-100-Index machte mit rund 75 Prozent seit November vergangenen Jahres beispielsweise die Firma Docusign aus San Francisco. Das Unternehmen, das Lösungen für elektronische Vertragsabschlüsse anbietet, machte zuletzt einen Jahresumsatz von rund elf Milliarden Dollar.

Zudem befinden sich unter den größten Verlierern am Tech-Aktienmarkt vor allem jene Unternehmen, die noch vor einer Weile als Gewinner der Corona-Krise gehypt wurden. Firmen wie Netflix oder Zoom haben seit ihren Hochs inzwischen Kursverluste von mehr als 60 oder 70 Prozent erlitten und notieren zum Teil noch unter dem Kursniveau, das sie vor der Pandemie hatten.

Allerdings ist Kursverlust nicht gleich Kursverlust. Oder wie Starinvestor und Multimilliardär Warren Buffett es einst ausdrückte: "Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer die ganze Zeit keine Badehose anhatte." Kursverluste erleiden derzeit zwar beinahe sämtliche Tech-Aktien, weil auch beinahe alle zuvor überbewertet waren. Doch einige Konzerne stehen wirtschaftlich deutlich besser da als andere. Ihre Aussichten, sich über kurz oder lang von den Einbußen beim Aktienkurs zu erholen, erscheinen daher besser.

Hier sind fünf Beispiele:

Microsoft

Auch die Aktie des Software-Konzerns musste in den vergangenen Monaten etwa ein Fünftel ihres Wertes hergeben, womit Microsoft allerdings noch besser dasteht als der Index Nasdaq 100 insgesamt. Einen Grund dafür lieferte das Unternehmen Ende April mit seinen Geschäftszahlen für das erste Quartal: Microsoft erfreute Anleger mit einem Anstieg des Umsatzes um 18 Prozent auf knapp 49,4 Milliarden Dollar.

Das ist mehr als von Analysten erwartet worden war. Auch der Betriebsgewinn stieg kräftig um 19 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar. Besonders erfreulich: Das Cloud-Geschäft – darunter auch das Azure-Angebot – legte um 26 Prozent zu.

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