Facebook, Netflix und Co im Korrekturmodus Die Börsen-Talfahrt der Tech-Größen nimmt Tempo auf

Führende Tech-Konzerne: Die Aktien der Unternehmen sind stark gestiegen - und erleiden jetzt erhebliche Verluste

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Jetzt ist es offiziell: Der Sektor der führenden Tech-Konzerne an der US-Börse befindet sich in einer Korrekturphase - mindestens. Um mehr als 2 Prozent rutschte der Nyse FANG+ Index an der New Yorker Börse am Montag erneut ab. Der Index enthält die Schwergewichte Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (Alphabet) - gerne zusammengefasst unter dem Kürzel "FAANG" - sowie einige weitere prominente Namen mit Technologie-Fokus.

Damit summiert sich das Minus seit den Kurshochs im Juni auf mehr als 10 Prozent - die Definition einer Kurskorrektur ist also erfüllt. Auffälligste Wegbereiter des Abschwungs waren Facebook und Netflix, die beide vor wenigen Tagen mit ihren Quartalszahlen die Investoren enttäuschten und drastische Kursstürze im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen mussten.

Aber auch andere Titel, die ebenfalls im Nyse FANG+ Index gelistet sind, mussten Federn lassen. Die Aktie des Elektroautobauers Tesla etwa verlor im Juli ebenfalls zweistellig. Auch Twitter rutschte um mehr als 20 Prozent ins Minus. Zudem büßte der chinesische Internet-Konzern Tencent - allerdings kein Nyse FANG+-Mitglied - seit Juni bereits rekordverdächtige 140 Milliarden Dollar an Marktwert ein.

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Mit den Kursrückgängen dürften viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt werden. Die Tech-Aktien gehören seit Jahren zu den tragenden Säulen des US-Börsenaufschwungs. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres legten die "FAANG"-Werte im Schnitt um 35 Prozent zu, rechnet Bloomberg  vor. Entsprechend stark gewichtet sind die Papiere in vielen Wertpapierdepots.

Nun zeigt sich, dass die Investoren mit der Fokussierung auf den Tech-Sektor nicht nur viel Gewinnpotenzial mitgenommen haben. Sie haben zugleich auch ein erhebliches Klumpenrisiko aufgebaut.

Die Verluste, die in diesen Tagen zu sehen sind, dürften zum Teil mit Gewinnmitnahmen zu erklären sein: Viele Anleger liegen mit ihren IT-Titeln so weit im Plus, dass sie lieber heute als morgen Kasse machen und ihr Geld in Sicherheit bringen.

Nicht wenige Experten rechnen allerdings damit, dass die Talfahrt der Tech-Riesen am Aktienmarkt noch längst nicht beendet ist. Laut "Financial Times " beispielsweise fragen sich die ersten Analysten schon, ob es für Investoren nicht an der Zeit für einen Wechsel der Grundeinstellung sei: Weg vom Growth-Ansatz, der Wachstumspapiere etwa aus dem Technologie-Sektor bevorzugt, hin zum Value-Investing, bei dem Aktien im Fokus stehen, deren Kurs gegenüber dem wahren, inneren Wert der Unternehmen günstig erscheint.

So warnen die Analysten jetzt vor Tech-Aktien

"Der Wechsel von Growth zu Value ist angezeigt", zitiert die Zeitung etwa Steven DeSanctis, einen Analysten von Jefferies.

Weitere warnende Stimmen kommen etwa von den Banken Credit Suisse, Bank of America (BofA) sowie Morgan Stanley. Mandy Xu von der Credit Suisse etwa macht darauf aufmerksam, dass vor allem Hedgefonds stark auf den Technologiebereich gesetzt hätten. Die Investmenthäuser hätten nun Probleme, ihre Risiken in einer angemessenen Zeit abzubauen, so Xu laut Bloomberg.

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Auch Researcher Michael Hartnett von der BofA riet jüngst dazu sich vom "FAANG"-Komplex aktuell besser fernzuhalten. Der Facebook-Schock, so Hartnett, sei erst der Anfang eines Abschwungs in dem Bereich gewesen.

Zudem wiederholte Mike Wilson von Morgan Stanley am Montag seinen Tech-Alarm: Investoren sollten besser nach Aktien mit günstigerer Bewertung Ausschau halten, so Wilson, denn der Markt stehe insgesamt vor einer gehörigen Korrektur. "Der Abverkauf", so Wilson laut Bloomberg, "hat gerade erst begonnen."

Vor dem Hintergrund richten sich am Mittwochabend einmal mehr alle Augen auf ein führendes Unternehmen aus dem Technologiesektor: Mit Apple wird der nach Börsenwert am höchsten gehandelte Vertreter der Branche seine Quartalszahlen vorlegen. Die Erwartungen an Umsatz, Gewinn und vor allem den Absatz des Flaggschiff-Produktes iPhone sind bereits groß. Jetzt ist die Frage: Kann der Konzern einmal mehr überzeugen - oder sorgt auch er für Ernüchterung bei den Investoren an der Börse.