Montag, 1. Juni 2020

Anteil sinkt auf 39 Prozent Permira verkauft Teamviewer-Aktien im Wert von einer Milliarde Euro

Teamviewer-Logo in Göppingen, Baden-Württemberg: Permira hielt zuletzt einen Anteil von 51,5 Prozent an Teamviewer

Der Finanzinvestor Permira hat beim Corona-Krisengewinner Teamviewer Börsen-Chart zeigen zum zweiten Mal Kasse gemacht. Permira brachte ein Aktienpaket des schwäbischen Softwareherstellers binnen weniger Stunden für 1,03 Milliarden Euro bei großen Anlegern unter, wie die Beteiligungsgesellschaft in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Permira platzierte 25 Millionen Aktien zum Preis von je 41 Euro. Das waren neun Prozent weniger als der Xetra-Schlusskurs von 45,16 Euro, der zugleich einen Höchststand bedeutete. Nach der Platzierung sackten die Papiere am Donnerstagmorgen jedoch um bis zu 7 Prozent auf 42 Euro ab.

Die Aktien sind seit Beginn der Corona-Pademie stark gestiegen: Bei einer ersten Über-Nacht-Auktion Anfang März hatte Permira 32 Euro je Aktie bekommen. Permira lässt seine Beteiligung an dem Unternehmen aus Göppingen mit der Platzierung von 51,5 auf 39 Prozent abschmelzen.

Für den Investor ist die Beteiligung an Teamviewer bereits jetzt eines der erfolgreichsten Engagements in Deutschland. Vor sechs Jahren hatte Deutschland-Chef Jörg Rockenhäuser rund 870 Millionen Euro für das 2005 gegründete Unternehmen hingelegt. Seit dem Börsengang im vergangenen September hat Permira mit dem Verkauf von Teamviewer-Aktien schon mehr als 3,9 Milliarden Euro eingenommen - und hält weiterhin ein Anteilspaket, das auf einen Börsenwert von 3,5 Milliarden kommt.

Rekordvergütung für Teamviewer-Chef Steil

Teamviewer profitiert derzeit massiv vom Trend zum Homeoffice und dem brachliegenden Flugverkehr in der Corona-Krise, der die Nachfrage nach Software für Online-Konferenzen in die Höhe schnellen lässt. Mit der Teamviewer-Software lassen sich Computer vernetzen, etwa zur Fernwartung, zur Fernsteuerung von Maschinen - etwa in der Medizin - oder aber eben für Online-Konferenzen. Inzwischen wurde das Programm auf mehr als 2,25 Milliarden Geräten installiert.

Am Dienstag hatte TeamViewer seine Umsatzerwartungen für 2020 deshalb auf 450 Millionen Euro erhöht. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Börsenneuling rund 390 Millionen Euro, in den ersten drei Monaten kletterte der Umsatz um 18 Prozent auf 103 Millionen.


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Der am Dienstag vorgelegte Geschäftsbericht offenbarte auch eine Rekordvergütung in Höhe von 41,3 Millionen Euro für das Jahr 2019 für CEO Oliver Steil. Zum Vergleich: Deutschlands Bestverdiener im Dax war im Jahr 2018 Beiersdorf-Vorstandschef Stefan Heidenreich mit einer Gesamtvergütung inklusive Boni, Aktien und Nebenleistungen von 23,45 Millionen Euro.

mg/rtr, dpa-afx

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