Wettbewerber und Bain Capital verhandeln Japan droht mit Takata größte Insolvenz seit 72 Jahren

Ohne Rat und Hoffnung: Takata-Chef Shigehisa Takada

Ohne Rat und Hoffnung: Takata-Chef Shigehisa Takada

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Die Aktie des angeschlagenen japanischen Autozulieferers Takata kennt kein Halten mehr. Trotz gegenteiliger Beteuerungen des Managements glauben die Anleger nicht mehr daran, dass der Airbag-Hersteller nach dem Rückrufdesaster allein überleben kann. Panikartig schmeißen sie an der Börse in Tokio das Papier aus ihrem Depot. Der Kurs stürzte am Donnerstag in Tokio um weitere 52 Prozent ab.

Insider gehen davon aus, dass Takata am Montag Antrag auf Gläubigerschutz am Bezirksgericht in Tokio einreichen wird, berichtet Reuters. Anschließend werde Takata bei der Sumitomo Mitsui Financial Group Überbrückungskredite beantragen.

Auch der US-Autoteileproduzent Key Safety Systems (KKS) und die Beteiligungsfirma Bain Capital versuchten Takata unter die Arme zu greifen und mit Kunden des Unternehmens ein umgerechnet 1,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket zu schnüren. KKS gilt auch als möglicher Käufer von Takata nach dessen Insolvenz.

Angesichts gewaltiger Verbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet mehr 8 Milliarden Euro wäre die Insolvenz des Autozulieferers die größte eines Produktionsunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte dagegen am Donnerstag erneut, bislang sei weder zu dem Antrag noch zur Finanzierung eine Entscheidung getroffen worden. Anleger erwarten eine Entscheidung spätestens bis zur Hauptversammlung am Dienstag.

Größte Insolvenz eines Produktionsunternehmens in Japan

Vergangene Woche war nach mehreren Presseberichten über eine unmittelbar bevorstehende Insolvenz an der Tokioter Börse der Handel mit Takata-Aktien ausgesetzt worden. Takata kämpft seit mittlerweile mehreren Jahren mit den Folgen eines Skandals um explodierende Airbags. Mindestens 17 Todesfälle weltweit sowie zahlreiche Verletzungen werden mit den Problemen in Verbindung gebracht. Die Kunden von Takata, also die Automobilhersteller, mussten rund 100 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, die meisten davon in den USA.

Takata hatte im Januar mit den US-Behörden eine Einigung im Airbag-Skandal erzielt. Danach zahlt die Firma unter anderem eine Milliarde Dollar und stellt sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers.

Ein für die Investorensuche eingesetzter Ausschuss externer Experten hatte im Februar empfohlen, das Angebot des US-Herstellers von Autozubehör, Key Safety Systems (KKS), anzunehmen. KKS gehört wiederum der chinesischen Firma Ningbo Joyson Electronics.

Airbag-Produktion von Takata: Das Unternehmen steht offenbar kurz vor der Insolvenz. Die Aktie ist nur noch ein leerer Sack: minus 52 Prozent allein an diesem Donnerstag

Airbag-Produktion von Takata: Das Unternehmen steht offenbar kurz vor der Insolvenz. Die Aktie ist nur noch ein leerer Sack: minus 52 Prozent allein an diesem Donnerstag

Foto: © Mihai Barbu / Reuters/ REUTERS
rei/AFP/Reuters