Anleger verschreckt TAG Immobilien streicht Dividende

Das Marktumfeld für Immobilienunternehmen bleibt schwierig. Nun streicht der Konzern TAG Immobilien die Dividende für das Jahr 2022. Anleger wenden sich ab.
Kursrückgang nach Aussetzen der Dividende: Das Hamburger Unternehmen TAG Immobilien

Kursrückgang nach Aussetzen der Dividende: Das Hamburger Unternehmen TAG Immobilien

Foto: Boris Roessler / dpa

Steigende Zinsen und die hohe Inflation belasten derzeit das Umfeld für die stark kreditfinanzierte Immobilienbranche, große Namen wie Vonovia müssen ihre Investitionen zurückfahren . Auch die Hamburger Gesellschaft TAG Immobilien reagiert und streicht den Anlegern für das Jahr 2022 die Dividende. Für das kommende Jahr stellen sich die Hanseaten zudem im Tagesgeschäft auf einen Gewinnrückgang ein. Die Aktie rutschte zwischenzeitlich am Indexende des MDax um knapp 11 Prozent auf 5,98 Euro ab, erholte sich im weiteren Handelsverlauf aber wieder etwas.

Der TAG-Vorstand um COO Claudia Hoyer bekräftigte zwar am Dienstag die Ziele für 2022, denen zufolge die für die Immobilienwirtschaft wichtigste Gewinnkenngröße "FFO I" in diesem Jahr auf 188 bis 192 Millionen Euro zulegen soll. 2023 rechnet die Gesellschaft allerdings nur noch mit einem operativen Ergebnis von 170 bis 174 Millionen Euro.

Der Immobilienkonzern begründete den voraussichtlichen Ergebnisrückgang zuvorderst mit höheren Zinsaufwendungen, die allein schon mit rund zehn Millionen Euro zu Buche schlügen. Hinzu kämen steigende steuerliche Belastungen.

Im dritten Quartal stieg der operative Gewinn (FFO I) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 49,1 Millionen Euro. Nach neun Monaten liegt der Konzern damit bei 145,3 Millionen Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Niedrigeres Ergebnis aus Immobilienbewertung

Dabei stiegen die Mieten in den drei Quartalen an, der Leerstand ging weiter zurück. Auf vergleichbarer Basis und inklusive des Abbaus von Leerständen beschleunigte sich das Mietwachstum im Vergleich zum Vorjahr auf 2,5 Prozent. Das Konzernergebnis hingegen sank vor allem wegen eines niedrigeren Ergebnisses aus der Immobilienbewertung um fast 8 Prozent auf knapp 335 Millionen Euro.

Der Konzern konzentriert sich mit seinem Portfolio von zuletzt gut 87.200 Immobilien in Deutschland auf sogenannte B- und C-Standorte, die damit in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten liegen. Der größte Teil der Wohnimmobilien befindet sich in Ostdeutschland in Städten wie Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin.

hr/dpa
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