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Geld für Aktionäre: Die besten Dividendenwerte im Dax

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Start der Dividendensaison Wie Dividendenjäger die Steuerfalle sprengen

Es klingt so einfach. Zahlreiche Aktien bieten derzeit eine Dividendenrendite von 3 Prozent und mehr, während die Zinsen für Anleihen und Festgeld unter der Wahrnehmungsschwelle herumdümpeln. Was also liegt näher, als kurz vor der Hauptversammlung eines Unternehmens eine dividendenstarke Aktie zu kaufen, um meist schon einen Tag später eine schöne Ausschüttung abzugreifen? Wer zum Beispiel 100 Aktien von Siemens am Tag der Hauptversammlung (27.1) im Depot hielt, konnte sich bereits am 28.1. über eine Dividendenzahlung von 330 Euro freuen. Schnell verdientes Geld? Von wegen.

Wer als Dividendenjäger auf das schnelle Geld hofft, hat die Rechnung ohne die Börse gemacht - und tappt zusätzlich in die Steuerfalle. Der Grund: Am Tag der Ausschüttung wird eine Aktie "ex Dividende" gehandelt, die an den Aktionär gezahlte Dividende also vom Kurs der Aktie abgezogen. Das alles wäre für den eiligen Dividendenjäger noch ein verschmerzbares Nullsummenspiel - doch von der gezahlten Dividende zieht der deutsche Fiskus automatisch 25 Prozent Kapitalertragssteuer plus eventuell noch Kirchensteuer ab.

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Im Rechenbeispiel bedeutet das: Ein Dividendenjäger kauft kurz vor der Siemens-HV 100 Siemens-Aktien zum Kurs von 100 Euro, weil er sich auf sein eingesetztes Kapital in Höhe von 10.000 Euro 3,3 Prozent Rendite erhofft - und zwar kurzfristig. In der Realität sind seine 100 Siemens-Aktien im Depot am Dividenden-Zahltag aber nicht mehr 10.000 Euro, sondern nur noch 9670 Euro wert - wegen des Dividendenabschlags (ohne Berücksichtigung von Kursschwankungen). Und auf die im Depot fehlenden 330 Euro, die ihm Siemens als Dividende überweist, zahlt der Anleger vorab mindestens 82 Euro Abgeltungsteuer - der Sparer erfreut den Fiskus, macht aber selbst ein Minusgeschäft.

Hinzu kommt: Nicht selten sind die Kursverluste einer Aktie am Tag der Dividendenzahlung noch größer als der Dividendenabschlag selbst - die Aktie von Siemens zum Beispiel gab am 28. Januar dieses Jahres mehr als 5 Prozent nach. Die aktuell auf eine Rekordsumme gestiegenen Dax-Dividenden sind für Anleger und Sparer zwar hoch attraktiv - aber sie sind eben kein "schnelles Geld".

Der richtige Zeitpunkt: Wann Dividendenjäger zuschlagen sollten

Für Dividendenjäger bietet sich daher eine andere Strategie an. Sie sollten die Aktie ihres Vertrauens kurz nach der Ausschüttung kaufen - und eventuell so lange warten, bis das Verhältnis von Kurs und erwarteter Dividende eine besonders attraktive Dividendenrendite verspricht.

Die Siemens-Aktie, um in unserem Beispiel zu bleiben, hat die steuerpflichtige Dividendenzahlung für dieses Jahr bereits hinter sich und notiert aktuell bei rund 100 Euro. In den vergangenen 5 Jahren hat Siemens seine Dividende nie gesenkt - wer also davon ausgeht, dass die Dividende auch im Januar 2016 mindestens 3,30 Euro je Aktie betragen wird, kann mit einer Dividendenrendite von 3,3 Prozent rechnen. Wer seine Kauforder auf 90 Euro limitiert und die Siemens-Aktie in den kommenden Monaten bei einer Kursschwäche zu diesem Preis einsammeln sollte, käme sogar auf eine Dividendenrendite von 3,7 Prozent.

Was Dividenjäger nicht vergessen dürfen: Unternehmen, die Jahr für Jahr verlässlich eine attraktive Dividende ausschütten, genießen als so genannte Dividenden-Aristokraten das Vertrauen von Profi-Investoren und Pensionskassen. Während einer allgemeinen Börsen-Aufschwungphase steigen diese Titel dann auch häufig besonders stark. Beispiel BASF: Der Chemiekonzern hat - ebenso wie zehn weitere Konzerne im Dax 30 (siehe Übersicht) - seine Dividende seit mindestens fünf Jahren jedes Jahr gesteigert. Wer im April 2010 die Aktie zum Preis rund 50 Euro kaufte, erzielte damals eine Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent - die inzwischen trotz steigender Ausschüttungen auf rund 3 Prozent gesunken sind.

Damit können langjährige BASF-Aktionäre jedoch sehr gut leben: Zusätzlich zu ihrer jährlichen, überdurchschnittlichen Ausschüttung profitieren sie auch von den kräftigen Kursgewinnen der Aktie, deren Kurs sich seitdem fast verdoppelt hat. Bei BMW, Conti und Bayer, drei weiteren Titeln mit attraktiver Dividenden-Historie, sind die Kurssteigerungen noch größer. Auf eine weitere Kursrally wie bei BMW und Conti sollten Sparer zwar nicht wetten - aber selbst in Zeiten stagnierender oder fallender Kurse bietet eine stabile Dividende einen Rendite-Anker für das eingesetzte Kapital.

Der Trick mit dem Index: Warum Dividendenjäger den Performance-Dax lieben

Wem die Suche nach besonders dividendenstarken Einzeltiteln zu mühsam ist, der kann auch mit einem ETF-Zertifikat einfach in den Dax 30 investieren. Der Clou: Im Gegensatz zu anderen großen Indizes wie dem Dow Jones ist der Dax 30 kein reiner Kursindex, sondern ein Performance-Index. Das bedeutet, dass die gezahlten Dividenden der Konzerne in den Dax mit einberechnet werden - der Dividendenabschlag wirkt sich zwar auf die betreffende einzelne Dax-Aktie, nicht aber auf den Performance-Index Dax  aus.

Die gezahlten Dividenden der Dax-Konzerne machen inzwischen rund die Hälfte der Dax-Performance aus. Das bedeutet: Während der nur auf Kurssteigerungen basierende Dax-Kursindex (ohne Dividenden) derzeit bei rund 6200 Punkten notiert, notiert der Dax-Performanceindex derzeit bei rund 12.100 Zählern knapp doppelt so hoch.

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Anders gesagt: Wer mit einem ETF-Zertifikat kostengünstig in den Dax-Performance-Index investiert, legt die ausgeschütteten Dividenden automatisch wieder an - und zwar ohne, dass der Fiskus zugreift. In diesem Jahr schütten die Dax-30-Konzerne fast 30 Milliarden an ihre Anleger aus - und diese Summe wird unversteuert der Dax-Performance zugeschlagen. Wer also einen langen Atem hat und sich nicht auf Einzeltitel fokussieren will, zahlt erst dann Steuern, wenn das Dax-ETF mit Gewinn verkauft wird. Für Dividendenjäger gilt das gleiche wie für andere Anleger auch: Wer Zeit mitbringt, auf die Kosten achtet und die Steuerlast minimiert, hat am Ende die größten Chancen auf eine gute Rendite.

Übersicht: Die besten Dividendentitel im Dax