Mittwoch, 27. Mai 2020

Stada springt auf Rekordhoch - Ausgleichszahlung für Zugriff auf die Kasse Bain und Cinven ködern Stada-Aktionäre mit "ewiger Rendite"

Kurssprung bei Stada: Die Haupteigener Bain und Cinven erhöhen das Angebot an die restlichen Aktionäre - und bieten zudem eine jährliche Ausgleichszahlung, wenn sie Zugriff auf die Stada-Kasse bekommen

Die Stada-Haupteigner Bain und Cinven erhöhen im Stada-Poker den Einsatz, um Durchgriff auf die Kasse des Generika-Herstellers zu bekommen: Bain und Cinven versuchen die übrigen Aktionäre samt dem streitbaren US-Investor Paul Singer mit einer neuen Offerte für den geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu gewinnen. Die Finanzinvestoren bieten den Anteilseignern für jeden ihrer Anteilsscheine 74,40 Euro, wie Stada in Bad Vilbel mitteilte. Dies entspricht genau dem Preis, den Singer und sein Hedgefonds Elliott gefordert hatten.

Doch das ist nicht das einzige Lockmittel von Bain und Cinven. Die Haupteigner bieten den übrigen Aktionären zudem eine jährliche Ausgleichszahlung in Höhe von 3,82 Euro je Aktie an, sofern der geplante Gewinnabführungsvertrag zustande kommen sollte.

Die Aktie von Stada Börsen-Chart zeigen stieg am Mittwoch daraufhin noch deutlich höher und erreichte mit 89,50 Euro ein Rekordhoch. Die Kursgewinne betrugen zeitweise mehr als 10 Prozent.

Bain und Cinven halten bisher 64,5 Prozent an Stada, Singer mehr als 15 Prozent. Damit die Hauptversammlung dem Vertrag zur Beherrschung und Gewinnabführung zustimmt, müssen die Haupteigner dort eine Stimmenmehrheit von 75 Prozent hinter sich bringen. Das Aktionärstreffen soll am 2. Februar 2018 in Frankfurt stattfinden.

"Ewige Rendite": Verbliebene Aktionäre sollen jährliche Ausgleichszahlung für Kassen-Zugriff von Bain und Cinven bekommen

Sollten Bain und Cinven die notwendige Mehrheit zusammenbekommen, können sie künftig auf die Kasse des MDax-Konzerns zugreifen. Diejenigen Aktionäre, die ihre Stada-Aktien behalten, sollen dem Vertrag zufolge eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,82 Euro brutto bekommen.

Letzteres könnte auch ein Grund sein für die Kursrally der Aktie, sagte Ulrich Huwald von Warburg Research. Denn aus einer garantierten jährlichen Zahlung von 3,82 Euro je Anteilschein resultiere beim gegenwärtigen Kursniveau eine "ewige Rendite" von rund 4,3 Prozent, sagte der Analyst.

Angesichts der historisch niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten könne das für Investoren sehr attraktiv sein. Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen werfen eine Rendite von knapp 0,4 Prozent ab.

rei/dpa

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung