Kurssturz Spotify treibt mit Geschäftszahlen Anleger in die Flucht

Der Musik-Streamingdienst Spotify meldet zwar steigende Abonnentenzahlen. Investoren ist der Ausblick aber offenbar nicht dynamisch genug – sie werfen die Aktie im großen Stil aus ihren Depots.
Streaming-App: Spotify wächst langsamer als erwartet

Streaming-App: Spotify wächst langsamer als erwartet

Foto: Fabian Sommer / dpa

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify ist im vergangenen Quartal ungeachtet der Kontroverse um seinen Podcast-Start Joe Rogan weiter gewachsen. Die schwedische Firma schloss das Vierteljahr mit 182 Millionen Abo-Kunden ab. Das waren zwei Millionen mehr als Ende 2021. Damit verdaute Spotify auch den schlagartigen Verlust von 1,5 Millionen Kunden in Russland, wo der Dienst angesichts der internationalen Sanktionen wegen des Krieges in der Ukraine den Betrieb einstellte.

Für das zweite Quartal rechnet Spotify mit einem Zuwachs auf 187 Millionen Abo-Kunden. Die Prognose blieb unter den Schätzungen von Analysten, die eher von gut 189 Millionen Kunden ausgingen. Das Streaming-Unternehmen sagte, dass es weitere 600.000 Abonnenten in der laufenden Periode aufgrund seines Rückzugs aus Russland verlieren wird, nachdem das Unternehmen im letzten Monat seinen Dienst in dem Land eingestellt hatte.

Die Abo-Gebühren sind nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle von Spotify, auch wenn der Dienst inzwischen immer mehr mit Werbung unter anderem in Podcasts verdient. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an, Investoren ergriffen die Flucht. Die Aktie von Spotify  notierte an der Wall Street zuletzt mit einem Verlust von mehr als 15 Prozent.

Der Umsatz wuchs im ersten Quartal im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro, wie Spotify am Mittwoch mitteilte. Unterm Strich stieg der Gewinn auf 131 Millionen Euro von 23 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der populäre US-Podcaster Rogan, der seine Talk-Programme exklusiv auf der Spotify-Plattform veröffentlicht, hatte dem Dienst zuletzt Negativ-Schlagzeilen eingebracht. Nach einer Debatte um falsche Informationen zum Coronavirus in seinen Podcasts musste er sich auch für rassistische Äußerungen entschuldigen. Ein Augenmerk bei den Quartalszahlen war, ob die Kontroverse dem Geschäft von Spotify geschadet hat.

cr/dpa-afx
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