20 Milliarden Dollar Erlös angepeilt Softbank startet Verkauf von T-Mobile-US-Aktien

Laden von T-Mobile US in Manhattan: Softbank verkauft Aktien des Unternehmens, um an Geld zu kommen - die Deutsche Telekom greift zu.

Laden von T-Mobile US in Manhattan: Softbank verkauft Aktien des Unternehmens, um an Geld zu kommen - die Deutsche Telekom greift zu.

Foto: Amr Alfiky/ REUTERS

Der japanische Tech-Investor Softbank  startet die am Montag angekündigte Platzierung von Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile US. Der Preis für den Verkauf von bis zu gut 198 Millionen Aktien des US-Mobilfunkers wurde auf 103 US-Dollar je Stück und damit rund 4 Prozent unter dem Dienstagsschlusskurs festgelegt, wie Softbank und T-Mobile US mitteilten. Der angepeilte Gesamterlös beläuft sich damit auf etwas mehr als 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro). Softbank braucht das Geld unter anderem, um Verluste in missglückte Investitionen auszugleichen.

Durch verschiedene Vereinbarungen wurde sichergestellt, dass die Deutsche Telekom  auch weiter die volle Kontrolle über T-Mobile US hat, obwohl die Bonner noch nicht die Aktienmehrheit halten. Bei der Platzierung sollen bis zu 154 Millionen T-Mobile-US-Aktien bei Investoren losgeschlagen werden. Der Rest geht an eine Treuhandgesellschaft von T-Mobile US und den früheren Sprint-Chef Marcelo Claure, der seit der Fusion bei der Telekom-Tochter ist. Zudem können bisherige Minderheitseigentümer des US-Mobilfunkers Anteile kaufen.

Die Preisfestsetzung folgt der Ankündigung der Telekom vom Montag, mit der japanischen Softbank einen Deal vereinbart zu haben, mit dem die Bonner den direkten Anteil an T-Mobile US von zuletzt rund 43 Prozent auf 51 Prozent erhöhen können. Die in Geldnöte geratenen Japaner erhielten im Gegenzug grünes Licht, Milliarden an dringend benötigten Finanzmitteln zu erlösen. Nach der aktuellen Platzierung hält Softbank noch rund 106 Millionen Aktien an T-Mobile US. Auf 101 Millionen Anteile davon hat sich die Telekom über Kaufoptionen, die bis Juni 2024 ausgeübt werden müssen, den Zugriff gesichert.

Bei vollständiger Ausübung würde der Anteil der Bonner an T-Mobile US auf die genannten über 50 Prozent steigen. Softbank hatte als Mehrheitseigner des jüngst mit T-Mobile fusionierten US-Rivalen Sprint im Zuge des Zusammenschlusses einen Anteil von 24 Prozent am verschmolzenen Unternehmen erhalten. Nach dem nun geplanten Aktienverkauf und der möglichen Ausübung der Optionen soll dieser auf rund 8 Prozent sinken.

Die Japaner haben sich mit gewagten Investitionen etwa in den strauchelnden Büroraum-Vermittler WeWork oder den Taxiersatzdienst Uber verspekuliert und brauchen dringend Geld. Bei der jetzt angepeilten Platzierung profitiert Softbank vom Höhenflug der Aktie in den vergangenen Wochen - seit dem Corona-Crash-Tief im März zog der Kurs der T-Mobile-US-Aktie um fast 70 Prozent auf zuletzt 107,16 Dollar an. Das Unternehmen ist damit an der Börse knapp 133 Milliarden Dollar wert.

Der rund 43-prozentige Anteil der Deutschen Telekom kommt damit auf einen Wert von umgerechnet etwas mehr als 50 Milliarden Euro. Die Deutsche Telekom hat aktuell eine Marktkapitalisierung von gut 71 Milliarden Euro.

cr/dpa-afx/rtr