Dienstag, 25. Februar 2020

Rekordausschüttungen erwartet Die besten Dividenden-Strategien für Anleger

Coca-Cola-Werbung nebst Sicherheitspersonal in Rio de Janeiro: Der Getränkekonzern gehört seit Jahrzehnten zu den Unternehmen, die ihren Aktionären zuverlässig Dividenden überweisen

An der Börse steht die Dividendensaison bevor. Ein Ausschüttungsrekord ist möglich. Wie Investoren die besten Dividendenpapiere herausfiltern.

Mit Dividenden ist es so eine Sache. Das US-Unternehmen Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen etwa, geleitet von Warren Buffett, dem wohl berühmtesten Investor der Welt, und bekannt für seine über Jahre solide, stetig erfolgreiche Geschäftsentwicklung, hat noch nie eine Gewinnausschüttung gezahlt. Der Dax-Neuling Wirecard Börsen-Chart zeigen dagegen, dessen Aktienkurs sich seit Monaten auf einer rasanten Berg- und Talfahrt befindet, weil immer wieder Vorwürfe möglicher Bilanzmanipulationen aufkommen, überwies seinen Aktionären in den vergangenen Jahren regelmäßig einige Cents je Anteilsschein. Auch 2020 rechnen Beobachter bei Wirecard wieder mit einer Dividendenzahlung von 20 Cent je Aktie.

Die Beispiele zeigen: Wer glaubt, bei Dividendenzahlern handele es sich ausschließlich um grundsolide Gewinnmaschinen, der irrt. Weder geben alle Konzerne, die regelmäßig und verlässlich Gewinne erzielen, einen Teil davon an ihre Anteilseigner weiter, noch zählen alle Aktiengesellschaften, die tatsächlich eine Gewinnausschüttung gewähren, automatisch zu den Papieren, die sicherheitsorientierte Investoren gerne in ihren Depots haben.

Ein genauer Blick ist erforderlich, und das gilt auch in den kommenden Wochen und Monaten wieder. In Kürze werden die Aktiengesellschaften wie jedes Jahr zu ihren Hauptversammlungen laden. Auf den Meetings entscheiden die Aktionäre über die Dividenden, die ihnen kurz darauf überwiesen werden. Wer dabei mitkassieren möchte, kann sein Depot auch kurzfristig noch passend aufstellen.

359 Milliarden Euro: Allianz erwartet 2020 Dividenden-Rekord in Europa

Dass es sich auch in diesem Jahr wieder lohnen kann, zeigt eine aktuelle Studie von Allianz Global Investors (AGI). Darin äußert die Versicherungstochter die Erwartung, dass europäische Unternehmen auch in diesem Jahr wieder einen neuen Rekord bei der Gesamtsumme ihrer Dividendenzahlungen aufstellen werden. Insgesamt 359 Milliarden Euro können die Anleger von den Konzernen erwarten, so AGI. Das wären noch einmal zwölf Milliarden Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019 - und es wäre auch etwas mehr als das Volumen des gesamten Bundeshaushaltes, um einmal die Größenordnung zu verdeutlichen.

Hinzu kommt: In Zeiten niedrigster Zinsen und turbulenter Börsen gewinnen Dividenden zusätzlich an Attraktivität - Investoren fällt es schlicht schwer, anderweitig Erträge mit ihrem Ersparten zu erzielen.

Aber welche Aktien soll sich ein Privatanleger kaufen, um optimal an der großen Dividendenauszahlung zu partizipieren, und zwar nicht nur einmalig, sondern möglichst dauerhaft? Auch bei der Geldanlage mit dem Ziel der Dividendenoptimierung können Investoren Fehler machen. Deshalb sollten sie folgende Grundsätze unbedingt beachten:

Nicht von der absoluten Höhe der Dividende blenden lassen

Der absolute Betrag einer Dividendenauszahlung je Aktie ist als Information relativ wertlos. Erst in Relation zum Kurs der Aktie lässt sich eine vergleichbare Kennzahl berechnen, nämlich die Dividendenrendite. Dabei gilt: Im Schnitt kommen die Dax-Konzerne auf eine Dividendenrendite von etwa 3 Prozent. Wer die richtigen Einzelwerte auswählt, kann aber auch Renditen von 5 Prozent oder mehr erzielen. Doch Vorsicht, Fehler Nummer zwei droht:

Nicht ausschließlich auf die Dividendenrendite achten

Die Dividendenrendite alleine gibt nicht ausreichend Auskunft darüber, ob ein Papier tatsächlich das Investment wert ist. Denn weil neben der absoluten Höhe der Ausschüttung auch der Aktienkurs in die Berechnung der Kennzahl einfließt, kann die Rendite steigen, weil der Kurs sinkt.

Wertvoll ist in dem Zusammenhang der Blick auf die Stars der Dividendenszene, die im Jargon auch als Dividendenaristokraten bezeichnet werden. Diese Konzerne wie der weltbekannte Brausehersteller Coca-Cola Börsen-Chart zeigen, der Pharmariese Roche Börsen-Chart zeigen oder der Konsumgüter-Gigant Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen verfügen nicht nur über eine jahrzehntelange Historie ununterbrochener sowie in der Regel steigender Gewinnausschüttungen. Sie fallen vielmehr zumeist auch durch eine zwar erkleckliche, aber nicht allzu hohe Dividendenrendite auf. Den Wert von 3 Prozent überschreiten solche Dividendenstars auf lange Sicht nur selten.

Die Ausschüttungsquote im Blick behalten

Gewinnausschüttungen sollten nur erfolgen, wenn ein Unternehmen auch Gewinne erzielt - andernfalls zehren die Überweisungen an der Substanz. Zudem sollten kaum sämtliche Gewinne an die Anteilseigner ausgekehrt werden, schließlich benötigt jedes Unternehmen Rücklagen für schlechte Zeiten sowie Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiter wachsen zu können.

Die Kennzahl, anhand derer die relative Höhe der Ausschüttung verglichen mit dem Unternehmensgewinn angegeben wird, nennt sich Ausschüttungsquote. Und die sollte im Einzelfall eben nicht zu hoch ausfallen. Zur Orientierung: Im Durchschnitt der vergangenen Jahre haben alle Dax-Konzerne zusammengenommen bei der Ausschüttungsquote den Wert von 50 Prozent kaum überschritten.

Anleger, die sich diese Prinzipien zu Herzen nehmen, können sich mit Dividenden einen erfreulichen Renditetreiber ins Depot holen. Im Dax gelten beispielsweise die Gesundheitskonzerne Fresenius Börsen-Chart zeigen sowie Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen als verlässliche Auszahlungslieferanten mit langjährig überzeugendem Track-Record.

Wie wichtig die Gewinnausschüttungen für den Gesamterfolg der Aktienanlage sein können, zeigt wiederum die Studie von AGI. Demnach trugen Dividenden in den USA sowie in Asien im langjährigen Durchschnitt - gerechnet seit den 1970er Jahren - zu jeweils etwa einem Drittel zur Gesamtperformance der Aktienmärkte bei. In Europa waren es - gemessen am Index MSCI Europa - sogar fast 40 Prozent. Grund genug also, sich ernsthaft mit dem Thema Dividenden zu beschäftigen.

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