Sonntag, 15. Dezember 2019

Preisspanne für Aktien festgelegt Saudi Aramco steuert größten Börsengang der Welt an

Ölanlage in Saudi-Arabien: Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco strebt einen Mega-Börsengang an.
MARWAN NAAMANI / AFP
Ölanlage in Saudi-Arabien: Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco strebt einen Mega-Börsengang an.

Beim womöglich größten Börsengang aller Zeiten hat der saudische Ölriese Aramco die Preisspanne seiner Aktien zwischen 30 und 32 Riyal festgelegt, was 8,00 beziehungsweise 8,53 US-Dollar entspricht. Aramco will 1,5 Prozent oder etwa drei Milliarden seiner Anteile verkaufen, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. Damit könnte Aramco bis zu 25,6 Milliarden Dollar einnehmen und den Rekord für den größten Börsengang knapp brechen, den derzeit die chinesische Handelsplattform Alibaba Börsen-Chart zeigen mit Einnahmen von 25 Milliarden Dollar hält.

Der Börsenwert des weltweit wertvollsten Unternehmens wird anlässlich des Börsengangs damit auf gut 1,7 Billionen Dollar (mehr als 1,5 Billionen Euro) veranschlagt. Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman strebte ursprünglich einen Börsenwert von zwei Billionen Dollar an.

Der endgültige Preis der Aktien soll am 5. Dezember festgelegt werden. Es wird erwartet, dass die Aramco-Aktien einige Tage später erstmals an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt werden. Ein internationales Angebot soll im Jahr 2020 oder 2021 folgen.

Aramco hatte seinen 658 Seiten langen Prospekt für den Börsengang vor einer Woche veröffentlicht. Demnach können Privatanleger die Aktien von diesem Sonntag an bis zum 28. November zeichnen, institutionelle Anleger haben bis zum 4. Dezember Zeit. Unter Letzteren könnten etwa Ölkonzerne aus China oder anderen Ländern sein. So hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg zuletzt unter Berufung auf Insider berichtet, dass chinesische Staatskonzerne gemeinsam zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar in Aramco-Aktien investieren könnten.

Niedrige Ölpreise hatten den Gewinn des Energieriesen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 18 Prozent absacken lassen: Bis Ende September erzielte Aramco einen Gewinn von 68,2 Milliarden Dollar im Vergleich zu 83,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit lag Aramco aber immer noch vor Apple Börsen-Chart zeigen, das jahrelang als das profitabelste Unternehmen der Welt galt. Der Tech-Riese aus Kalifornien verdiente im ganzen Jahr 2018 knapp 60 Milliarden Dollar.

Ob der Börsengang erfolgreich ist, bleibt abzuwarten. Die saudiarabische Regierung stellte es für die Wohlhabenden des Landes als patriotische Pflicht dar, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Ausländische Investoren werden im Blick behalten, wie sich der Energiesektor weltweit vor dem Hintergrund von Produktionsschwankungen und Klimawandel entwickelt. Ein Faktor der Unsicherheit ist auch die Rivalität zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran.

Mit den erhofften Milliarden-Einnahmen aus dem Börsengang will sich das Königreich unabhängiger vom Öl- und Gasgeschäft machen. Das Geld soll in andere Wirtschaftszweige investiert werden.

cr/afp/dpa

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