Samstag, 25. Januar 2020

Wertvollster börsennotierter Konzern der Welt Ölkonzern Saudi Aramco legt größten Börsengang der Geschichte hin

Saudi Aramco: Der Börsengang hat 23,1 Milliarden Euro eingebracht
Maxim Shemetov/ REUTERS
Saudi Aramco: Der Börsengang hat 23,1 Milliarden Euro eingebracht

Mit seinem Börsengang ist Saudi Aramco zum wertvollsten Unternehmen der Welt geworden: Rund 23 Milliarden Euro sammelte der saudi-arabische Ölkonzern Berichten zufolge ein.

Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco hat im Zuge seines Börsengangs einen Rekordwert von umgerechnet 23,1 Milliarden Euro von Investoren eingesammelt. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP unter Berufung auf Insider.

Die drei Milliarden Aktien sollen an der Börse in Riad zum Preis von je 32 Rial (umgerechnet 7,70 Euro) gehandelt werden, damit sei die Spanne voll ausgeschöpft worden. Das Unternehmen kommt so auf einen Börsenwert von 1,53 Billionen Euro. Damit ist es der wertvollste börsennotierte Konzern der Welt.

Einnahmen könnten noch steigen

Die Einnahmen aus dem Börsengang übersteigen die des chinesischen Onlinekonzerns Alibaba, der 2014 an der Wall Street 22,5 Milliarden Euro erlöst hatte. Einschließlich einer Platzierungsreserve könnten es bei Saudi Aramco 26,5 Milliarden Euro werden.

Der Börsengang verlief holpriger als erhofft: Kronprinz Mohammed bin Salman hatte einen Börsenwert von zwei Billionen Dollar (1,8 Billionen Euro) erwartet. Eigentlich wollte Saudi-Arabien fünf Prozent an Saudi Aramco an die Börse bringen und damit 100 Milliarden Dollar erlösen, um den Umbau des bisher stark vom Öl abhängigen Golfstaats zu finanzieren.

Doch zeigten sich ausländische Investoren auch dann reserviert, als Saudi-Arabien seine Erwartungen zurückschraubte. Skeptisch machten sie die Debatte über den Klimawandel, die politischen Unwägbarkeiten am Golf und ein Mangel an Transparenz bei Saudi Aramco.

Der Konzern baute deshalb vor allem auf Investoren aus dem Land selbst und aus den Nachbarstaaten am Golf und bot nur 1,5 Prozent seiner Aktien an. Saudi-arabische Banken offerierten günstige Kredite, um die Aktien zu zeichnen. Deshalb beschränkte sich der Konzern zunächst auf einen Börsengang im heimischen Riad, ein Zweitlisting im Ausland wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

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