Mittwoch, 13. November 2019

Berichte über erneute Verschiebung Saudi Aramco-Börsengang wird zur unendlichen Geschichte

Kommt er, kommt er nicht? Der Börsengang von Saudi Aramco bleibt vorerst ungewiss

Der geplante Mega-Börsengang des weltgrößten Öl-Konzerns Saudi Aramco entwickelt sich allmählich zur unendlichen Geschichte. Informationen aus Insiderkreisen zufolge hat der saudi-arabische Erdöl-Gigant den Gang aufs Parkett nun doch zum wiederholten Mal verschoben. Damit könnte der eigentlich für November geplante Börsengang gefährdet sein, berichtete Bloomberg am Donnerstag. Es gebe keinen neuen Termin für den Sprung auf das Handelsparkett. Zuletzt hatte Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtet, der Börsengang werde am 20. Oktober verkündet.

Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, dass sich die Neuemission um einige Wochen verzögern könnte. Dem Bericht zufolge wolle Aramco warten, bis es den Investoren mehr Klarheit über die Auswirkungen der Attacke auf unternehmenseigene Infrastruktur im September auf die Quartalszahlen geben kann. Die Anschläge hätten keine spürbaren finanziellen Auswirkungen gehabt, hieß es in der Zeitung weiter. Bei Saudi Aramco war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vor rund einer Woche hatte der Konzern mitgeteilt, trotz der Anschläge im vergangenen Monat seine Pläne für einen Börsengang voranzutreiben. Zugleich lockte Aramco in einer Präsentation mit einer mindestens 75 Milliarden Dollar hohen Dividenden-Ausschüttung.

Geplant sei, ein bis zwei Prozent lokal an den Aktienmarkt zu bringen, sagte Saudi-Aramco-Chef Amin Nasser damals. Weitere internationale Aktienverkäufe könnten folgen. Einen Börsenprospekt in arabischer Sprache sollte es am 25. Oktober geben, für ein breiteres Publikum sollten am 27. Oktober Unterlagen in englischer Sprache zur Verfügung stehen.

Bei den Anschlägen auf die Förderanlagen im Herzen der saudi-arabischen Ölindustrie Mitte September wurden fünf Prozent der weltweiten Produktion lahmgelegt. Die Ölpreise schnellten daraufhin um bis zu 20 Prozent nach oben. Die USA machen den Iran für die Attacken verantwortlich.

Kronprinz Mohammed bin Salman will sich durch den Börsengang von Saudi Aramco eine weitere Einnahmequelle für sein Land schaffen und den Umbau der Wirtschaft finanzieren. So ist etwa ein gigantisches Infrastruktur-Projekt zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Akaba geplant, wo sich Unternehmen aus allen möglichen Branchen wie der Energie- und Wasserwirtschaft, der Biotechnologie und der Unterhaltungsbranche ansiedeln sollen. Bislang macht der Öl- und Gassektor den Großteil der Export-Einnahmen des Königreichs aus.

rei/Reuters/dpa

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