Spekulationen um große Verkäufer Rivians Aktien verlieren den Halt

Der Ausverkauf der US-Tech-Werte trifft auch den Elektroautobauer Rivian. Spekulationen, wonach Amazon oder Ford Papiere abstoßen, beschleunigen die Talfahrt des Unternehmens zusätzlich.
Sitzt: Rivian-CEO R.J. Scaringe auf einer Autoshow in Los Angeles

Sitzt: Rivian-CEO R.J. Scaringe auf einer Autoshow in Los Angeles

Foto: Mike Blake / REUTERS

Die Talfahrt der Aktien des US-Elektroautobauers und einstigen Börsen-Shootingstars Rivian hat sich am Montag rasant beschleunigt: Die Papiere sackten auf ein Rekordtief von 23,00 US-Dollar und büßten zuletzt noch fast 14 Prozent auf 24,88 Dollar ein. Auch Technologiewerte allgemein standen zu Wochenbeginn stark unter Druck.

Börsianer begründeten den Kursrutsch bei Rivian damit, dass am Sonntag die Stillhaltefrist der Altaktionäre nach dem Börsengang im November abgelaufen war. Diese soll verhindern, dass sich Großanleger schon kurz nach dem Börsengang von ihren Aktien trennen und damit den Kurs unter Druck setzen. Doch nun wird spekuliert, dass sich mit dem Online-Händler Amazon oder dem Autobauer Ford die beiden prominentesten Großaktionäre von Anteilen an Rivian getrennt haben könnten.

Medien berichteten, dass wohl eher Ford als Amazon Rivian-Papiere verkauft haben könnte. Analyst George Gianarikas von der Investmentbank Robert W. Baird hatte schon Anfang Mai geschrieben, dass er nicht überrascht wäre, wenn sich Ford nach Ende der Stillhaltefrist von Anteilen an dem Elektroautobauer trennen würde. Ford feiere schließlich bereits mit seinem eigenen Elektro-Pick-up frühe Erfolge. Rivian stellt auch einen elektrisch angetriebenen Pick-up her. Weder Ford noch Amazon wollten sich zu den Spekulationen äußern.

Rivian war am 10. November an die Börse gegangen. Es war der größte US-Börsengang 2021 und der sechstgrößte in der Geschichte der Vereinigten Staaten gewesen. Angesichts des wachsenden Drucks von Regierungen auf der ganzen Welt, sich in Richtung alternativer Transportmöglichkeiten zu bewegen, hatten Investoren nach Anlagemöglichkeiten im Bereich Elektromobilität gedürstet. Wegen Lieferkettenproblemen aber hatte Rivian Mühe, seine Produktion im Werk normal im Bundesstaat Illinois hochzufahren.

Knapp eine Woche nach dem Börsengang waren die Rivian-Papiere bis auf gut 179 Dollar in die Höhe geschnellt und waren damit an der Börse kurzzeitig höher bewertet als der deutsche Branchenprimus Volkswagen. Doch kurz nach dem Zwischenhoch setzte die Talfahrt ein. Mitte Dezember kosteten die Papiere wieder weniger als 100 Dollar. Die Schwelle von 50 Dollar wurde dann Anfang März gerissen.

cr/dpa-afx