Donnerstag, 12. Dezember 2019

US-Währung als Fluchtwährung Dollar auf Höhenflug, Euro auf 30-Monats-Tief

Dollar: Auf dem Weg zur Euro-Parität

Trotz der politischen Krisen im Weißen Haus setzt der US-Dollar seinen Höhenflug fort: Schwache Konjunkturdaten aus Europa und aus Asien haben die US-Währung gegenüber Euro Börsen-Chart zeigen, Yen und Pfund am Dienstag weiter steigen lassen. Gegenüber dem Euro ist der Dollar so stark wie seit 30 Monaten nicht mehr. "Weltweit nehmen die Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunktur und die Rezessionsgefahren zu. Derzeit scheinen die USA die einzige Industrienation zu sein, deren Wirtschaft noch in robuster Verfassung ist", begründete Kit Juckes von Societe Generale die Dollarstärke.

Der Euro ist schon seit Wochen auf Talfahrt gegenüber dem Dollar. Im Tief fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,0879 US-Dollar und damit auf einen neuen Tiefstand seit Mai 2017. Am späten Mittag kostete ein Euro dann rund 1,09 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,0889 Dollar festgesetzt.

Marktteilnehmer verwiesen außerdem auf rückläufige Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank Fed. Davon habe der Dollar profitiert. Die Fed dürfte die Zinsen in den USA in diesem Jahr zwar noch einmal senken, doch fallen diese Lockerungsschritte deutlich geringer aus als noch vor wenigen Wochen erwartet.

Neue Konjunkturdaten aus Europa beschleunigten den Kursrutsch des Euro: Die Stimmung in der Industrie der Eurozone, gemessen am Markit-Einkaufsmanagerindex, sank auf den tiefsten Stand seit Oktober 2012. Besonders trübe fiel die Stimmung in der deutschen Industrie aus. Der entsprechende Indikator sank auf den tiefsten Wert seit rund zehn Jahren. Die Industrie leidet derzeit weltweit unter der sich abschwächenden Konjunktur und zahlreichen Risiken wie Handelsstreitigkeiten.

Am Nachmittag steht in den USA der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe an. Dieser "dürfte im Vergleich zu den Euroraum PMIs zumindest eine leichte Stabilisierung aufzeigen", schrieb Volkswirtin Charlotte Heck-Parsch von der Bayerischen Landesbank in einem Kommentar.

la/reuters

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