Mittwoch, 11. Dezember 2019

Drohende Insolvenz Staatsanwaltschaft prüft Strafanzeigen gegen Prokon

Prokon-Zentrale in Itzehohe: Eine Insolvenz könnte 1500 Jobs kosten

Die Lübecker Staatsanwaltschaft prüft, ob "ein Anfangsverdacht wegen Betruges und weiterer Wirtschaftsdelikte" gegen Prokon besteht. Eine Insolvenz des Ökoenergiefinanzierers könnte 1300 Jobs kosten.

Lübeck/Itzehoe - Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat in den vergangenen Monaten mehrere Strafanzeigen gegen den von einer Insolvenz bedrohten Windparkfinanzierer Prokon erhalten. "Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht wegen Betruges und weiterer Wirtschaftsdelikte besteht oder nicht", sagte Oberstaatsanwältin Wenke Haker-Alm. Sollte es einen solchen Verdacht gegen Manager des Unternehmens aus dem schleswig-holsteinischen Itzehoe geben, würden Ermittlungen aufgenommen.

Prokon erklärte auf seiner Internetseite, noch im Januar drohe eine Planinsolvenz, falls die Anleger mehr als 5 Prozent des Genussrechtskapitals abzögen. Nach wie vor kündigten zahlreiche Menschen aus Angst vor einem Verlust ihres Geldes ihre Genussrechte, hieß es.

Nach Unternehmensangaben gibt es über 75.000 Anleger, die Prokon fast 1,4 Milliarden Euro über sogenannte Genussscheine anvertraut haben. Das Versprechen: bis zu 8 Prozent Zinsen. Nachfragen bei Prokon blieben zunächst ohne Antwort.

Auf dem Spiel stehen rund 1300 Arbeitsplätze, davon allein fast 500 in der Zentrale in Itzehoe. Ein Sprecher des Landes-Arbeitsministeriums in Kiel sagte, man wolle sich zunächst um Informationen über die Lage bemühen.

Verbraucherschützer hatten wiederholt das Geschäftsmodell von Prokon infrage gestellt und mangelnde Transparenz beklagt.

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ts/dpa-afx

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