Debüt an der Börse Wie sich Porsche in die größten Börsengänge aller Zeiten einreiht

Am Donnerstag werden die Aktien der Porsche AG zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Es wird der größte Börsengang in Deutschland seit dem Telekom-IPO vor rund 25 Jahren. Und selbst in der Weltrangliste winkt ein Platz unter den Top 20.
Aufmerksamkeit mit allen Mitteln: Die Porsche AG hat ihr Grundkapital in Anlehnung an ihr berühmtestes Modell 911 in 911 Millionen Aktien aufgeteilt

Aufmerksamkeit mit allen Mitteln: Die Porsche AG hat ihr Grundkapital in Anlehnung an ihr berühmtestes Modell 911 in 911 Millionen Aktien aufgeteilt

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

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Es ist der größte Börsengang in Deutschland seit mehr als 25 Jahren: Am Donnerstag wird der Sportwagenbauer Porsche erstmals an der Börse vorfahren. In Anspielung auf den Autoklassiker Porsche 911 wurde das Grundkapital der Porsche AG in 911 Millionen Aktien eingeteilt. Insgesamt 12,5 Prozent dieser Papiere wurden auf dem freien Markt als stimmrechtslose Vorzugsaktien zum Preis von 82,50 Euro je Aktie verkauft. Daraus ergibt sich eine Börsenbewertung von 75 Milliarden Euro.

Damit ist der Sportwagenbauer deutlich mehr wert als seine beiden deutschen Konkurrenten: Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 58 Milliarden Euro. Rivale BMW wird mit rund 43 Milliarden Euro bewertet, obwohl die beiden in Sachen Umsatz und Absatz deutlich mehr bieten. Mercedes etwa erwirtschaftete im ersten Halbjahr 71,3 Milliarden Euro Umsatz, während Porsche nur auf 17,9 Milliarden Euro kam. Allerdings ist Porsche deutlich rentabler: Während BMW und Mercedes-Benz im vergangenen Jahr eine Ebit-Marge von 12 Prozent erreichten, kam Porsche auf 16 Prozent; in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erreichte Porsche sogar eine Marge von 19,4 Prozent. Diese im Vergleich hohe Profitabilität soll auch einen höheren Börsenwert rechtfertigen.

Größter Börsengang seit dem Telekom-IPO

Porsche-Chef Oliver Blume (54) kann für den Börsengang ein Emissionsvolumen von 9,4 Milliarden Euro verbuchen. Das sind nur 600 Millionen Euro weniger als bei dem derzeit größten IPO (Initial Public Offering) in Deutschland, dem Kapitalmarktstart der Deutschen Telekom im Jahr 1996.

Die Telekom erreichte damals begleitet von einer gigantischen Werbekampagne so viele Privatanleger wie noch nie ein Unternehmen zuvor. Der Bonner Konzern erlöste damals knapp zehn Milliarden Euro. Doch im Jahr 2000 platzte die Dotcom-Blase, auch die T-Aktie rutschte ab und brachte so manchen Kleinanleger in finanzielle Schwierigkeiten. Heute ist die Telekom wieder gefragt, das Papier  verzeichnete in diesem Jahr einen Kursgewinn von 8 Prozent. Vorstandschef Tim Höttges (60) hat sogar vor Kurzem dank der starken Performance seiner US-Tochter T-Mobile zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres die Prognose erhöht.

Telekom auf Platz elf der größten Börsengänge der Welt

Im Ranking der weltweit größten Börsengänge hat es die Telekom mit ihrem einstigen Mega-Börsengang immerhin auf Platz elf geschafft. Ungeschlagen liegt hier seit 2019 der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco vorn, der bei seinem Debüt an der Börse rund 25,6 Milliarden US-Dollar erlöste. Der Staatskonzern wurde damals mit 1,7 Billionen Dollar bewertet.

Derzeit profitiert Saudi Aramco vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges von den hohen Ölpreisen. Im ersten Quartal 2022 hatte das Unternehmen mit knapp 40 Milliarden US-Dollar 82 Prozent mehr Gewinn eingefahren als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Inzwischen hat der Konzern mit einem Börsenwert von aktuell rund 2,1 Billionen Dollar sogar den iPhone-Hersteller Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst.

Porsche landet mit seinem angepeilten Emissionserlös auf der Weltrangliste auf Platz 19 – und damit immerhin unter den Top 20 der größten Börsengänge aller Zeiten. In Deutschland stößt das IPO ohnehin auf reges Interesse: Schon kurz nach Beginn der Zeichnungsfrist am vergangenen Dienstag ist die Aktie den begleitenden Banken zufolge mehrfach überzeichnet gewesen. Bei den meisten Börsengängen dauert es oft Tage, bis die Zeichnungsaufträge das Angebot übersteigen. Die Porsche AG könnte somit vielleicht schon im Dezember ihren Großaktionären Volkswagen und Porsche SE im Dax Gesellschaft leisten.

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