HRE-Rest Pfandbriefbank startet Aktienhandel Schäuble macht Gewinn mit größtem Börsengang des Jahres

Von mm-newsdesk
Erbe der Hypo Real Estate: Die PBB ist der Kern der 2009 notverstaatlichten HRE

Erbe der Hypo Real Estate: Die PBB ist der Kern der 2009 notverstaatlichten HRE

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Frankfurt am Main - Der Bund muss sich beim Börsengang der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) mit einem Preis am untersten Ende der angepeilten Spanne begnügen. Die Papiere  kommen zum Stückpreis von 10,75 Euro auf den Markt, wie die Bank am Mittwochabend mitteilte. Damit liegt der Bruttoerlös für die Kernbank der notverstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) bei rund 1,16 Milliarden Euro.

Am Donnerstag begann der Handel allerdings mit einem Kursanstieg auf 11,45 Euro. Co-Vorstandschef Andreas Arndt hatte das Glöckchen auf dem Parkett, wo Börsenneulinge normalerweise ausgelassen feiern, nur zögerlich gebimmelt und Bescheidenheit demonstriert: "Wir bleiben die, die wir sind, mit unserer konservativen Ausrichtung", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir wollen sehen, dass wir ordentlich Kurs halten."

Ursprünglich lag die Preisspanne für die Aktien, die an diesem Donnerstag zum ersten Mal an der Börse gehandelt werden sollen, zwischen 10,75 und 12,75 Euro. Insgesamt will der Bund als HRE-Eigentümer 80 Prozent der Anteile an der PBB loswerden. Die Investoren konnten die Papiere bis Mittwochvormittag zeichnen.

In der Deutschen Pfandbriefbank ist das operative Geschäft der in der Krise vom Staat mit Milliarden geretteten HRE gebündelt. Die Trennung von der Immobilienbank ist eine Auflage der EU-Kommission, die der Bund im Gegenzug für die milliardenschwere Rettung und Verstaatlichung der HRE in der weltweiten Finanzkrise erfüllen muss.

Der Staat könnte Gewinn machen - aber nur mit der PBB, nicht der HRE insgesamt

Für den Börsengang hatten sich die staatlichen Eigentümer entschieden, weil sie sich dadurch höhere Einnahmen als bei einem Verkauf erhoffen. Zuletzt musste die PBB jedoch wegen der Pleite der österreichischen Bad Bank Heta dortige Forderungen abschreiben. Der größte Teil des Kredit- und Wertpapierbestandes der HRE liegt in der staatlichen Bad Bank namens FMS Wertmanagement und soll dort möglichst wertschonend abgebaut werden.

Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin atmet auf: "Auch wenn wir die tatsächlichen Aufwendungen für den Gesamtkomplex HRE nicht werden zurückholen können - das ist allein wegen des griechischen Schuldenschnitts aussichtslos - kann ich guten Gewissens sagen, dass das erreichte Ergebnis ein gutes Ergebnis für den Steuerzahler ist", sagte Soffin-Managerin Jutta Dönges. "Heute beginnt ein ganz neues Kapital in der Geschichte der PBB."

Der Bund kann darauf hoffen, dass wenigstens die Rettung der PBB dem Steuerzahler keine Verluste beschert. 2,3 Milliarden Euro Kapital vom Staat steckten ursprünglich in der Pfandbriefbank, eine Stille Einlage von einer Milliarde hatte sie Anfang Juli zurückgezahlt. Selbst wenn die PBB-Aktie bis 2017 - wenn die beim Soffin verbliebenen 20 Prozent verkauft werden sollen - auf die Hälfte des Emissionspreises fällt, macht der Bund unter dem Strich noch Gewinn.

Insgesamt stecken in der restlichen HRE und deren "Bad Bank" FMS aber noch 7,5 Milliarden Euro Staatsgeld. Die staatlichen Bürgschaften, um für ein größeres Verlustrisiko zu haften, beliefen sich zeitweise auf bis zu 145 Milliarden Euro.

ak/dpa-afx/rtr
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