Aktie auf Talfahrt Peloton ruft Laufband nach tödlichem Unfall zurück

Bereits in der vergangenen Woche warnte die US-Verbraucherschutzbehörde nach einem tödlichen Unfall vor der Benutzung der Peloton-Laufbänder. Damals wies der Fitnessgerätehersteller die Warnung noch als "irreführend" zurück. Nun rudert CEO John Foley zurück.
Gefährliche Geräte: Mehrere Kunden haben Unfälle mit den Laufbändern von Peloton gemeldet

Gefährliche Geräte: Mehrere Kunden haben Unfälle mit den Laufbändern von Peloton gemeldet

Foto: Shannon Stapleton / REUTERS

Der US-Fitnessgerätehersteller Peloton hat seine Aktien am Mittwoch mit einem Rückruf seiner Laufbandgeräte auf Talfahrt geschickt. Die Papiere  brachen an der Wall Street um mehr als 12 Prozent ein. Betroffen von dem Rückruf sind die beiden Laufbänder "Tread" und "Tread+", die in Deutschland allerdings nicht verkauft werden.

Hintergrund des Rückrufs sind Berichte über Verletzungen sowie einen Todesfall im Zusammenhang mit den Geräten. So hatte die US-Verbraucherschutzbehörde CSPC Verbraucher im April vor den Gefahren der Laufbänder gewarnt, nachdem ihr Dutzende Unfälle mit Kindern gemeldet wurden. Diese wurden dabei unter die hintere Walze des Laufbandes gezogen und eingequetscht, ein Kind starb sogar an den Folgen seiner Verletzungen.

Zunächst hatte Peloton-Chef John Foley die Rückrufbitte der US-Verbraucherschutzbehörde CSPC ignoriert und erklärt, die Warnung der CPSC sei "ungenau und irreführend". Schließlich gäbe es keinen Grund für Kunden über 16 Jahren, das Gerät nicht zu benutzen. Nun entschuldigte sich Foley für diese Aussage: "Ich möchte klarstellen, dass wir in unserer anfänglichen Reaktion auf die Aufforderung der CPSC, das Tread+ zurückzurufen, einen Fehler gemacht haben", so der CEO in einer heute veröffentlichten Stellungnahme . Peloton hätte von Anfang an produktiver mit der Behörde zusammenarbeiten sollen.

Die beiden Laufbandgeräte "Tread" und "Tread+" werden nun zurückgerufen, der Verkauf und Vertrieb des über 4000 Dollar teuren Modells "Tread+" vollständig eingestellt. Die Kunden erhalten ihr Geld zurück.

Dem Unternehmen droht nun eine Klagewelle. Etliche Anwaltskanzleien trommeln Mandanten für Massenverfahren zusammen, die ersten Sammelklagen wurden bereits bei US-Gerichten eingereicht. Neben betroffenen Kunden rufen Anwaltskanzleien auch Aktionäre auf, sich an den Verfahren zu beteiligen, um Schadensersatz für angeblich wegen der Sicherheitsmängel entstandene Kursverluste einzuklagen.

Peloton wurde 2012 gegründet und ist seit 2019 an der US-Börse notiert. Das US-Unternehmen stellt Fitnessgeräte für zu Hause her und bietet digitale Sportkurse im Abo an. Im vergangenen Quartal knackte Peloton mit 1800 Mitarbeitern erstmals die Milliardenmarke beim Umsatz. In der Pandemie, in der viele zu Hause statt im Fitnessstudio trainieren, stieg die Nutzung der Peloton-Geräte deutlich.

mg/Reuters, AP, dpa-afx
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