Freitag, 28. Februar 2020

Palladium-Hausse geht weiter Palladium kostet erstmals mehr als 2000 Dollar je Unze

Palladium-Barren: Das Edelmetall wird seit Jahren immer teurer

2. Teil: Diese Risiken sollte jeder Palladium-Investor kennen

Wie immer, wenn ein Rohstoff oder ein anderer Finanzwert für Investoren allzu attraktiv erscheint, birgt allerdings auch Palladium einige Risiken:

  • Die Entwicklung des Palladium-Preises verlief zuletzt derart rapide nach oben, dass eine Korrektur überfällig zu sein scheint.
  • Die weltweite Autonachfrage schwächelt, was letztlich auch auf die Nachfrage nach Palladium zurückwirken dürfte.
  • Der Trend in der Autoindustrie geht zu alternativen Antrieben wie Elektromotoren oder Hybriden. Diese dürften über kurz oder lang die Benziner, in deren Katalysatoren das meiste Palladium verwendet wird, zunehmend verdrängen. Elektromotoren etwa kommen ohne Katalysatoren mit Palladium aus. Bei Hybridautos dagegen kommt das Edelmetall zur Abgasregulierung ebenfalls zum Einsatz.
  • Sollte der Palladium-Preis weiter steigen, so könnte die Autoindustrie auf das Metall verzichten, und stattdessen Platin für die Katalysatoren von Benzinmotoren einsetzen. Dieses artverwandte Edelmetall wurde wegen seiner besonderen Hitzebeständigkeit bereits früher zu diesem Zweck verwendet. Für eine solche Rückkehr zum Platin würden die Autohersteller aber mindestens 18 bis 24 Monate benötigen, so Analysteneinschätzungen.

Hinzu kommen noch die Gefahren, die die Produkte mit sich bringen, über die private Investoren in der Regel Zugang zu diesem Markt erhalten. Bei den vielfach angebotenen Exchange Traded Commodities (ETCs) sowie Zertifikaten etwa handelt es sich in der Regel um sogenannte Inhaberschuldverschreibungen, bei denen der Geldanleger das Risiko eines möglichen Ausfalls des Emittenten tragen muss (so geschehen beim berühmten Ausfall der Lehman-Zertifikate nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008).

Christoph Rottwilm auf Twitter

Bei Exchange Traded Fonds (ETFs) wiederum wird nicht immer direkt in Palladium investiert, sondern mitunter in Aktien von Minengesellschaften, die - unter anderem - das Edelmetall fördern. Durch ein solches indirektes Investment holt sich der Anleger neben den Chancen der allgemeinen Aktienmarktentwicklung selbstverständlich auch deren Risiken ins Depot. Auch darüber sollte sich jeder Palladium-Investor im Klaren sein.

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