Datenfirma vor Börsengang Palantir offenbart tiefrote Zahlen

Der Gang an die New Yorker Börse bringt zumindest ein wenig Licht in die dunkle Datenfirma Palantir. Laut den veröffentlichten Zahlen schreibt das Unternehmen fast so viel Verlust wie Umsatz.
Palantir-Chef Alex Karp

Palantir-Chef Alex Karp

Foto: Thibault Camus / AP

Die geheimnisumwobene  Datenfirma Palantir arbeitet mit hohen Verlusten. Der am Dienstag veröffentlichte Börsenprospekt enthüllte, dass Palantir das vergangene Jahr mit roten Zahlen von rund 590 Millionen Dollar abschloss - und 2018 war es ein Minus von fast 600 Millionen Dollar. Dabei erreichte der Umsatz 2019 gerade einmal gut 740 Millionen Dollar. In der 17-jährigen Geschichte sei das Unternehmen noch nie profitabel gewesen und werde es womöglich auch nie sein, heißt es in dem Prospekt. Für die absehbare Zukunft rechne man mit steigenden Betriebskosten.

Palantir ist spezialisiert auf Datenanalyse und arbeitet viel mit Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten zusammen, vor allem in den USA. Auch deshalb hielt sich das Unternehmen stets sehr bedeckt, was sein Geschäft und seine Kunden angeht. Mit dem Gang an die Börse werden nun zumindest die Geschäftszahlen offengelegt. Die Firma beantragte ein Direct Listing an der New York Stock Exchange, ohne die Ausgabe neuer Aktien.

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Palantir-Chef Alex Karp (52) ging in dem Börsenprospekt zugleich hart ins Gericht mit dem Silicon Valley. Von Beginn an habe Palantir Gelegenheiten abgelehnt, Daten zu verkaufen oder zu sammeln. "Andere Technologieunternehmen, darunter einige der größten in der Welt, haben ihr gesamtes Geschäft darauf aufgebaut." Die Software von Palantir werde dagegen eingesetzt, um gegen Terroristen vorzugehen und für die Sicherheit von Soldaten zu sorgen.

Zugleich beklagte Karp: "Softwareprojekte mit Militär und Geheimdiensten in unserem Land, deren Aufgabe es ist, für unsere Sicherheit zu sorgen, sind kontrovers geworden." Dem Prospekt zufolge hält Palantir sich selbst für "zentral für militärische und Geheimdienstoperationen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten". Das Unternehmen biete zwei verschiedene Softwaresysteme an, eines für die Sicherheitsdienste und ein anderes für Unternehmen. Man behalte sich vor, Kunden abzulehnen, wenn diese nicht zur "westlichen liberalen Demokratie und ihren strategischen Verbündeten" passten.

Unter den Gründern von Palantir ist der Milliardär Peter Thiel (52), einer der wenigen Unterstützer von Präsident Donald Trump in der Technologiebranche. Die Firma hatte jüngst ihr Hauptquartier aus Palo Alto im Silicon Valley nach Denver im Bundesstaat Colorado verlegt.

ak/dpa-afx
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