Opec-Treffen Ölpreise ziehen stark an

Die Wirtschaft in den Industriestaaten erholt sich, die Ölförderländer erwarten daher eine steigende Rohölnachfrage. Ihre Produktion werden die Opec-Staaten sehr wahrscheinlich erhöhen. Doch zuvor steigen die Notierungen für Brent und WTI kräftig.
Ölfässer: Der Preis für ein Fass Rohöl (159 Liter) der Sorte Brent hat die Marke von 70 Dollar überschritten

Ölfässer: Der Preis für ein Fass Rohöl (159 Liter) der Sorte Brent hat die Marke von 70 Dollar überschritten

Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance / dpa

Die Ölpreise sind am Dienstag deutlich gestiegen. Bis zum Nachmittag bauten sie die Gewinne aus, nachdem der Preis für Nordseeöl am frühen Morgen bereits erstmals seit März wieder über die Marke von 70 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen war. Zuletzt wurde ein Barrel der Nordseesorte Brent mit 70,72 Dollar gehandelt. Das waren 1,40 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um rund 3 Prozent auf 68,42 Dollar. Auch hier signalisierten die Futures weiter steigende Notierungen.

Brent

Zuvor hatten Konjunkturdaten aus der Eurozone positiv überrascht. In den Industriebetrieben ist die Stimmung laut dem Forschungsinstitut Markit auf ein Rekordhoch gestiegen. Dies deute auf eine starke konjunkturelle Erholung im zweiten Quartal hin. Der Ölmarkt reagiert sensibel auf solche Daten und preist eine mögliche stärkere Ölnachfrage schnell ein.

WTI

Vor dem Hintergrund einer stärkeren Konjunktur in führenden Industriestaaten beraten am Dienstag die Energieminister des Rohölverbunds Opec+ über ihre Förderpolitik. Vor der Sitzung gab sich ein Opec-Komitee zuversichtlich für die künftige Nachfrageentwicklung. Der kuwaitische Ölminister Mohammad Abdulatif al-Fares etwa sagte, die globalen Märkte seien in der Lage, die von der Opec geplante schrittweise Erhöhung der Ölproduktion zu absorbieren. Die Rohölnachfrage werde steigen, zeigte sich der Minister überzeugt. Es wird erwartet, dass die Koalition der Ölstaaten am Dienstag die für Juli geplante Erhöhung ratifizieren wird.

Opec erwartet deutlich fallende Reserven

Die Organisation der erdölexportierenden Länder und ihre Verbündeten (Opec+) hatten im April beschlossen, von Mai bis Juli 2,1 Millionen Barrel pro Tag mehr auf den Markt zu bringen. Nach Schätzung der Opec dürften die Lagerbestände in den OECD-Ländern bis Ende Juli unter den Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 fallen.

Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo erklärte laut Bloomberg , er erwarte nicht, dass ein höheres Ölangebot von Iran Probleme verursachen würde. "Wir gehen davon aus, dass die erwartete Rückkehr der iranischen Produktion und der Exporte auf den Weltmarkt in einer geordneten und transparenten Weise erfolgen wird". Irans Ölminister Bijan Namdar Zanganeh erklärte Bloomberg zufolge in Teheran, dass das Land seine Rohölproduktion schnell erhöhen könne.

Voraussetzung dafür, dass zusätzliches Erdöl aus Iran auf den Markt strömt, ist eine Einigung Washingtons und Teherans darüber, die US-Sanktionen aufzuheben und das iranische Atomprogramm wieder zurückzufahren. Irans Regierungssprecher Ali Rabiei sagte dazu am Dienstag, es gebe bei den internationalen Verhandlungen über eine Wiederaufnahme des Atomabkommens keine unüberwindbaren Hindernisse.

rei/Reuters, Bloomberg, dpa-afx
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