Börse Wall-Street-Gewinne heben Dax über 14.000 Punkte

Der Dax beendet den Tag mit Kursgewinnen – auch mit Hilfe der USA. Der Ölpreis notiert über die Marke von 110 US-Dollar. Die Internationale Energieagentur will nun die strategischen Reserven freigeben.
Ölfässer: Der Ölpreis ist vor dem OPEC Treffen auf 110 US-Dollar je Barrel gestiegen

Ölfässer: Der Ölpreis ist vor dem OPEC Treffen auf 110 US-Dollar je Barrel gestiegen

Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance / dpa

Ein positiver Start an den US-Börsen hat am Mittwoch dem Dax  zurück in die Gewinnzone verholfen. Die Nervosität blieb zwar hoch, dennoch gelang dem Dax nach einem Absacker auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr kurz vor dem Handelsschluss eine Erholung. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 14.000,1 Punkten. Dabei wurde er vor allem von der US-Börse an der Wall Street mit nach oben gezogen.

Dax

Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, beendete den Tag mit plus 0,4 Prozent auf 31.100,4 Zähler. Europaweit wurden allerdings deutlich kräftigere Erholungsgewinne als am deutschen Aktienmarkt verbucht.

Schub an der Wall Street

Die zuletzt kräftig unter Druck stehenden US-Aktienmärkte haben zur Wochenmitte einen erneuten Erholungsversuch gestartet. Neben dem weiter eskalierenden Ukraine-Krieg stehen Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell im Fokus, der weiterhin eine Zinserhöhung für März signalisiert.

Der Dow Jones Industrial stieg am Mittwoch zuletzt um 1,2 Prozent auf 33 689,7 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,1 Prozent auf 4352,3 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,5 Prozent auf 14.077,7 Zähler zu. Am Vortag hatten alle drei Leitindizes deutlich nachgegeben und damit die Erholungsgewinne der vorangegangenen Tage teilweise abgegeben.

Nasdaq

Anleger in den USA loten momentan die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg und die Aussagen des US-Notenbank-Präsidenten Jerome Powell aus. Dieser sagte, er halte es angesichts der hohen Inflation und des sehr robusten US-Arbeitsmarktes für angemessen, sollte zur nächsten Sitzung des Zentralbankrats in zwei Wochen der Leitzins erhöht werden.

Ölpreis über 110 US-Dollar

Im Blick der Börsen sind am Mittwoch die auf einem Siebeneinhalb-Jahres-Hoch notierenden Ölpreise und ein Treffen der Opec+. Der Ölpreis ist in der Nacht zu Mittwoch über die Marke von 110 US-Dollar gestiegen.

Brent

Einige Anleger hoffen auf eine deutlichere Ausweitung der Fördermengen durch die großen Exportländer, um den Preisanstieg zu bremsen. Insidern zufolge wird das Kartell aber an seiner bisherigen Politik festhalten und die Quoten wie in den vorangegangenen Monaten um 400.000 Barrel pro Tag anheben.

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

IEA gibt strategische Reserven frei

Unterdessen kündigte US-Präsident Joe Biden in seiner Rede zur Lage der Nation die Freigabe von 30 Millionen Barrel Öl aus den strategischen Reserven an. Dies sei die Hälfte der zuvor von den Mitgliedsländern der Internationalen Energieagentur (IEA) angekündigten 60 Millionen Barrel, mit denen die Preissteigerungen eingedämmt werden sollen. "Die Vereinigten Staaten haben mit 30 anderen Ländern zusammengearbeitet, um 60 Millionen Barrel Öl aus den Reserven der ganzen Welt freizugeben", sagte Biden vor dem Kongress in Washington. "Amerika wird diese Bemühungen anführen und 30 Millionen Barrel Öl freigeben." Er betonte, dass Washington "bereit ist, mehr zu tun, wenn es nötig ist".

Bayer im Plus, SAP nach Salesforce-Zahlen gefragt

Die Aktien von Bayer gehörten am Mittwoch zu den größten Gewinnern im Dax. Zahlen und Ausblick vom Vortag kamen bei Anlegern gut an. Die Aktien von SAP haben am Mittwoch nach Quartalszahlen des US-Konkurrenten Salesforce ihre Vortagesverluste großteils wettgemacht. Der US-Softwarehersteller Salesforce überzeugte laut RBC-Analyst Rishi Jaluria mit "soliden Zahlen" und habe zudem den Ausblick für 2023 angehoben. Analyst Mark Murphy von JPMorgan verwies außerdem auf die auch für das erste Quartal 2022 angehobene Umsatzprognose und schrieb, dass etwaige Vorzieheffekte geringfügig und überschaubar gewesen seien.

Rüstungskonzerne weiter im Blick

Die Flucht der Anleger aus Aktien hatte zuletzt zu kräftig steigenden Kursen an den Anleihemärkten geführt. Auch der Ölpreis schnellt weiter hoch, was die Inflation weiter nach oben treiben könnte. Dies könnte noch größere Kreise ziehen und die ohnehin bereits durch Lieferkettenprobleme weltweit angespannte Lage der Unternehmen verschärfen. An den Börsen gerieten aus diesem Grund zuletzt immer mehr Branchen ins Abseits, während Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und Hensoldt dank der Aufrüstung der Bundeswehr massiv aufwerten.

Bitcoin mit Kursgewinnen

Die Digitalwährung Bitcoin ist wieder deutlich gestiegen. Zuletzt notierte die größte Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp  bei rund 44.000 US-Dollar. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine war der Bitcoin bis auf 34.600 US-Dollar eingebrochen, erholte sich dann aber schnell wieder.

Bitcoin

Die Kursgewinne erklärten Beobachter damit, dass der Swift-Ausschluss Russlands die Kryptowährungen als Ausweichwährung wieder in den Blickpunkt rücke. Reiche Russen könnten versuchen, Vermögen in Kryptowährung zu parken, um den Sanktionen westlicher Staaten zu entgehen.

Mit Nachrichtenagenturen