Dienstag, 25. Juni 2019

Ölfonds unter Druck Knapp 50 Milliarden Euro Verlust für Norwegens Mega-Fonds

Staatsfonds-Chef Yngve Slyngstad (Archivaufnahme, 2015)

Der norwegische Pensionsfonds, einer der größten Staatsfonds der Welt, hat angesichts turbulenter Aktienmärkte im vergangenen Jahr Einbußen verkraften müssen. Der Wert des auch als Ölfonds bekannten Finanzbestands fiel 2018 um 6,1 Prozent, wie Norwegens Zentralbank am Mittwoch bekanntgab. Das entsprach einem Verlust von 485 Milliarden norwegischen Kronen (knapp 50 Milliarden Euro). Der Wert des Fonds lag zum Jahresende bei umgerechnet 850 Milliarden Euro. 2017 hatte er noch eine zweistellige Rekordrendite erzielt.

Zwei Drittel des Staatsfonds sind in Aktien und Eigentümeranteilen von mehr als 9000 Unternehmen in mehr als 70 Ländern angelegt. Dazu gehören namhafte Firmen wie die Tech-Riesen Apple, Microsoft oder Samsung. Die Aktienanlagen erzielten laut Zentralbank ein Minus von 9,5 Prozent. Hier entwickelten sich 2018 vor allem die Anteile an Grundstoffen, Industrie- und auch Konsumgütern einschließlich Automobilherstellern im Portfolio schlecht. Mit 43 Prozent der Aktien-Investitionen stellte Nordamerika den größten Markt des Fonds dar, gefolgt von Europa mit 34,1 Prozent.

Der Staatsfonds wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert. Die Zentralbank verwaltet ihn im Auftrag des Finanzministeriums als Vertreter des norwegischen Volks. Er fungiert als Versicherung für zukünftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. Der Staat darf jedes Jahr maximal drei Prozent des Wertes in den Haushalt überführen. Für die Investitionen gelten strenge ethische Richtlinien. So darf sich der Fonds nicht an Firmen beteiligen, die der Umwelt schaden, Kinder beschäftigen oder Waffen produzieren.

luk/dpa

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