Dienstag, 23. April 2019

Streaming-Dienst erklimmt Börsenthron Promis und Performance - Netflix liefert Anlegern beides

Demnächst auch auf Netflix: Filmstar Ryan Reynolds
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Demnächst auch auf Netflix: Filmstar Ryan Reynolds

2. Teil: Netflix-Aktie schlägt alle anderen im S&P 500

Bequemer geht es kaum - der Überzeugung sind inzwischen rund um den Globus etwa 125 Millionen Menschen, die bei Netflix ein Abonnement abgeschlossen haben. Damit ist Netflix der größte und erfolgreichste Streaming-Dienst, was auch der Börse nicht entgangen ist.

Am Aktienmarkt zählt Netflix seit einiger Zeit zu den Favoriten unter den großen Tech-Papieren. Gemeinsam mit Facebook, Apple, Amazon und Google bildet das Unternehmen die Phalanx der führenden Tech-AGs, die von Börsianern unter dem Akronym "FAANG" zusammengefasst werden.

In den vergangenen Jahren haben diese fünf Konzerne einen maßgeblichen Teil zur starken Performance der New Yorker Tech-Börse Nasdaq beigetragen. Netflix ist dabei womöglich das am wenigsten beachtete Tech- und Medien-Unternehmen unter den großen Fünf - gemessen an der Performance steht es den anderen vier Konzernen jedoch keineswegs nach.

Im Gegenteil: Allein seit Anfang dieses Jahres legte die Netflix-Aktie um 80 Prozent zu. Das ist mehr als die Performance jedes anderen Unternehmens im breiten US-Index S&P 500. Auch die Turbulenzen im März, als Facebook und andere IT-Papiere zeitweise einige Federn lassen mussten, überstand die Netflix-Aktie beinahe unbeschadet. Seit dem Börsengang 2002 beträgt das Kursplus des Streamings-Papiers bis heute sogar sage und schreibe 33.000 Prozent. Die Erwartungen von Analysten übertraf der Konzern mit seinen Geschäftszahlen zuletzt regelmäßig.

Netflix ist erstmals wertvoller als Walt Disney

Den vorläufigen Höhepunkt der Erfolgsgeschichte gab es am Donnerstag dieser Woche, als die Aktie von Netflix erstmals die Marke von 350 Dollar überwand. Der Kurssprung erhöhte den Marktwert des Konzerns auf etwa 153 Milliarden Dollar, womit Netflix gemessen an dieser Größe erstmals den Entertainment-Riesen Walt Disney überholte. Das heißt: Netflix ist nun das wertvollste Unterhaltungs-Unternehmen der Welt.

Nicht wenige Beobachter glauben, dass der Aufwärtstrend damit noch nicht beendet ist. Das aktuelle Kursniveau entspricht zwar laut Daten von Thomson Reuters dem Schnitt dessen, was Analysten dem Unternehmen momentan zutrauen. Besonders optimistische Beobachter erwarten jedoch bereits einen Anstieg des Marktwertes von Netflix auf bis zu 182 Milliarden Dollar.

Voraussetzung dafür dürften weitere spektakuläre Verpflichtungen und Projekte sein, mit denen Netflix künftig seine Nutzer erfreuen sollte. Nachrichten also wie jene aus dieser Woche, wonach der US-Schauspieler Ryan Reynolds ("Deadpool") und Star-Regisseur Michael Bay ("Transformers") bei Netflix unterschrieben haben.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Gemeinsam planen beide einen echten Action-Kracher für den Online-Service, heißt es. Das voraussichtliche Budget von angeblich bis zu 150 Millionen Dollar wäre größer als alles, was Netflix bislang in Angriff genommen hat.

Beobachtern zufolge zeigt diese Dimension, wie ernst es dem Unternehmen ist mit seinem Angriff auf die herkömmlichen Entertainment-Institutionen à la Hollywood. Den Aktionären von Netflix jedenfalls kann das nur recht sein.

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