Investoren in Sorge Elon Musks Twitter-Deal lässt Tesla-Aktien einknicken

Investoren befürchten offenbar, dass Elon Musk zur Finanzierung seiner Twitter-Übernahme Tesla-Aktien verkaufen muss und stoßen Papiere des Autobauers ab. Auch die Aktien von Twitter lassen noch keine Begeisterung für den bevorstehenden Deal erkennen.
Tesla-Store in Denver: Investoren reagieren nervös auf die Pläne von Konzernchef Elon Musk

Tesla-Store in Denver: Investoren reagieren nervös auf die Pläne von Konzernchef Elon Musk

Foto: David Zalubowski / AP

Die geplante 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Twitter durch Tesla-Chef Elon Musk macht die übrigen Eigner des Elektroauto-Bauers nervös. Tesla-Aktien fallen an der Wall Street um 10 Prozent. Falls Musk keine anderen Geldquellen auftue, werde er wohl einen Teil seiner Tesla-Anteile zur Finanzierung des Deals verkaufen müssen, sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Der 50-jährige Musk hatte sich mit Twitter am Montag auf die Übernahme geeinigt. Um den Deal zu finanzieren, präsentierte Musk zuvor Zusagen für Kredite über 25,5 Milliarden Dollar. Darüber hinaus will der Unternehmer selbst rund 21 Milliarden Dollar einbringen. Musk ist die mit Abstand reichste Person der Welt mit einem geschätzten Vermögen von rund 257 Milliarden Dollar. Sein Reichtum besteht aber fast ausschließlich aus Aktien von Tesla und seiner Weltraumfirma SpaceX. Er muss Kredite mit Aktien absichern.

Dabei wird er nach Abschluss der Transaktion eine Social-Media-Plattform besitzen, die ihr Gewicht für Politik und Medien nie in ein so lukratives Geschäft wie etwa bei Facebook ummünzen konnte. So machte Twitter im gesamten vergangenen Jahr gut fünf Milliarden Dollar Umsatz – und schrieb einen Verlust von 221,4 Millionen Dollar.

Die Aktien von Twitter lassen ebenfalls noch keine echte Euphorie unter Investoren über den bevorstehenden Deal erkennen. Nachdem das Management des Kurznachrichtendienstes der 44 Milliarden Dollar schweren Übernahmeofferte des Tesla-Chefs zugestimmt hatte, notierten die Papiere am Dienstag 3 Prozent leichter bei 50,13 Dollar. Musk bietet 54,20 Dollar je Aktie.

"Die schnelle Kapitulation des Twitter-Vorstands spiegelt wahrscheinlich die schwierigen Aussichten für den Social-Media-Sektor und die nur allmählich eintretende Trendwende durch Firmenchef Parag Agrawal wider", sagte Anlagestratege Ben Laidler vom Online-Broker eToro. Die Twitter-Aktien liegen gegenwärtig aber immer noch rund 30 Prozent über dem Niveau vor Bekanntwerden der Übernahmepläne.

cr/dpa-afx, AFP, Reuters
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