Mittwoch, 22. Mai 2019

Börsenprofi Markus Zschaber erklärt Diese Aktie ist der heimliche Star des Immobilienbooms

imago/Marius Schwarz

Wer den Namen Nemetschek Börsen-Chart zeigen hört, der denkt nicht unweigerlich an ein Unternehmen, welches in unserem Lande ansässig ist und aus unserer Sicht zu den Spitzenunternehmen im MDax Börsen-Chart zeigen gehört. Interessanterweise, wenn man sich mit der Historie des Unternehmens beschäftigt, so steht in der Tat der Gründer im Vordergrund, der nicht nur den gleichen Namen wie das Unternehmen trägt sondern auch den Grundstein für die sagenhafte Entwicklung legte. Was macht Nemetschek nun genau?

Markus Zschaber

Das Unternehmen ist ein Anbieter von Software und maßgeschneiderten Lösungen für Architekten, Ingenieure und die Bauindustrie, dazu entwickelt es Produkte, welche das Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken erleichtern bzw. maßgeblich mitgestalten. Mit dem Produktportfolio deckt man einen großen Teil der gesamten Wertschöpfungskette am Bau ab, denn die grafischen, analytischen und kaufmännischen Lösungen, von der Planung und Visualisierung eines Gebäudes, über den eigentlichen Bauprozess bis hin zur Nutzung, ist einer der größten Wachstumsmärkte der vergangenen Jahre und benötigte Experten, die man in diesem Bereich und in dieser Konstellation des Geschäftsmodells, nicht so häufig findet.

Bereits mehr als vier Millionen Anwender, in 142 Ländern, greifen auf die Lösungen und Anwendungen aus dem Hause zurück. Mit rund 2100 Mitarbeitern konnte das Unternehmen ebenfalls die weltweite Nachfrage im Immobiliensektor bedienen, denn der durch Niedrigzinsen angefachte Boom, der noch kein Ende genommen hat, steigerte ebenso die Nachfrage nach Softwarelösungen dieser Art, die das Unternehmen gleich mit 16 Produktmarken bedienen konnte, welche bereits seit 2008 in einer Holdingkonstruktion vereint sind. Das Unternehmen konnte in diesem positiven Marktzyklus seinen Umsatz im vergangenen Jahr erneut um rund 16,5 Prozent, auf insgesamt 461 Millionen Euro steigern. Im Vergleich zu 2014 hat sich der Umsatz somit mehr als verdoppelt.

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Mit einem Blick auf die vergangenen drei Jahre und das nun endende erste Quartal, hat die Aktie den Anlegern viel Freude bereitet, mit einer Wertentwicklung in Höhe von knapp 210 Prozent. Die Aktie ist auch ein sehr gern gesehener Gast in den Depots unserer Kunden und unserer Portfolioverwaltung. Wer den Börsenprofi des manager-magazin.de nun schon lange begleitet und auch unsere Aussagen liest, wird sehr schnell feststellen, dass wir bereits im Jahr 2013 und bei einem Kurs von knapp 8 Euro dieses aus unserer Sicht Ausnahmeunternehmen vorstellten.

Wie sieht es nun derzeit mit einem Kauf aus? Nun, die Aktie ist derzeit nicht mehr günstig, aber bietet Chancen und Alternativen, wenn man folgendes, was man generell in diesem sehr politisch geprägten Marktumfeld tun sollte, berücksichtigt. Also

a) einen wirklich langen Anlagehorizont hat,

b) an den weiteren Trend des Segments glaubt,

c) einen deutschen Qualitätsanbieter sucht,

und d) sich mit den weiteren Unternehmenskennziffern wie dem Ergebnis vor Steuern, den Gesamtverbindlichkeiten, der angestiegenen Dividende (die aus unserer Sicht wirklich höher ausfallen sollte) beschäftigt.

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Die Ebitda-Marge wird übrigens in dem bereits erreichten und auch zukünftig angestrebten Korridor weiterhin in Höhe von 25 Prozent und 27 Prozent erwartet, gleichzeitig stehen Neuinvestitionen in strategische Projekte an. Insgesamt kann man sagen eine Perle.

Wer diese allerdings bereits vor zehn Jahren entdeckte und dies ist unsere Aufgabe als Vermögensverwalter, die Aktienperlen zu finden, der hat einen der unglaublichsten Börsenerfolge, mit einer hohen Unternehmensqualität, miterlebt. Was die Zukunft am Aktienmarkt bringt weiß keiner, jeder Anleger und Aktionär sollte somit vor jedem Kauf seine Hausaufgaben machen, gerade wenn es um die Risiken geht - oder es dem Profi überlassen, dies für ihn zu übernehmen.

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