Börse Dax nach Verlustserie leicht erholt

Nach den jüngsten Kursverlusten nutzen Anleger die Gelegenheit zur Rückkehr in den Dax. In den USA setzen Dow Jones und Nasdaq ihren Kursrutsch fort und fallen auf Jahrestiefs. Der Bitcoin klettert wieder über die Marke von 30.000 US-Dollar.
Bange Zeiten an der Börse: Der Dax befindet sich im Abwärtstrend

Bange Zeiten an der Börse: Der Dax befindet sich im Abwärtstrend

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Nach vier teils deutlichen Verlusttagen hat sich der Dax  am Dienstag etwas erholt. Der Leitindex ging 1,15 Prozent höher bei 13.535 Punkten aus dem Handel, nachdem er seit dem Hoch am Donnerstag um insgesamt 6,5 Prozent abgesackt war. Zeitweise hatte es rund um den US-Handelsstart aber nach viel deutlicheren Gewinnen ausgesehen. Der MDax  legte am Dienstag um 0,76 Prozent auf 28.027 Punkte zu und der EuroStoxx 50  stand nur noch 0,9 Prozent höher.

Der starke Preisauftrieb und die Zinswende der Notenbanken gelten schon länger als bestimmende Belastungsfaktoren. Laut dem Chef-Anlagestratege Mark Haefele von der UBS muss mit weiteren Kursschwankungen gerechnet werden.

Dax

Die Schnäppchenjäger der Wall Street hat am Dienstag der Mut rasch verlassen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 fielen nach anfänglichen Gewinnen um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 32.007 beziehungsweise 3980 Punkte. Der technologielastige Nasdaq hielt sich noch knapp im Plus.

Es sei klar gewesen, dass die Kursgewinne nicht von Dauer sein würden, sagte Aktienhändler Dennis Dick vom Brokerhaus Bright Trading. Schließlich wolle niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden, wenn die US-Inflationsdaten am Mittwoch höher ausfielen als gedacht. "Die Nervosität vor den Zahlen ist hoch."

Experten rechnen für April mit einer Abschwächung der Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 8,1 von 8,5 Prozent. Am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise, deren Anstieg sich Prognosen zufolge auf 10,7 von 11,2 Prozent verlangsamt hat. Von diesen Zahlen versprechen sich Börsianer Rückschlüsse auf das Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen.

Nasdaq

ZEW-Index nicht mehr ganz so düster

Neben den guten Vorgaben aus den USA hatten sich auch die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten auf niedrigem Niveau überraschend aufgehellt. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts stieg im Mai gegenüber dem Vormonat um 6,7 Punkte auf minus 34,3 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Die Bewertung der Konjunkturlage hingegen verschlechterte sich um 5,7 Punkte auf minus 36,5 Zähler. Die erheblichen Coronaeinschränkungen in China führten laut ZEW zu einer deutlichen Verschlechterung in der Beurteilung der dortigen Wirtschaftssituation. "Dies ist eine schwere Bürde für das zukünftige Wirtschaftswachstum in Deutschland."

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Bayer-Aktie gewinnt rund 5 Prozent

Die Konsumgüter-Aktien von Henkel unternahmen an der Dax-Spitze mit plus 5,3 Prozent einen Bodenbildungsversuch. Bayer rückten um 5 Prozent vor, der Konzern sieht sich dank eines starken Wachstums des Agrargeschäfts auf Kurs zu den Jahreszielen.

Siltronic aus dem MDax stoppten nach Geschäftszahlen ihre Talfahrt mit plus 5,9 Prozent. Gestiegene Verkaufspreise und eine unverändert hohe Nachfrage nach Halbleiterwafern verliehen zum Jahresauftakt Rückenwind.

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Im Nebenwerteindex SDax sprangen die Papiere des Autozulieferers Schaeffler um 8,7 Prozent hoch. Der Ausblick bewege sich etwas unter der Markterwartung, aber dass Schaeffler überhaupt wieder eine Prognose gebe, sorge zusammen mit den Zahlen für das erste Quartal für Erleichterung, sagte ein Händler. Shop Apotheke verloren indes mehr als 14 Prozent. Grund seien erneute Verzögerungen beim elektronischen Rezept, hieß es dazu.

Crash auf Raten an der Wall Street

Die Wall Street bricht am Nachmittag ihren Erholungsversuch ab. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fallen nach anfänglichen Gewinnen um jeweils ein halbes Prozent. Mit 32.085,29 Punkten, 11.570,48 Zählern und 3970,95 Stellen notieren sie so niedrig wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. Der Nasdaq 100 markiert sogar ein 18-Monats-Tief. "Erholungen werden von Investoren genutzt, um Bestände an Risikopapieren abzubauen, was wiederum neue Verkaufslawinen auslöst – ein typisches Merkmal von Rallys in einem Bärenmarkt", sagt Analyst Konstantin Oldenburger. "Die meisten Anleger sind noch nicht bereit, Aktien zu kaufen, da ihr Vertrauen in die Wirtschaft und das Gewinnwachstum der Unternehmen deutlich gesunken ist."

Nasdaq

Kursverluste in Asien

In Asien haben die wichtigsten Aktienmärkte am Dienstag wegen der schwachen US-Vorgaben überwiegend nachgegeben. In Japan büßte der japanische Nikkei-Index  0,7 Prozent ein und gab damit weiter nach. Der Hang Seng in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gab rund 2 Prozent nach, nachdem dort am Montag wegen eines Feiertags nicht gehandelt worden war. Leicht zulegen konnte dagegen der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland. Dieser legte zuletzt 0,6 Prozent zu

Bitcoin klettert wieder über 30.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin gab ebenfalls deutlich nach und fiel zeitweise unter die Marke von 30.000 US-Dollar. Zuletzt erholte sich die Cyberdevise aber wieder und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 31.218 US-Dollar. Noch vor wenigen Tagen hatte ein Bitcoin über 10.000 Dollar mehr gekostet. Die Kryptowährung ist seit Wochen unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben wieder nach

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Abschläge vom Vortag deutlich ausgeweitet. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  104,15 US-Dollar. Das waren 1,79 Dollar weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 1,66 Dollar auf 101,43 Dollar.

Marktteilnehmer erklärten die Abschläge am Ölmarkt zum Teil mit dem steigenden Dollarkurs. Erdöl wurde dadurch für Interessenten außerhalb des Dollarraums teurer, was auf deren Nachfrage lastete. Der Rohstoff wird international in der US-Währung gehandelt.

Brent

Zu Wochenbeginn hatten die Erdölpreise bereits deutlich nachgegeben. Marktteilnehmer verwiesen auf Schwierigkeiten innerhalb der EU, sich auf ein Embargo gegen russisches Rohöl zu einigen. Widerstand kommt vor allem aus Ungarn, das aufgrund seiner hohen Abhängigkeit erheblichen wirtschaftlichen Schaden befürchtet.

Mit Nachrichtenagenturen