Aktie bricht ein Impfstoff-Hersteller Moderna kappt Umsatzprognose

Der Pfizer/Biontech-Rivale Moderna kürzt die Umsatzprognose für sein Covid-19-Vakzin deutlich. Das hat teils technische Ursachen, sei aber auch auf eine bevorzugte Lieferung an ärmere Länder zurückzuführen. Die Aktie verliert zweistellig.
Foto: Hassene Dridi / AP

Der US-Biotechkonzern Moderna kommt mit der Produktion seines Covid-19-Impfstoffs nicht hinterher und hat die Umsatzprognose deshalb für dieses Jahr gesenkt. Für das laufende Jahr rechnet Moderna nun mit einem Umsatz von 15 bis 18 Milliarden Dollar mit dem Vakzin statt wie bislang von 20 Milliarden, teilte Moderna Donnerstagmittag mit.

Die Senkung des Umsatzziels steht in scharfem Kontrast zu der des größeren Konkurrenten Pfizer, der Anfang der Woche seine Umsatzprognose für seinen Impfstoff angehoben hat. Aktien von Moderna rutschten in New York im vorbörslichen Handel in der Spitze um 13 Prozent ab.

Moderna geht davon aus, zwischen 700 und 800 Millionen Impfdosen in diesem Jahr ausliefern zu können statt 800 Millionen bis 1 Milliarde Dosen. Längere Lieferfristen für internationale Sendungen und Exporte könnten die Auslieferungen auf Anfang 2022 verschieben. Auch werde die Produktion durch die Erweiterung der Abfüllkapazitäten vorübergehend gebremst.

Die Kürzung der Umsatzprognose sei auch auf die Priorisierung der Lieferungen an Länder mit niedrigem Einkommen zurückzuführen. Etwa 10 Prozent der gesamten Impfstofflieferungen würden voraussichtlich an Länder mit niedrigem Einkommen gehen, sagte Konzernchef Stéphane Bancel (49). Den weiteren Angaben zufolge erzielte der Moderna-Impfstoff im dritten Quartal einen Umsatz von 4,8 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten nach Angaben von fünf von Refinitiv befragten Analysten einen Umsatz von 5,86 Milliarden Dollar erwartet.

Das Unternehmen hinkt dem größeren US-Konkurrenten Pfizer hinterher, der 2021 deutlich mehr Dosen des gemeinsamen Covid-19-Impfstoffs mit Biontech herstellen will. Pfizer hatte jüngst seine Umsatzprognose für das Vakzin auf 36 Milliarden Dollar in diesem Jahr angehoben von zuvor 33,5 Milliarden Dollar.

Pfizer erwartet, mit dem Vakzin im Jahr 2022 weitere 29 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften zu können. Pfizer unterstellt bei seiner Umsatzprognose die Auslieferung von 2,3 Milliarden Impfdosen. Insgesamt wollen Pfizer und Biontech in diesem Jahr drei Milliarden Impfdosen herstellen.

rei/Reuters
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