Montag, 14. Oktober 2019

Meridian Stiftung und Beisheim Gruppe Metro-Großaktionäre stellen sich gegen Übernahmeplan des Milliardärs Kretinsky

Angesichts des Widerstands zweier Großaktionäre, der Meridian Stiftung und Beisheim Gruppe, könnte es für den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky schwer werden, Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent zu erreichen

Inmitten des Übernahmeangebots des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky tun sich nun zwei Großaktionäre des Metro-Konzerns zusammen. Die Meridian Stiftung und die Beisheim Gruppe, die zusammen rund 20,55 Prozent der Metro-Anteile halten, wollen ihre Stimmrechte künftig gemeinsam ausüben, wie die Metro am Montagabend mitteilte.

Zudem hätten die Großaktionäre die Absicht, ihre Anteile bei Gelegenheit "schrittweise weiter auszubauen". Das Ziel sei, "in wesentlichen Angelegenheiten geschlossen gegenüber der MetroAG und deren anderen Aktionären aufzutreten und dadurch der Metro AG eine positive Weiterentwicklung in der Zukunft zu sichern".

Damit stellen sich die Großaktionäre gegen die Übernahmepläne von Kretinsky. Vorstand und Aufsichtsrat der Metro hatten den von Kretinskys Holding EPGC gebotenen Preis von knapp sechs Milliarden Euro zuletzt als zu niedrig abgelehnt und den Aktionären empfohlen, ihre Aktien nicht zu verkaufen.


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Konzernchef Olaf Koch hatte allerdings betont: "Wir sind gegenüber Änderungen im Aktionärskreis aufgeschlossen." Der Konzern, zu dem auch noch die Supermarktkette Real gehört, betreibt in 26 Ländern mehr als 770 Großhandelsmärkte.

Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tka wollen Metro in einem rund 5,8 Milliarden Euro schweren Angebot übernehmen. Dabei biete die Holding EPGC für die Stammaktien der Metro AG 16,00 Euro und für die Vorzugsaktien 13,80 Euro. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 67,5 Prozent, das Angebot läuft noch bis 7. August. Kretinsky hat sich indes bereits knapp 33 Prozent der Metro-Stammaktien gesichert.

Vorstand und Aufsichtsrat der Metro melden aber Zweifel an, dass der Milliardär das Ziel von 67,5 Prozent der Stammaktien erreicht: "Solange zwei wesentliche Großaktionäre das Angebot nicht annehmen, erscheint die Mindestannahmeschwelle (..) sehr ambitioniert", hieß es bereits in der ablehnenden Stellungnahme zu Kretinskys Offerte.

rei/dpa/Reuters

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