Börsenprofi Markus Zschaber zeigt Von Merck bis Microsoft - diese Aktien haben noch Potenzial

Von Markus Zschaber

Merck - auch künftig auf Erfolgsspur

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Das Jahr 2015 neigt sich seinem Ende zu, die frohe und besinnliche Weihnachtszeit steht kurz vor der Tür - Grund genug einmal zurückzuschauen. Vor knapp einem Jahr habe ich in diesem Format bereits das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA  vorgestellt und dessen attraktives Geschäftsmodell hervorgehoben. Das laufende Geschäftsjahr bestätigt die damalige Einschätzung.

In den ersten drei Quartalen legte der Umsatz des Unternehmens um mehr als 12 Prozent zu, auf rund 9,38 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich verdiente Merck mehr, so stieg das Ergebnis nach Steuern von Januar bis September um 12,9 Prozent auf 996 Millionen Euro. Zuletzt konnte Merck die erfolgreiche Übernahme des Forschungsmaterialproduzenten Sigma-Aldrich vermelden.

Markus Zschaber

Markus Zschaber ist Gründer der Vermögens-verwaltung V.M.Z. (www.zschaber.de ) und Leiter des Instituts für Kapitalmarkt-Analyse (www.kapitalmarktanalyse.com ).Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss hinter diesem Link. 

Mit einem Kaufpreis von rund 17 Milliarden Euro stellt die Übernahme die höchste in der Unternehmensgeschichte dar. Der Kauf des Forschungsmaterialproduzenten ergänzt und verstärkt hervorragend das aktuelle Produktportfolio.

Die Kombination aus organischem Wachstum und intelligenten Zukäufen wird Merck auch zukünftig auf der Erfolgsspur halten. Seit der Vorstellung des Unternehmens legte die Aktie rund 26 Prozent zu.

Unilever gute Perspektive dank zwei Milliarden Kunden

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Unilever  zählt mit seinem breiten Produktportfolio und einem global ausgerichteten Absatznetz zu den größten Konsumgüterherstellern der Welt. Das Unternehmen vereint namhafte Marken wie beispielsweise Langnese, Axe, Knorr und Magnum unter seinem Dach und vertreibt bzw. bietet diese in über 190 Ländern an. Rund zwei Milliarden Menschen vertrauen täglich den Produkten von Unilever. Vor allem die wachstumsstarken Emerging-Markets tragen schon heute mit rund 42 Prozent in erheblichem Maße zum Gesamtumsatz bei.

Dieser beläuft sich in den ersten drei Quartalen 2015 auf 40,4 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwar hatten hier günstige Wechselkurse einen nicht unerheblichen Einfluss, doch auch das organische Wachstum belief sich auf knapp 4 Prozent, welches im Durchschnitt der Branche liegt. Interessanterweise kann man hier deutlich auch die positiven Effekte des schwachen Euros, auf europäische Unternehmen, nachvollziehen.

Das Unternehmen bietet vor allem langfristigen Anlegern noch deutliche Wachstumspotenziale mit einer soliden Dividendenrendite. Seit Jahresbeginn legte die Aktie rund 29 Prozent zu.

Leoni - Überraschungspotenzial nach dem Absturz

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Den Aktionären des in Nürnberg ansässigen Spezialisten für Bordnetz- und Kabelsysteme Leoni  wird das Jahr 2015 wohl in keiner guten Erinnerung bleiben. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie derzeit rund 26 Prozent im Minus. Grund dafür war vor allem eine ausgegebene Gewinnwarnung im Oktober, sowohl für das laufende Geschäftsjahr als auch für 2016. So werden hohe Belastungen im Bordnetz-Segment und die frühzeitige Beendigung margenstarker Projekte dazu führen, so dass das Ebit im Jahr 2015 nicht die angepeilte 200-Millionen-Euro-Marke erreichen wird. Auch für 2016 mussten die Ziele nach unten angepasst werden - nun lohnt sich hier ein Blick ins Detail.

Fakt ist, dass Leoni derzeit sicherlich mit einem Margenproblem zu kämpfen hat. Schaut man sich jedoch die Umsatzprognosen des Unternehmens einmal an, liegen diese annähernd auf einem stabilem Niveau. So wurde der kalkulierte Umsatz für das Geschäftsjahr 2016 von ursprünglich 4,8 Milliarden Euro lediglich auf 4,6 Milliarden Euro gesenkt. Zur Stärkung der Marge hat das Unternehmen zudem ein weiteres Maßnahmenpaket beschlossen.

Auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung Russlands und Chinas im Jahr 2016 schätzt das Unternehmen recht skeptisch ein - hier könnte im kommenden Jahr mögliches Überraschungspotenzial liegen. Für mutige Anleger auf dem aktuellen Niveau sicherlich eine Überlegung wert.

Airbus - 200 Millionen neue Fluggäste jährlich weltweit wecken Fantasie

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Der im MDax  gelistete Flugzeugbauer zählt zu den absoluten Top-Performern des Jahres 2015. Die Aktie verbucht seit Jahresbeginn ein Plus in Höhe von rund 64 Prozent. Ein stabiler Zivilflugzeugmarkt und ein weiterhin solider Auftragsbestand trugen dazu bei, dass der Flugzeugbauer ein Umsatzplus in den ersten neun Monaten 2015 in Höhe von 6 Prozent verbuchen konnte.

Nicht nur der Umsatz, sondern auch das Ebit und der Cashflow lagen teils deutlich über den Prognosen. Begleitet wurden die guten Zahlen mit der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogamms in Höhe von einer Milliarde Euro. Dies entspricht rund 2 Prozent der derzeitigen Marktkapitalisierung. Dies steigert zum einen die Profitabilität des Unternehmens, zum anderen verdeutlicht es, dass das Unternehmen sich selbst aktuell trotz der schon guten Performance als äußerst attraktiv bewertet ansieht.

Die Aussichten bleiben ebenfalls weiterhin gut: Laut aktuellen Prognosen wird die Zahl der Flugreisenden in den nächsten 20 Jahren jährlich um 200 Millionen Menschen steigen - ein großes Potenzial für den Flugzeugbauer. Übrigens, auch Airbus  habe ich im Herbst 2014 in diesem Format bereits einmal vorgestellt, seitdem legte die Aktie rund 64 Prozent zu.

Microsoft - margenstarkes Cloud-Geschäft treibt den Kurs

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Dass nicht nur Start-ups, sondern auch große, vollentwickelte Unternehmen ein erhebliches Wachstumspotenzial besitzen, beweist dieser Tage einmal mehr der Softwareentwickler Microsoft . Die Aktie des Unternehmens legte in den letzten drei Jahren um knapp 100 Prozent zu, auf Euro-Basis ergibt sich sogar ein Wertzuwachs von 145 Prozent.

Im abgelaufenen Quartal schrumpfte zwar der Umsatz mit der klassischen Windows-Software und dem Smartphone-Geschäft um 17 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar, doch vor allem die Entwicklung im Cloud-Geschäft des Unternehmens beflügelte die Aktie zuletzt. Das Cloud-Geschäft wuchs im vergangenen Quartal um 8 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar.

Wichtig hierbei zu beachten ist die Tatsache, dass das Cloud-Geschäft deutlich margenstärker ist und schon heute mehr zum Gewinn beiträgt als das klassische Geschäft mit Windows-Software. In Zukunft wird es wichtig sein, vor allem die Entwicklungen des Cloud-Geschäfts genauestens zu beobachten. Denn sollte das Cloud-Geschäft die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen können, könnte dies schnell zu Kurskorrekturen führen.