Preisspanne festgelegt Mein Auto strebt Milliardenbewertung an

Der Online-Autohändler hat Details zu seinem für den 12. Mai geplanten Börsengang veröffentlicht. Demzufolge könnte Mein Auto rund eine halbe Milliarde Euro erlösen.
Mehr als 500 Neuwagenmodelle von 40 Marken: Mein Auto setzt darauf, dass Privatkunden auch neue Autos zunehmend über das Internet kaufen

Mehr als 500 Neuwagenmodelle von 40 Marken: Mein Auto setzt darauf, dass Privatkunden auch neue Autos zunehmend über das Internet kaufen

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Sebastian Kahnert/ DPA

Der Börsengang des Online-Autohändlers Mein Auto soll bis zu einer halben Milliarde Euro einbringen. Das Unternehmen aus Oberhaching bei München setzte die Preisspanne für bis zu 25,8 Millionen Aktien am Montag auf 16 bis 20 Euro je Aktie fest. In dieser Preisspanne käme Mein Auto auf einen Börsenwert von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. "Der Börsengang der Mein Auto Group ist auf einem guten Weg", erklärte Vorstandschef Rudolf Rizzolli. Er sei "begeistert" von der Rückmeldung der Investoren.

Das Angebot umfasst eine Kombination aus neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung und bestehenden Anteilen aus dem Besitz des Großaktionärs Hg Capital, einem britischen Finanzinvestor. Das endgültige Angebot könne durch eine mögliche Erhöhung von 10 Prozent des Basisangebots um zwei Millionen Papiere aufgestockt werden, hieß es weiter. Aktionär Hg stelle zudem bis zu 3,4 Millionen weitere Aktien zur Deckung möglicher Mehrzuteilungen zur Verfügung. Diese Mehrzuteilungsaktien belaufen sich auf 15 Prozent der maximalen Anzahl der im Basisangebot enthaltenen Aktien.

Unter der Annahme, dass die Optionen vollständig ausgeübt werden, betrage das maximale Angebotsvolumen 412 bis 515 Millionen Euro. Dies entspricht den Angaben zufolge 35 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals von Mein Auto. Dem Unternehmen selbst sollen dabei mindestens 150 Millionen Euro für die Finanzierung des weiteren Wachstums und zur Tilgung von Schulden zufließen. Der Aktionär Hg bleibt auch weiterhin signifikant am Unternehmen beteiligt.

Digitalprofi soll Mein Auto an die Börse führen

Die Papiere können von Dienstag an bis zum 11. Mai gezeichnet werden. Das Debüt an der Frankfurter Börse ist für den 12. Mai geplant. An die Börse begleitet wird die Mein Auto Group von den Investmentbanken Bank of America, Barclays, Citi, Jefferies und Unicredit.

Für den Börsengang hat sich Mein Auto nach Informationen von manager magazin  einen Digitalprofi in den Aufsichtsrat geholt: Martin Enderle (55). Der promovierte Mathematiker hatte als Vorstandschef die Onlinegruppe Scout24 groß gemacht und als Aufsichtsratschef vor allem den Aufstieg des Dax-Konzerns Delivery Hero begleitet. Nun soll er den Vorsitz des Kontrollgremiums bei Mein Auto übernehmen.

Hg hatte das Unternehmen mit 380 Mitarbeitern 2018 aus dem Kölner Start-up MeinAuto.de, der Flottenleasing-Tochter der Hypovereinsbank (HVB), Mobility Concept, sowie einem Vermittler von gesponserten Autos für Spitzensportler und Vereine zusammengebaut. Mein Auto bietet auf seinen Plattformen im Netz mehr als 500 Neuwagenmodelle von 40 Marken. Der Schwerpunkt liegt auf Abomodellen mit Serviceleistungen.

Mein-Auto-Chef Rizzolli, der einst Sixt Leasing führte, setzt darauf, dass Privatkunden neue Autos zunehmend über das Internet kaufen oder leasen. Die Mein Auto Group ist laut Rizzolli in den letzten drei Jahren stark gewachsen und dabei mit Blick auf das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen profitabel. 2020 erhöhte das Unternehmen die Zahl der aktiven Abonnenten auf 44.000 und wickelte über 39.000 Neuwagenbestellungen ab. Der bereinigte Umsatz wuchs um 11 Prozent auf 212 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis um ein Viertel auf 38 Millionen Euro.

mg/Reuters, dpa-afx
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