Montag, 24. Juni 2019

Revolte gegen "Super Voting Rights" Warum der Lyft-IPO die Machtverteilung im Silicon Valley umwälzen könnte

Lyft-CEO Logan Green: Investoren wehren sich gegen umfangreiche Stimmrechte für den Fahrdienst-Mitgründer nach dem Börsengang

Dass Gründer für Unternehmen und Investoren nicht immer nur ein Quell der Freude sind, sondern sich mitunter zumechten Problem entwickeln können, ist Investoren nicht erst seit dem Abschied des umstrittenen Uber-CEO Travis Kalanick sehr wohl bewusst. Auch Tesla-CEO Elon Musk hat sich mit unbedachten Twitter-Äußerungen schon so einigen Ärger mit Investoren eingehandelt. Wenig erstaunlich also, dass einige Investoren mittlerweile versuchen, potenziell schädliche Einflüsse der Gründer zu beschränken.

Doch das ist nicht unbedingt einfach, sichern sich viele Gründer beim Börsengang doch ihren Einfluss über so genannte "super voting rights". Indem sie sich selbst Anteilsscheine verschaffen, die über deutlich größere Stimmrechte verfügen, als dies bei "normalen" Aktien der Fall ist. Eine Strategie, wie sie - erfolgreich - beispielsweise die Gründer von Facebook, Google, Alphabet, Snap oder Spotify anwandten.

Und nun auch Lyft. So will der Fahrdienstvermittler, der am Montag Details zu seinem Börsengang bekannt gab, seine Gründer Logan Green und John Zimmer mit Aktien ausstatten, deren Stimmrechte das 20-Fache einer "normalen" Aktie betragen. Der Einfluss von Green und John, die laut "Financial Times" aktuell rund 7 Prozent am Unternehmen halten, würde dann deutlich über diesen einstelligen Anteil hinausgehen.

Bei den Investoren formiert sich dagegen nun allerdings Widerstand. Wie die "Financial Times" berichtet, wehrt sich eine Gruppe von Investoren gegen diese Zweiteilung. Sie hat bereits das Board in einem offenen Brief aufgefordert, nur eine Klasse Aktien herauszugeben - mit jeweils einfachem Stimmrecht.

Lyft zwinge Investoren mit den verschiedenen Aktienklassen "unnötige und nicht kompensierte Investmentrisiken auf", zitierte das Blatt aus dem Schreiben, das unter anderem von BNP Parisbas Asset Management sowie zahlreichen Pensionsfonds aus Großbritannien und den USA unterschrieben war. Laut "FT" verwalten diese Assets in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar.

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