Hype um Digitalwährungen Litecoin statt Bitcoin - der nächste Krypto-Blockbuster?

Bei der Krypto-Währung Bitcoin steigt mit dem Preis auch das Verlustrisiko für die Käufer. Der Run auf digitale Alternativen hat offenbar bereits eingesetzt - doch dort lauern ebenfalls Risiken.
5800 Prozent teurer binnen eines Jahres: Der Litecoin

5800 Prozent teurer binnen eines Jahres: Der Litecoin

Fotostrecke

Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

Foto: picture alliance / Christian Beu

Manchmal sind es die kleinen Dinge, auf die es sich zu achten lohnt. Während alle Welt auf den Bitcoin schaut, dessen Preis seit Monaten in immer eiligeren Schritten in die Höhe klettert, hat der Finanzinformationsdienst Bloomberg in dieser Woche seinen Fokus ein wenig erweitert: Mit Ethereum, Ripple und Litecoin wurden zusätzlich zum Bitcoin drei weitere Krypto-Währungen in das Terminal-System des Hauses aufgenommen. Die Bloomberg-Terminals dienen Banken und Investmenthäusern weltweit zur Informationsgewinnung über das Geschehen auf den Finanzmärkten.

Dass Bloomberg den Kreis der beobachteten Digitalwährungen erweitert, kommt nicht von ungefähr: Beim Bitcoin hat in den vergangenen Monaten - begünstigt auch durch den Start des Future-Handels in den USA - nicht nur der Preis rasant zugelegt. Auch das Risiko für die Käufer der mit einer Marktkapitalisierung von etwa 300 Milliarden Dollar bedeutendsten Krypto-Währung ist gestiegen. Immer häufiger werden Stimmen laut, die eine Spekulationsblase beim Bitcoin vermuten und vor deren unausweichlich bevorstehendem Platzen warnen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Investoren, die dieses Risiko scheuen, könnten daher nach alternativen Anlagemöglichkeiten im Krypto-Universum suchen - und bei den genannten drei Digitalwährungen fündig werden. Immerhin handelt es sich bei Ethereum, Ripple und Litecoin um drei der gemessen an der Marktkapitalisierung neben Bitcoin bedeutendsten Formen des digitalen Geldes.

Investoren, die mit solchen Gedanken spielen, sollten allerdings einige Feinheiten beachten. So gibt es, wie auch Bloomberg  schreibt, zwischen den Krypto-Währungen zum Teil deutliche technische Unterschiede, die für ihre Eignung als Bitcoin-Ersatz eine wichtige Rolle spielen dürften. Ethereum beispielsweise beruhe auf einer wesentlich vielseitigeren Software und habe sich daher bereits als Plattform für Anbieter anderer digitaler "Token" etabliert. Ripple dagegen fungiere gegenwärtig vor allem als Blockchain-Dienstleister für Banken, so Bloomberg.

Die Digital-Währung, die dem Bitcoin am nächsten kommt, ist offensichtlich der Litecoin. Dabei handelt es sich um eine Krypto-Währung, die 2011 von dem ehemaligen Google-Software-Entwickler und Ex-Chef-Ingenieur der Plattform Coinbase, Charlie Lee, kreiert wurde.

Litecoin basiert auf einer Blockchain, die der des Bitcoin sehr ähnlich ist, heißt es in Fachartikeln. Mit allerdings zwei wichtigen Vorteilen: Erstens werden Transaktionen beim Litecoin deutlich schneller (nämlich vier mal so schnell) abgewickelt, als beim Bitcoin. Dadurch erhalten Investoren eine größere Flexibilität, wenn sie auf Marktentwicklungen reagieren wollen.


manager magazin und Mynd  erklären: So funktionieren Krypto-Währungen

Mynd


Und zweitens ist die Gesamtzahl der möglichen Litecoins auf immerhin 84 Millionen begrenzt, im Gegensatz zum Bitcoin, bei dem die maximale Menge von Anfang an auf die geringere Anzahl von 21 Millionen festgelegt wurde. Letzteres dürfte bedeuten, dass der Litecoin mit einer steigenden Nachfrage tendenziell länger wird mithalten können.

Litecoin-Preis steigt stärker als Bitcoin-Preis

Fotostrecke

Die wichtigsten Akteure der Digitalwährung: Diese Bitcoin-Köpfe müssen Sie kennen

Foto: AFP

Es gibt also einige Gründe, die für ein Investment in Litecoin sprechen, sollte jenes in Bitcoins zu riskant erscheinen. Tatsächlich berichtet auch das Tech-Blog t3n , dass der Litecoin-Preis häufig mit zeitlicher Verzögerung die Entwicklung des Bitcoin-Preises nachvollzieht. Einige Nutzer, die einen Ausstieg aus der Krypto-Währung planen oder im Ernstfall schnell realisieren wollen, wählen dafür offenbar den Umweg über Litecoin, heißt es auf der Website.

Investoren sollten allerdings noch eine weitere Eigenschaft der Krypto-Alternativen berücksichtigen: Wer den Bitcoin meiden will, weil ihm das Anlagerisiko dort zu groß erscheint, kommt bei Ethereum, Ripple oder Litecoin womöglich vom Regen in die Traufe. Auch diese Digitalwährungen sind schließlich im Preis bereits erheblich gestiegen. Und heftige Preisschwankungen sind dabei ebenfalls beinahe an der Tagesordnung.

Das zeigt sich gerade in diesem Jahr: Seit dem Jahresanfang ist der Preis von Ethereum bereits um 7800 Prozent gestiegen, und zwar mit erheblichen zwischenzeitigen Aufs und Abs. Bei Ripple beträgt der Preisanstieg seit Anfang Januar sogar mehr als 11.000 Prozent. Die Währung notiert allerdings lediglich im Dollar-Cent-Bereich, die Volatilität dort ist gewaltig.

Mit dem heißesten Bitcoin-Konkurrenten Litecoin schließlich ging es gerade in den vergangenen Tagen steil bergauf. Bei mehr als 300 Dollar erreichte die Krypto-Währung ein Allzeithoch, gab seither allerdings wieder etwas nach.

Die Preissteigerung des Litecoin im Jahr 2017 erscheint dennoch ebenfalls atemberaubend: Mit einem Plus von etwa 5800 Prozent stellt die Währung auch den viel beachteten Bitcoin in den Schatten. Bei letzterem stieg der Preis im laufenden Jahr bislang um "lediglich" 1700 Prozent.