Börse Dax kann Gewinne nicht halten

Nach dem jüngsten Kurssturz konnte der Dax seinen Erholungsversuch nicht bis zum Börsenschluss halten. Der Konflikt zwischen Taiwan und China beunruhigte die Märkte. Der Bitcoin rutscht wieder unter 20.000 US-Dollar.
Notiert wieder knapp unter der 13.000-Punkte-Marke: Der Dax hat nach seinem Erholungsversuch seine Gewinne nicht ganz halten können

Notiert wieder knapp unter der 13.000-Punkte-Marke: Der Dax hat nach seinem Erholungsversuch seine Gewinne nicht ganz halten können

Foto: Boris Roessler / dpa

Erholung verpufft: Hatte der deutsche Leitindex Dax  am frühen Nachmittag noch mit zwei Prozent im Plus gelegen, so stand am Ende des Handels ein Plus von 0,53 Prozent auf 12.961 Punkte zu Buche. Berichte über Warnschüsse des taiwanesischen Militärs auf zivile Drohnen lösten am Markt Sorgen um eine neuerliche Zuspitzung des Konflikts zwischen China und Taiwan aus. Die Drohnen sollen nach dem Beschuss Richtung China geflogen sein. Auch im MDax  und im EuroStoxx 50  schmolzen die Gewinne zum Börsenschluss in Frankfurt am Main wieder zusammen.

Im Blick stehen die Verbraucherpreise für Deutschland mit der ersten Schätzung für August. Die Inflation hierzulande beträgt rund 8 Prozent, weshalb die Europäische Zentralbank (EZB) genauso unter Druck steht wie die US-amerikanische Fed. Marktbeobachter rechnen daher mit einer deutlichen Zinsanhebung der EZB in der kommenden Woche. Die Rezessionssorgen dürften daher nicht kleiner werden.

Aktie von Porsche SE und Bayer-Aktien steigen

Die Aktien der Beteiligungsgesellschaft Porsche SE eroberten am Dienstag erneut die Spitze im Dax. Die Aktie befindet sich seit sechs Tagen im Aufwärtstrend, da Anleger auf einen erfolgreichen Börsengang des Sportwagenbauers Porsche AG wetten. Angeblich soll der Börsenwert der VW-Tochter Porsche AG aufgrund der hohen Nachfrage bei mehr als 80 Milliarden Euro liegen. Dies stützt das Papier der Beteiligungsgesellschaft Porsche SE, das seit Mitte der vergangenen Woche zweistellig zugelegt hat. Auch die Aktien von Volkswagen zogen um mehr als 2 Prozent an.

Ein weiterer Gewinner waren die Papiere von Bayer, die sich nach einem Kursrutsch am Vortag um 2 Prozent erholten wegen eines positiven Analystenkommentars.

Versorger unter Druck

Versorger-Aktien sind am Dienstag abermals unter Druck geraten. Die Debatte um die Regulierung der Strompreise verunsichert die Anleger. RWE verloren zuletzt drei Prozent, Eon gaben um 0,6 Prozent nach. Damit waren sie die schwächsten Werte im Dax. Am MDax-Ende rutschten die Anteile des Solar- und Windparkbetreibers Encavis um weitere 4,3 Prozent ab.

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US-Börsen drehen erneut ins Minus

Nach einer Talfahrt am Freitag und weiteren Verlusten am Montag sind die US-Börsen am Dienstag erneut nur verhalten in den Tag gestartet. Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,54 Prozent im Minus auf 31.926 Punkte. Am Vortag war der Dow Jones erstmals wieder seit Ende Juli kurzzeitig unter die Marke von 32.000 Punkten gesackt. Der technologielastige Nasdaq 100 startete erst leicht höher in den Handel, gab im Anschluss aber ebenfalls seine Gewinne komplett wieder ab. Für ihn ging es um 0,61 Prozent auf 12.407 Zähler nach unten.

Twitter Aktien geben weiter nach

Unter den Einzelwerten rücken die Twitter-Aktien in den Fokus, die vorbörslich eineinhalb Prozent einbüßten. Elon Musk legte mit neuen Argumenten beim Versuch nach, seine rund 44 Milliarden Dollar (43,9 Mrd Euro) teure Übernahme des Online-Dienstes abzublasen.

Best Buy sprangen nach Zahlen zum zweiten Quartal vorbörslich um etwas mehr als 12 Prozent hoch. Der Unterhaltungselektronik-Händler meldete einen geringer als befürchteten Umsatzrückgang und rechnet im laufenden dritten Jahresviertel mit einem nochmals geringeren Umsatzrückgang als im zweiten. Kohl’s und Target stiegen im Gefolge ebenfalls.

Nachbörslich werden Hewlett Packard Enterprise und HP Inc mit Quartalszahlen erwartet.

Asiatische Börsen uneinheitlich

Die Aktienmärkte in Asien haben sich nur teilweise von ihren deutlichen Vortagesverlusten erholt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg kurz vor Handelsende um gut ein Prozent. In China verlor der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen des chinesischen Festlands dagegen gut ein halbes Prozent. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone gab zuletzt knapp ein Prozent nach.

Bitcoin rutscht wieder unter 20.000 US-Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin fiel am Nachmittag auf 19.776 US-Dollar. Mitte Juni lag die Cyberdevise bei 17.600 US-Dollar auf ihrem Jahrestief. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geraten stark unter Druck

Die Ölpreise haben am Dienstag einen Teil ihrer deutlichen Aufschläge vom Vortag abgegeben. Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  100,11 US-Dollar. Das waren 4,98 Dollar weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 4,66 Dollar auf 92,35 Dollar.

Gedrückt wurden die Ölpreise durch Nachrichten aus dem Irak. Das staatliche irakische Ölunternehmen Somo teilte mit, dass die Ölexporte trotz der heftigen Konflikte im Land unverändert weiterliefen. Der politische Konflikt im Irak war in der Nacht zum Dienstag weiter in Gewalt umgeschlagen. Videos zeigten die Miliz Saraja al-Salam des einflussreichen Schiitenführers Muktada al-Sadr, die sich in der sogenannten Grünen Zone in Bagdad mit Iran-treuen Milizen schwere Kämpfe liefert. Der Irak ist ein wichtiges Ölförderland und Mitglied des Ölkartells Opec.

Am Montag hatten die Erdölpreise noch kräftig zugelegt. Auslöser waren Sorgen über das ohnehin knappe Angebot. Neben den Unruhen im Irak beunruhigt auch die Lage in Libyen die Märkte. "Es kam am Wochenende in der libyschen Hauptstadt Tripolis zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit mehreren Todesopfern, was neue Zweifel an der Stabilität des Landes und damit auch der Ölproduktion in Libyen aufkommen lässt", schreibt Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. Die Produktion hatte sich dort nach monatelanger Blockade von Ölfeldern und Ölhäfen gerade erst wieder normalisiert.

Begrenzt werden die Preisaufschläge durch die Nachfrageseite. Dort herrscht die Sorge vor, dass die erwartete deutliche Abkühlung der globalen Konjunktur den Bedarf an Rohöl, Benzin und Diesel spürbar verringern könnte. Ungeachtet dessen bewegen sich die Ölpreise immer noch auf hohem Niveau, was vor allem auf den Ukraine-Krieg und scharfe Sanktionen westlicher Länder gegen Russland zurückgeht.

Mit Nachrichtenagenturen
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