Kryptowährung Dogecoin–Investor verklagt Musk auf 258 Milliarden US-Dollar

Dogecoin war ursprünglich als Persiflage auf Kryptowährungen gedacht. Dann entdeckte Elon Musk die Münze mit dem Hundelogo und entfachte ein Kursfeuerwerk. Davon ist allerdings nicht mehr viel übrig. Ein Investor fordert nun Schadensersatz von Musk – und zwar mehr, als der Milliardär überhaupt besitzt.
Mag die süßen Hunde: Tesla-Chef Elon Musk hat mit seinen Tweets den Preis für das Digitalgeld hochgetrieben

Mag die süßen Hunde: Tesla-Chef Elon Musk hat mit seinen Tweets den Preis für das Digitalgeld hochgetrieben

Foto: Dado Ruvic / REUTERS

258 Milliarden US-Dollar – das ist grob der Hälfte des deutschen Bundeshaushaltes. Auf so viel Geld verklagt ein geprellter Kryptowährungsinvestor Tesla-Chef Elon Musk (50). Selbst für den reichsten Mann der Welt ist diese Summe kaum aufzubringen, denn sie übersteigt sein aktuelles Vermögen, das von "Forbes " derzeit "nur" auf 201 Milliarden Dollar geschätzt wird. Doch dass der Investor mit seiner Klage und seiner Forderung Erfolg hat, ist höchst unwahrscheinlich.

Der Vorwurf des Krypto-Investors lautet: Musk soll Teil eines illegalen Schneeballsystems sein. Der Milliardär sowie seine Unternehmen Tesla und SpaceX hätten den Preis für das Digitalgeld hochgetrieben und dann abstürzen lassen, hieß es in einer Schrift, die im Namen von Keith Johnson am Donnerstag bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde. "Die Beschuldigten wussten seit 2019, dass Dogecoin keinen Wert hat, haben aber trotzdem für Dogecoin geworben, um von seinem Handel zu profitieren." Musk habe seinen Status als reichster Mann der Welt genutzt, um "für Profit, Aufmerksamkeit und zur Belustigung das Dogecoin-Schneeballsystem zu betreiben und zu manipulieren". Johnson strebt eine Sammelklage für alle an, die Geld mit Dogecoins verzockt haben.

In dem Text wird auf Aussagen von Investoren wie Warren Buffett (91) und Technologie-Experten wie Bill Gates (66) verwiesen, die den Wert von Kryptowährungen grundsätzlich infrage stellen. Johnson will Schadensersatz in dreifacher Höhe von 86 Milliarden Dollar einklagen, was den Rückgang des Marktwertes von Dogecoin seit Mai 2021 entspreche. Zudem sollen Musk und seine Konzerne von dem Gericht untersagt werden, Werbung für Dogecoin zu machen. Auch soll der Handel mit der Kryptowährung als eine Form des Glücksspiels eingestuft werden. Ob und inwiefern die Klage zugelassen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Stellungnahmen der jeweiligen Anwälte und Vertreter lagen zunächst nicht vor.

Dogecoin ist eine seit 2013 existierende Digitalwährung, die auf dem zum Internetphänomen avancierten Spaßbild einer japanischen Hundeart basiert und bei der es sich eigentlich um einen Witz handeln sollte. Angetrieben von Promis wie Musk, dem bei Twitter gut 98 Millionen Nutzer folgen, entwickelte sie sich 2021 zeitweise zu einem der heißesten Spekulationsobjekte auf dem Finanzmarkt und erreichte im damaligen Mai ein Rekordhoch von 74 Cent. Zuletzt war sie nur noch rund 5 Cent wert.

Im allgemeinen Abverkauf an den Börsen ist im Zuge von Inflations- und Rezessionssorgen zuletzt auch der Kryptomarkt heftig eingebrochen. Nicht nur Dogecoin, auch etablierte und größere Cyberanlagen wie Bitcoin oder Ether haben massiv an Wert eingebüßt. Kritiker warnten bei Dogecoin schon lange vor Tendenzen eines Schneeballsystems, bei dem Gewinne nur durch frische Mittel neuer Anleger möglich sind. Selbst bekannte Krypto-Fans hatten Zweifel. Bitcoin-Milliardär Mike Novogratz (57) etwa sagte 2021: "Es ist gefährlich – wenn der Enthusiasmus nachlässt, könnte es steil bergab gehen".

mg/Reuters, dpa-afx