Börse Kriegsangst drückt Dax, Bitcoin stürzt ab

Kriegsangst drückt die Börsen: Der Dax taumelt abwärts und schließt nur knapp über der Marke 15.000 Punkten. Dow Jones und Nasdaq geben ebenfalls nach. Die Kryptowährung Bitcoin stürzt unter die Marke von 40.000 US-Dollar. Gold notiert nahe 8-Monats-Hoch.
Schwankungen an der Börse: Der Dax steht im Bann der Ukraine-Krise

Schwankungen an der Börse: Der Dax steht im Bann der Ukraine-Krise

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Die Angst vor einem Krieg in der Ukraine hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag einmal mehr in Mitleidenschaft gezogen. Dax  und EuroStoxx 50  drehten am Freitagnachmittag ins Minus. Der deutsche Leitindex Dax  weitete seine jüngsten Verluste aus und beendete den Xetra-Handel (17.30 Uhr) 1,5 Prozent tiefer bei 15 042 Punkten. Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Minus von 2,5 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte büßte am Freitag 1,25 Prozent auf 32 972,66 Punkte ein.

Auch das längere Wochenende in den USA, wo am Montag wegen eines Feiertages nicht gehandelt wird, sorgte für Zurückhaltung. Anleger gehen mit Blick auf die Ukraine keine Risiken ein: Zu viel kann in dieser Zeit passieren.

Auch die US-Börsen starteten am Freitag im Minus. Die Kryptowährung Bitcoin stürzte unter die Marke von 40.000 US-Dollar.

Der Markt bewegt sich seit Tagen zwischen der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung der Krise und der Furcht vor einer Invasion Russlands in das Nachbarland. Am Freitagnachmittag sorgte die Meldung für Verunsicherung, dass die moskautreuen Separatisten wegen der Gefahr einer militärischen Eskalation in der Ostukraine Zivilisten zur Flucht in das Nachbarland Russland aufgefordert haben.

Dax

Goldpreis auf Achtmonatshoch

Etwas Hoffnung auf eine diplomatische Lösung keimte angesichts der Tatsache auf, dass US-Außenminister Antony Blinken einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow zugestimmt hat. Das Treffen soll Ende nächster Woche stattfinden, sofern Russland nicht in die Ukraine einmarschiert.

Der Goldpreis, der gern als sicherer Hafen angesteuert wird, erreichte am Freitagmorgen mit 1904 US-Dollar je Feinunze das höchste Niveau seit acht Monaten. Anschließend gab er wieder leicht nach und notierte zuletzt bei 1885 Dollar je Feinunze.

Bayer im Plus, Allianz gibt nach

Unter den Einzelwerten steht die Allianz mit Jahreszahlen im Fokus, die laut dem Marktexperten Andreas Lipkow von der Comdirect nicht überzeugen konnten. Zudem kommt ein Rechtsstreit in den USA den Versicherungskonzern teuer zu stehen. Trotz der Ankündigung einer höheren Dividende verloren die Aktien am Freitag rund 2 Prozent.

Bayer hob nach ermutigenden Daten zum Prostatakrebsmittel Nubeqa seine Umsatzerwartungen an das Medikament kräftig an. Die Aktien legten im Dax in der Spitze 3,1 Prozent auf 55,74 Euro zu und waren damit so teuer wie seit neun Monaten nicht mehr. Im späten Handel gab die Bayer Aktie jedoch einen Großteil der Gewinne wieder ab. Der Studienerfolg bei dem Mittel gegen Prostatakrebs lässt Anleger auch bei der finnischen Pharmafirma Orion zugreifen. Die Aktien schnellen in der Spitze um 26,1 Prozent in die Höhe. Bayer hat das Mittel zusammen mit Orion entwickelt.

Renault Aktie gefragt, Frachtschiff mit 4000 VW Autos an Bord brennt

An der Pariser Börse erfreute Renault die Anleger nach zwei Verlustjahren mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Der Autokonzern will nun Staatshilfen, die er in der Corona-Pandemie in Anspruch genommen hat, vorzeitig zurückzahlen. Die Titel kletterten um fast fünf Prozent in die Höhe.

Die im Dax notierten Aktien von BMW und Mercedes gewannen im Zuge der Renault-Zahlen ein halbes Prozent. Papiere von Volkswagen dagegen rutschten um fast ein Prozent ab - Bloomberg berichtete, dass ein Frachter mit 4000 Autos des Konzerns - darunter 1100 Porsche - auf dem Atlantik Feuer gefangen hat. Die Besatzung hat das Riesenschiff verlassen.

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Wall Street startet mit Verlusten

Nach zwischenzeitlich leicht positiven Signalen im Konflikt zwischen Russland und dem Westen nimmt an den Finanzmärkten die Furcht vor den Folgen eines Einmarsches Russlands in die Ukraine weiter zu. Der Dow Jones gab im frühen Handel 0,3 Prozent auf 34 240 Punkte nach. Wegen des Feiertags am Montag wollen Anleger mit Blick auf die Ukraine keine Risiken eingehen. Der technologielastige Nasdaq 100 setzte ebenfalls seinen Kursrutsch fort und verlor zuletzt 0,5 Prozent. Anleger meiden risikoreiche Assets wie die hoch bepreisten Techwerte.

Unternehmensseitig im Fokus stehen die Chemiekonzerne Celanese und Dupont , deren Aktien um 2,8 Prozent und 4,1 Prozent zulegten. Celanese kauft dem Rivalen Dupont dessen Spezialkunststoff-Sparte für 11 Milliarden US-Dollar (9,7 Mrd Euro) in bar ab. Die Papiere von Deere & Co. gewannen 1,2 Prozent, denn das Ergebnis je Aktie des Landmaschinenherstellers war im ersten Geschäftsquartal 2021/22 besser als von Analysten befürchtet ausgefallen. Zudem hob Deere sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr an.

Nasdaq

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Bitcoin fällt unter Marke von 40.000 US-Dollar

Andere riskante Anlagen wie Kryptowährungen notierten ebenfalls deutlich im Minus. Der Bitcoin baute seine Verluste aus und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei rund 39.400 US-Dollar. Das ist ein Minus von rund 7 Prozent gegenüber dem Vortag. Andere Kryptowährungen zeigten sich ebenfalls deutlich schwächer.

Bitcoin

Ölpreis fällt leicht

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gefallen. Sie entfernten sich damit weiter von ihren unlängst markierten Höchstständen seit dem Jahr 2014. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 92,79 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 33 Cent auf 91,43 Dollar.

Brent

Am Rohölmarkt stehen derzeit zwei Themen im Mittelpunkt: die Ukraine-Krise und das iranische Atomabkommen. Im Ukraine-Konflikt hat zuletzt die Aussicht auf weitere Verhandlungen für etwas Erleichterung gesorgt. Mit Blick auf den Iran spekulieren Marktteilnehmer auf zusätzliches Erdöl aus dem Opec-Land. Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen über die Wiederbelebung des Atomabkommens. Ein neues Abkommen könnte die Rücknahme von US-Sanktionen gegen den Ölsektor des Landes nach sich ziehen.

Mit Nachrichtenagenturen