Erholung an der Börse Dax im Plus, Bitcoin steigt über 50.000 US-Dollar

Der Dax erholt sich von seinen Vortagesverlusten und schließt deutlich über 15.000 Zählern - auch dank guter US-Daten. Die Kryptowährung Bitcoin klettert deutlich über die Marke von 50,000 US-Dollar.
Bitcoin: Die Kryptowährung klettert über 50.000 US-Dollar auf ein Vierwochenhoch

Bitcoin: Die Kryptowährung klettert über 50.000 US-Dollar auf ein Vierwochenhoch

Foto: Cristobal Herrera-Ulashkevich / epa

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag von seinen klaren Vortagesverlusten erholt und im Sog der festeren Wall Street merklich zugelegt. Nach drei Verlusttagen in Folge schloss der Dax  mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 15.194 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Börsenwerte gewann 0,6 Prozent auf 34.022 Zähler.

Dax

Die US-Börsen erhielten einen Schub von unerwartet starken US-Konjunkturdaten. So hellte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA im September überraschend auf. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) stieg im Vergleich zum Vormonat, während Experten mit einem Rückgang gerechnet hatten.

Entsprechend stieg der Dow Jones Industrial  in New York zuletzt um rund 1,3 Prozent. Auch für die anderen europäischen Leitbörsen ging es am Dienstag aufwärts. So rückte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  um 1,73 Prozent auf 4065,43 Punkte vor. Der Pariser Cac 40 kletterte um rund 1,5 Prozent und der Londoner FTSE 100 um rund 0,9 Prozent nach oben.

Infineon erhöht Prognose

Ungeachtet des aktuellen Auftriebs steht der Aktienmarkt nach Einschätzung von Axel Botte, Marktstratege beim Investmenthaus Ostrum Asset Management, vor einem schwierigen Herbst: "Angesichts stark steigender Energiepreise, Wachstumsschwierigkeiten in China und schwacher Konjunkturumfragen müssen Anleger im vierten Quartal mit höheren Kursschwankungen rechnen." Die in diesem Jahr bislang erfolgreich gewesene Strategie mancher Investoren, bei Kursrücksetzern zuzukaufen, komme an ihre Grenzen.

Positive Nachrichten kamen von Infineon : Der Halbleiterhersteller erwartet auch für das kommende Geschäftsjahr steigende Umsätze und Ergebnisse. Die Ziele lägen über den gegenwärtigen Erwartungen der Analysten, schrieb Sandeep Deshpande von der US-Investmentbank JPMorgan. Infineon profitiert derzeit von der boomenden Nachfrage nach Chips. Die Aktien des Halbleiterherstellers stiegen als größter Gewinner im Dax um 4,8 Prozent.

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Demgegenüber trifft die oft coronabedingte Knappheit von Computerchips in vielen Bereichen der Wirtschaft immer mehr Unternehmen. So brach bei dem IT-Leasingspezialisten Grenke  das Neugeschäft ein. Ursache dafür waren dem Unternehmen zufolge globale Lieferengpässe, vor allem bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik. Die Aktien knickten um 6,7 Prozent ein.

Die Papiere von Hellofresh  stoppten ihren jüngsten Kursrutsch und zogen um 3,6 Prozent an. Trotz massiver Investitionen sei der Kassenbestand des Kochboxenanbieters so üppig, dass eine Beteiligung der Anleger über Aktienrückkäufe vor der Tür stehen könnte, schrieb Analystin Sarah Simon von der Privatbank Berenberg.

Am MDax-Ende büßten die Anteilscheine von Rational 4,8 Prozent ein. Wegen Lieferproblemen stehe bei dem Großküchenausstatter ein Fragezeichen hinter tausenden Ofen-Auslieferungen, schrieb Analyst Sebastian Kuenne von der kanadische Bank RBC.

Bitcoin knackt Marke von 50.000 US-Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin setzte ihre Erholung am Dienstag fort und profitierte weiterhin von den wachsenden Inflationssorgen der Anleger. Bis zum Abend legte der Bitcoin um rund 3 Prozent zu und knackte damit erstmals seit vier Wochen wieder die Marke von 50.000 Dollar. Am späten Abend ließ Bitcoin sogar die Marke von 51.000 US-Dollar hinter sich.

Der Kurs der Cyberdevise hatte sich bereits am Freitag deutlich erholt. Auch andere Kryptowerte wie Ether, Cardano oder XRP legten erheblich zu. Der Marktwert aller rund 12 000 Kryptoanlagen stieg wieder über die Marke von zwei Billionen Dollar.

Bitcoin

Ein Ausverkauf bei Kryptowährungen hatte die älteste und größte Cyberdevise im September bis auf 40.596 Dollar gedrückt. Positiv aufgenommene Kommentare von Regulierungsbehörden stimmten die Anleger zuletzt wieder zuversichtlicher. "Das Bekenntnis der Fed zu Kryptowährungen ist Wasser auf die Mühlen der Investoren", sagte Analyst Timo Emden vom gleichnamigen Analysedienst. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte zugesagt, Digitalwährungen zwar regulieren, aber nicht verbieten zu wollen.

Die Haltung ist wesentlich moderater als die Bestrebungen der politischen Führung Chinas, die privatwirtschaftlichen Digitalwährungen sehr kritisch gegenüber steht. Erst vor wenigen Tagen hatte die chinesische Zentralbank betont, dass der Handel mit Kryptowerten illegal sei. China strebt seit längerem eine eigene, staatlich kontrolliere Digitalwährung an. Der Digital-Yuan gilt in der Entwicklung als weit fortgeschritten und wird bereits in der Praxis getestet.

Robuste US-Konjunkturdaten drücken Euro-Kurs

Der Euro hat am Dienstag etwas nachgegeben. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1590 US-Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch über 1,16 Dollar notiert. Vergangene Woche war der Euro mit 1,1563 Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli 2020 gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1602 (Montag: 1,1636) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,86192 (0,85940) Euro. Etwas belastet wurde der Euro auch durch robuste Konjunkturdaten aus den USA.

US-Börsen: Dow Jones und Nasdaq klar im Plus

Die US-Börsen sind am Dienstag auf Erholungskurs gegangen. Unterstützung kam kurz nach dem Handelsstart von den besser als erwartet ausgefallenen Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungsgewerbe. Marktbeobachter sehen in den steigenden Kursen dennoch eher eine Gegenreaktion nach dem Rückschlag zum Wochenauftakt. Die Erholung sei vor allem von den zuletzt besonders schwachen Technologiewerten getragen, heißt es. Der Markt bleibt ihnen zufolge also erst einmal weiter angeschlagen.

Nasdaq

Facebook-Aktie startet Erholungsversuch

An der Wall Street stand erneut Facebook im Rampenlicht. Der stundenlange Ausfall der Dienste Facebook, Instagram und WhatsApp schürte Kritik an der Vorherrschaft des Online-Netzwerks. "Zudem dürften die Enthüllungen über fragwürdige Geschäftspraktiken den regulatorischen Druck erhöhen und die Reputation weiter schädigen", warnte DZ Bank-Analyst Ingo Wermann. Eine frühere Facebook-Managerin sollte am Dienstag dazu im US-Kongress angehört werden. Die Aktien des Konzerns gewannen 1,7 Prozent, nachdem sie am Montag um knapp fünf Prozent gefallen waren.

Ölpreise steigen nach Opec-Treffen weiter

Die Ölpreise haben am Dienstag erneut deutlich zugelegt. Ein knappes Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage trieb an. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,07 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit drei Jahren. Das waren 1,82 Dollar mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,85 Dollar auf 79,47 Dollar. Dies ist der höchste Stand seit dem Jahr 2014.

Brent

Am Montag hatten die Ölpreise kräftig zugelegt, nachdem der Ölverbund Opec+ dem Ruf nach einer stärkeren Förderausweitung nicht nachgekommen war. Die 23 Länder des Förderverbunds Opec+ hatten am Montag ihren Kurs bestätigt, der eine Produktionsausweitung im November um 400 000 Barrel je Tag vorsieht. Viele Experten halten das für zu wenig, da die Nachfrage konjunkurbedingt hoch ist und Engpässe in der Erdölversorgung bestehen.

mit Nachrichtenagenturen
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