Samstag, 30. Mai 2020

George Soros Gold zum Geburtstag

George Soros: Milliardenschwer und skandalumwittert

Anlegerlegende George Soros ist heute 84 Jahre alt geworden. Jüngst hatte Soros zum Einstieg bei Gold geraten. Ein Blick auf den Investmentguru und seine Methoden.

Gold ist für George Soros derzeit offenbar wieder mehr als nur einen Gedanken wert. So soll er seine Positionen im Goldsektor zuletzt ausgebaut haben - vor allem durch Käufe von Minenaktien, die in der Regel stärker von einer Kurserholung des Edelmetalls profitieren.

Ein goldenes Händchen hat Soros indes schon in der Vergangenheit gezeigt. Das Erfolgsrezept des gebürtigen Ungarn klingt dabei stets ganz einfach. "Wenn ich eine Blase in der Entwicklung sehe, stürze ich los und kaufe - und gieße damit Öl ins Feuer", berichtet "The Irish Times". Mit dieser Einstellung hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Denn Soros setzt nicht nur auf steigende Aktienkurse, sondern auch auf fallende Märkte.

Dieses so genannte Short Selling hat in Deutschland einen üblen Ruf. Es soll, so die allgemeine Wahrnehmung, Kursschwankungen verstärken. Der Fairness halber muss allerdings angemerkt werden, dass die deutsche Regierung in der Finanzkrise zwischenzeitlich das Shorten von Bankaktien verboten hatte, um die Marktschwankungen zu reduzieren - indes ohne Erfolg. Die Börsen blieben wackelig.

Hohe Gewinne durch Spekulationen auf einen fallenden Yen

Soros selbst soll mit seinem Fonds im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Dollar verdient haben - indem er auf ein Fallen des japanischen Yen spekulierte. Bekannter geworden ist eine andere seiner Währungspekulationen. Im September des Jahres 1992 setzte er auf ein Fallen des britischen Pfund. Und verfolgte seine Strategie so offensiv, dass die Bank of England (BoE) die Währung deutlich abwerten musste und das ERM, ein System von Wechselkursen, die nur innerhalb einer festen Bandbreite schwanken durften, verlassen musste.

Vermutlich wegen der damit verbundenen Kritik versucht Soros auch immer, seine philantropische Seite zu betonen. Er hat mehrere Stiftungen ins Leben gerufen, zum Beispiel die Open Society Foundations und die Soros Foundation. Und er positioniert sich als Denker, sieht sich als Schüler des Philosophen Sir Karl Popper. Außerdem begleitet er zum Beispiel die Euro-Krise kritisch und fordert vor allem von Deutschland mehr Hilfe für Südeuropa - politische Äußerungen von Soros zur Zukunft des Euro und der Euro-Zone sind daher stets mit Vorsicht zu genießen, da Soros als Investor auch eigene Interessen verfolgt.

Soros selbst sagt, er sei "sehr vorsichtig" - immerhin sei die Folge seiner Investitionen, dass auf einem herumgetrampelt werden könne. In aller Regel sei der "trend your friend", der Trend also Freund des Anlegers. Doch zu den Zeiten, in denen der Trend kippt, "können Investoren verletzt werden." Nicht immer kommt das bei seinen Zuhörern an. Auch sein eigener Sohn Robert sagte, als Kind habe sein Vater ihm versucht zu erklären, was er mache. Die Hälfte klang in seinen Ohren nach Unfug, blickte Robert zurück.

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