Mittwoch, 27. Mai 2020

US-Starinvestor warnt vor zwischenzeitlicher Erholung an den Märkten Jim Rogers erwartet "schlimmsten Bärenmarkt meines Lebens"

US-Starinvestor Jim Rogers (Bild Archiv)
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US-Starinvestor Jim Rogers (Bild Archiv)

Die internationalen Aktienmärkte scheinen sich von ihrem Rekordtief Mitte März ein wenig zu erholen. Doch der Handel bleibt stark volatil, Rückschläge mit mehreren Prozentpunkten wie zum Beispiel im Dax Börsen-Chart zeigen an diesem Mittwoch weisen darauf hin: Die Investoren sind nach wie vor stark verunsichert, ein Ende der Corona-Krise ist nicht absehbar.

Folgt man US-Starinvestor Jim Rogers, sollten sich Anleger von der jüngsten Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten auch nicht täuschen lassen. Der nächste Kurseinbruch werde nicht lange auf sich warten lassen: Sich weiter stark auftürmende Schulden, dauerhaft niedrige Zinsen und geschwächte Unternehmen quasi als dreifacher Schaden, den die Corona-Krise hinterlassen wird, würden eine nachhaltige Erholung der Aktienmärkte verhindern, ist Rogers überzeugt.

"Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren den schlimmsten Bärenmarkt meines Lebens erleben werden", sagt Rogers im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der milliardenschwere Investor, der in den 1970er Jahren zusammen mit George Soros den berühmten Quantum-Hedgefonds gründete, hatte bereits 2018 von einer bevorstehenden Baisse gesprochen. Nun, da der Shutdown viele hochverschuldete Unternehmen derzeit besonders trifft, seien seine Bedenken noch mehr gewachsen.

Rogers: Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft werden anhalten

Die Auswirkungen des Virus auf die Volkswirtschaften "werden nicht schnell vorbei sein, denn es ist viel Schaden entstanden. Eine gigantische Menge an Schulden ist hinzugekommen", betont der Investor und Rohstoffexperte in dem Interview.

Dass Anleger jetzt in Unternehmen mit einem geringeren Verschuldungsgrad investierten, wundere ihn daher nicht. Auch Unternehmen mit einem hohen Marktanteil und zugleich geringerem Verschuldungsgrad könnten seiner Einschätzung nach relativ unbeschadet aus der Krise hervorgehen.

Eigenen Aussagen zufolge halte Rogers aktuell hohe liquide Mittel in US-Dollar, zudem einige chinesische und russische Aktien. Überdies erwäge er, in japanische Titel zu investieren. Auch könne er sich vorstellen, in einigen der derzeit besonders gebeutelten Sektoren wie Tourismus, Transport und Fluggesellschaften Aktien zu kaufen. Genaue Angaben machte Rogers in dem Gespräch aber nicht.

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