Mittwoch, 8. April 2020

Börsenprofi Markus Zschaber erklärt Diese Firma sorgt für Durchblick im Steuer-Dschungel

Auch für Unternehmen wichtig: Wer das Steuer-Thema durchblickt, kann viel Geld sparen.

Vor allem kleine Unternehmen leiden unter komplexen Steuer-Regimes, die Software von Intuit schafft dabei Abhilfe. Und nebenbei ist das Unternehmen auch ein Liebling der Anleger.

Womöglich haben auch Sie schon hin und wieder gedacht, dass die Steuergesetzgebung sehr umfangreich gestaltet ist und es in der Regel eher nüchtern zugeht. Dennoch gibt es auch hier große Unterschiede zwischen Groß und Klein. Sicher, vor dem Gesetz sind alle gleich, doch die Möglichkeiten multinationaler Unternehmen bei der Steuergestaltung sind ungleich größer als die des Mittelstandes oder gar kleiner Handwerksbetriebe. Wie eine Untersuchung "Die Auswirkungen von Steuern auf kleine Unternehmen" von Plum Consulting im Auftrag des Softwareanbieters Sage gezeigt hat, haben kleine Unter-nehmen im Verhältnis zu ihrem Gewinn den größten Aufwand bei der Steuerbuchhaltung. Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern wenden demnach doppelt so viel Zeit für Steuerfragen auf, als Betriebe zwischen 100 und 499 Mitarbeitern. Konkret gehen bei kleinen Unternehmen rund 4 Prozent der Arbeitszeit für die Steuer drauf - gepaart mit den deutlich geringeren Möglichkeiten der Gestaltung ist das eine große Last.

Markus Zschaber

Bei Intuit läuft der Kurs wie am Schnürchen

Doch es gibt Auswege: Die Experten von Sage verweisen auf die Möglichkeiten der Automatisierung. Gerade in der Buchhaltung könnten moderne IT-Systeme dabei helfen, Zeit und somit unter dem Strich auch Geld zu sparen. Mögliche Anwendungsfälle liegen beispielsweise in der automatisierten Erfassung von Belegen. Mittels maschinellen Lernens könnten auf diese Weise sogar Flüchtigkeitsfehler vermieden und Ungereimt-heiten automatisch erkannt werden. Was wie Zukunftsmusik klingt, beschäftigt Start-ups und etablierte Unternehmen schon heute.

Während Start-ups eher Investments für erfahrene Anleger mit tiefem Fachwissen und entsprechend großem Geldbeutel sind, sieht das bei Aktiengesellschaften schon anders aus. Diese haben neben Zukunftstechnologie häufig ein Brot-und-Butter-Geschäft, das allein ein Investment rechtfertigt. Eines dieser vielversprechenden Unternehmen ist der US-Softwarehersteller Intuit. Die Gesellschaft hat sich auf Software in den Bereichen Steuern und Finanzen spezialisiert und steht für Titel wie Quicken oder auch TurboTax.

Mit dieser Software wendet sich Intuit neben Privatkunden in erster Linie an kleine Unternehmen und versucht so, aus dem Steuer-Dickicht Kapital zu schlagen. Bei der Zielgruppe scheint das gut anzukommen. In den letzten Quartalen wuchs das Ergebnis zweistellig. Auch die Rendite kann sich sehen lassen: Seit 2010 hat sich der Kurs rund verfünffacht.

Kundenzentriert zum Erfolg

Obwohl die Bewertung bereits ambitioniert ist, spricht einiges dafür, dass die Aktie von Intuit auch mittel- und langfristig noch weitere Luft nach oben hat. Das Unternehmen hat die Bedürfnisse der Kunden erkannt und vermittelt seit Kurzem auch Steuerexperten. Direkt über die Software können Kunden so entscheiden, ob sie Hilfe benötigen und Unterlagen auf Wunsch von echten Profis ausfüllen lassen. Gerade dann, wenn das eigentliche Geschäft brummt, kann das für kleine Unternehmen eine große Entlastung sein. Man denke nur an deutsche Handwerksbetriebe. Aktuell gibt es diesen Service zwar noch nicht überall, doch ist die Idee wegweisend. Neben der Einbindung echter Experten setzt Intuit auch auf automatisierte Helfer. Anhand von Kennzahlen erkennt die Software Trends und warnt Nutzer rechtzeitig vor negativen Entwicklungen. Auch hier liegen die Vorteile für Kunden auf der Hand: Probleme und Fallstricke in Steuerfragen sind vor der Frist in der Regel leichter aus der Welt zu schaffen als danach.

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Dividende als kleines Zubrot

Intuit ist in Deutschland nicht sehr bekannt, ist aber ein echter Hidden Champion. Neben dem Ergebniswachstum soll in den nächsten Quartalen auch der Umsatz zweistellig zulegen. Die Dividendenrendite fällt zwar mit rund 0,8 Prozent überschaubar aus, doch sollte dieser Umstand Anleger nicht schrecken - hier zählt allein das Wachstum. Und das ist mehr als ordentlich. Derzeit haben wir das Unternehmen auf der internen sogenannten "Watchlist" und werden prüfen, wann die Aktie ein Bestandteil unsere Kundendepots wird.

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