Samstag, 24. August 2019

Börsenprofi Markus Zschaber erklärt Mit Intel die Zukunft im Depot

Wenn man Zukunftstechnologie einem Chiphersteller zutraut, dürfte Intel in erster Reihe stehen

Das Potenzial im Bereich Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz ist groß. Intel hat hier bereits einen Fuß in der Tür.

Haben Sie auch schon ein Haushaltsgerät, das online ist? Zugegeben: Auch ich tue mich ein wenig schwer mit "intelligenten" Kühlschränken oder Küchengeräten, die Rezepte downloaden. Viel weiter ist dagegen die Industrie. Wie eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom zeigt, ist ein Viertel der Industriemaschinen bereits online - Tendenz deutlich steigend. Rund 5 Prozent des Umsatzes der Industrie fließen in Investitionen in das Internet der Dinge. Dass daraus großes Potenzial entsteht, liegt auf der Hand.

Markus Zschaber

3,5 Milliarden Dollar Umsatz mit Internet der Dinge

Doch die Trends von morgen sind nicht selten ein tückisches Investment. Es gibt einige kleine Unternehmen, die mit Schlagworten, wie Künstliche Intelligenz oder Internet der Dinge hausieren gehen, um Anleger anzulocken. Was dann am Ende dabei rumkommt, ist nicht selten ziemlich vage. Ein solches Investment eignet sich für Privatanleger nur, wenn sie die zugrundeliegende Technologie beurteilen können und auch die Konkurrenz stets im Blick haben. Wer aber weder Branchenkenner noch Ingenieur ist, sollte Abstand davon nehmen, kleine Unternehmen identifizieren zu wollen, die "das nächste große Ding" versprechen. Warum? Weil es unterm Strich deutlich bessere Alternativen gibt.

Statt als Privatanleger in tiefen Gewässern nach Perlen zu tauchen, bieten sich bewährte Unternehmen an. Im Bereich des Internet der Dinge ist Intel ein gutes Beispiel. Schon heute macht der Weltmarktführer bei Computerchips rund 3,5 Milliarden US-Dollar Umsatz allein mit dem Internet der Dinge. Mittel- bis langfristig soll dieser Anteil sukzessive wachsen. Aktuell fokussiert sich Intel darauf, seine Produkte noch energiesparender und effizienter zu machen. Auch Echtzeitdaten spielen dabei eine wachsende Rolle. Diese sind vor allem dann von Bedeutung, wenn Maschinen miteinander interagieren sollen.

Schwindende PC-Absätze nur vorübergehendes Phänomen

Stichwort Interaktion: Wenn Maschinen noch enger miteinander vernetzt werden, steigt die Effizienz von Produktionsabläufen. Unterm Strich sorgt das für mehr Rentabilität. Unternehmen, die wie Intel Lösungen bieten, die künftiges Wachstum sichern, sollten ebenfalls hübsche Wachstumsraten erzielen. Dabei kann sich Intel auf seine starke Marke und den Umstand verlassen, dass die Chips vom Marktführer schon heute in vielen Geräten verbaut sind. Wenn man Zukunftstechnologie einem Chiphersteller zutraut, dann dem Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara.

Aktuell kämpft der Chipkonzern zwar mit der sinkenden Nachfrage nach klassischen Computerchips - viele Privatnutzer setzen verstärkt auf das Smartphone denn auf den PC, doch sollte diese Schwäche nur von überschaubarer Dauer sein. Die digitale Zukunft hat gerade erst begonnen. Dutzende Endgeräte warten nur darauf, vernetzt zu werden. Von den Produktionsprozessen der Industrie ganz zu schweigen. Schwindende Umsätze bei PCs sind angesichts des großen Potenzials nur ein vorübergehendes Phänomen.

Wer langfristig denkt, kann sich diesen kleinen Rückschlag sogar zu Nutze machen. Vor einigen Wochen musste Intel seine Prognose für 2019 nach unten anpassen. Dies sorgte auch im Chart für eine kleine Delle. Aktuell steht Intel in etwa so da, wie vor rund zwölf Monaten. Nimmt man allerdings die langfristige Perspektive ein, zeigt sich, auf welchem Weg der Chip-Gigant tatsächlich ist. Auf Sicht von fünf Jahren sorgte Intel für einen Kursgewinn von rund 87 Prozent. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von etwa 2,8 Prozent, die zwar nicht in Stein gemeißelt ist, aber doch recht sicher erscheint. Schließlich schüttet das US-Unternehmen seit 1992 beständig aus.

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Dividende versüßt das Warten

Anleger mit einem Faible für Zukunftstechnologie können sich den Rückschlagkandidaten des Jahres 2019 durchaus etwas genauer ansehen. Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt und das Geschäft mit Prozessoren solide. Hinzu kommt das enorme Potenzial eines Marktführers, der gerade dabei ist, ein ertragreiches Wachstumsfeld für sich abzustecken. Das Internet der Dinge birgt nicht nur in der Industrie großes Potenzial. Intel hat das Knowhow und die starke Marke, um davon zu profitieren. Wann vernetzte Geräte allgegenwärtig sein werden, wissen wir nicht. Mit einer Aktie wie Intel im Depot, können Anleger angesichts der soliden Dividende aber entspannt auf den großen Durchbruch warten.

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