Immobilienkonzerne Vonovia wird größter Anteilseigner bei Adler-Gruppe

Der Immobilienkonzern Vonovia sichert sich im Zuge einer Pfandverwertung 20,5 Prozent am strauchelnden Rivalen Adler Group. Die Aktien stammen vom Adler-Großaktionär Aggregate Holdings, der einen Kredit nicht bedienen konnte. Offen ist, was Vonovia mit den Aktien vorhat.
Und plötzlich Großaktionär: Noch ist unklar, wie Vonovia-Chef Rolf Buch mit den Anteilen der Adler Group weiter verfahren wird

Und plötzlich Großaktionär: Noch ist unklar, wie Vonovia-Chef Rolf Buch mit den Anteilen der Adler Group weiter verfahren wird

Foto: Catrin Moritz / Vonovia

Der Wohnungskonzern Vonovia hält rund 20,5 Prozent der Aktien des kriselnden Immobilien-Investors Adler Group . Die Anteile seien bisher von dem Investor Aggregate Holdings Invest S.A gehalten worden und seien nun im Wege der Pfandverwertung auf Vonovia übergegangen, teilten die Bochumer am Dienstag mit. Sie seien zur Besicherung eines Darlehens verpfändet worden, das Vonovia am 7. Oktober 2021 durch Ablösung eines Bankkredits der Aggregate Holdings Invest gewährt hatte. Vonovia schütze sich so vor einem Forderungsausfall, nachdem die Aggregate Holdings Invest eine vertraglich vorgesehene Barsicherheit nicht geleistet habe. Von Aggregate war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Weitere Entscheidungen Vonovias mit Blick auf die Adler Group würden durch die Pfandverwertung nicht vorweggenommen, betonten die Bochumer. Der Konzern behalte sich alle Optionen offen, einschließlich eines vollständigen oder teilweisen Verkaufs der Aktien.

Kartellamt muss noch entscheiden

Vonovia hatte dem Adler-Großaktionär Aggregate Holdings nach früheren Angaben rund 250 Millionen Euro geliehen - die 20,5 Prozent entsprächen nun dieser Summe zuzüglich unter anderem von Zinsen auf Basis des Adler-Schlusskurses vom 21. Februar, hieß es in einer Vonovia-Präsentation. Vonovia habe den Kredit nun fällig gestellt, weil der Adler-Aktienkurs unter eine mit Aggregate vereinbarte Schwelle gerutscht war. Die Ausübung von Stimmrechten aus den Adler-Aktien durch Vonovia steht aber noch unter dem Vorbehalt der Kartellamtsfreigabe. Mit einer Entscheidung der Wettbewerbshüter werde binnen ein bis zwei Monaten gerechnet.

Adler hatte Ende Januar die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses verschieben müssen. Grund sei die laufende Sonderuntersuchung zu den Vorwürfen der Investmentfirma Viceroy. Die Untersuchung werde voraussichtlich nicht vor dem zweiten Quartal abgeschlossen sein. Der Kurs der Adler-Aktie hat sich seit den von Viceroy erhobenen Vorwürfen, die sich unter anderem auf die Bilanzierung und das Firmenkonstrukt beziehen, mehr als halbiert.

Die Adler Group ist aus dem Zusammenschluss von Ado Properties, Adler Real Estate und dem Berliner Projektentwickler Consus Real Estate entstanden. Ado Properties hatte hierbei Adler Real Estate übernommen und dann Consus geschluckt.

rei/Reuters/dpa-afx