Hornbach Baumärkte sollen von Börse verschwinden

Hornbach will die gleichnamige Baumarktkette von der Börse nehmen. Die Doppelnotierung bringe der Gruppe keine Vorteile mehr. Den verbleibenden Aktionären bietet die Holding einen Aufschlag von rund 14 Prozent je Aktie.
Hornbach Baumarkt in München: Die Holding hält bereits 76,4 Prozent an der Baumarkttochter - und will sie jetzt ganz übernehmen

Hornbach Baumarkt in München: Die Holding hält bereits 76,4 Prozent an der Baumarkttochter - und will sie jetzt ganz übernehmen

Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Baumarktkonzern Hornbach will seine Tochter Hornbach Baumarkt AG  komplett übernehmen und von der Börse nehmen. Der Konzern bietet den übrigen Anteilseignern der Tochtergesellschaft 47,50 Euro je Aktie in bar, wie er am Montag mitteilte. Das entspricht einem Aufschlag von 13,8 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Beide Unternehmen hätten eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Der Konzern hält bereits 76,4 Prozent an der Tochter. Die Übernahme der restlichen gut 7,5 Millionen Aktien würde die Hornbach Holding gut 357 Millionen Euro kosten. Die offizielle Offerte wird für Januar erwartet. Der Deal soll spätestens Anfang März vollzogen werden.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Am Abend notierte der Kurs der Tochter 14,25 Prozent im Plus bei 47,70 Euro und lagt damit sogar etwas über dem Übernahmeangebot. Die im Nebenwerte-Index SDax gelistete Aktie der Hornbach Holding AG & Co. KGaA legte um rund 3 Prozent zu.

Kurs der Baumarkt-Aktie schießt hoch

Konzernchef Albrecht Hornbach (67) bezeichnete den Abschied der Tochter von der Börse als logischen Schritt in der Entwicklung des Unternehmens. Der Konzern könne auf diese Weise Ineffizienzen der bisherigen Struktur beseitigen und am Kapitalmarkt sichtbarer werden.

Die Doppelnotierung bringe der Gruppe "keinerlei Vorteile mehr, sondern im Gegenteil eine Reihe von Nachteilen". Weil die Aktie der Tochtergesellschaft aufgrund des geringen Streubesitzes zu wenig gehandelt werde, leide die Bewertung beider Unternehmen an der Börse, begründete Albrecht Hornbach in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Auch benötige die Baumarkt AG keinen eigenen Zugang zum Kapitalmarkt mehr. Die von Albrecht Hornbach geführte Sippe hat ihr Vermögen in der Pandemie deutlich steigern können. Sie zählt trotz einiger Lieferengpässe zu den 100 reichsten Deutschen .

Der Mutterkonzern war bereits 1987 an die Börse gegangen. Seit 1993 ist die Baumarkt-Tochter separat an der Börse gelistet. Die Tochtergesellschaft macht mit ihren Bau- und Gartenmärkten im In- und Ausland den mit Abstand größten Teil des Konzerns aus. Zur Holding gehört außerdem die Hornbach Baustoff Union, die im Baustoffhandel vor allem mit Gewerbekunden aktiv ist. Zudem betreibt der Konzern die Entwicklung und Verwertung von Einzelhandelsimmobilien, die zum Teil bei der Hornbach Immobilien AG angesiedelt sind.

Die Komplettübernahme soll nun auch Managementkapazitäten freischaufeln. Laut Albrecht Hornbach soll die Baumarkt-Tochter als eigenständige Aktiengesellschaft im Konzern erhalten bleiben. Den Kaufpreis will der Konzern zunächst mithilfe einer Kreditlinie finanzieren und diese anschließend durch langfristige Fremd- oder Eigenkapitalinstrumente ablösen. Details dazu nannte Hornbach am Montag nicht.

rei/DPA
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