Mittwoch, 19. Februar 2020

Rocket-Internet-Beteiligung Home24 mit starkem Börsendebüt

Home24 schreibt noch Verluste, legte jetzt aber ein starkes Börsendebüt hin

Der Online-Möbelhändler Home24 hat einen starken Handelsauftakt beim Börsengang hingelegt. Die Aktien der 2009 gegründeten Firma starteten mit kräftigen Kursgewinnen.

Die Aktien von Home24 sind am Freitag zu 28,50 Euro in den elektronischen Handel auf Xetra gestartet. Der Ausgabepreis für die Papiere des Online-Möbelhändlers aus der Startup-Schmiede von Rocket Internet lag bei 23,00 Euro je Anteilsschein und damit nahe dem oberen Ende der Spanne, die von 19,50 bis 24,50 Euro gereicht hatte.

Home 24 gab rund 6,5 Millionen Aktien aus, was einen Bruttoerlös von knapp 150 Millionen Euro bedeutet. Hinzu kommen Mehrzuteilungen im Umfang von knapp 1 Million Papiere, wodurch bei vollständiger Ausübung der sogenannten Greenshoe-Option weitere 22,5 Millionen Euro erlöst würden. Die Aktienplatzierung würde damit knapp 29 Prozent des Grundkapitals umfassen.

Home24 Börsen-Chart zeigen mit 1000 Mitarbeitern ist in sieben europäischen Ländern sowie Brasilien aktiv. "Aktuell planen wir nicht, in weitere Märkte vorzudringen, sondern wollen unser Geschäft in den bestehenden Märkten ausbauen", hatte Co-Chef Marc Appelhoff zuletzt erklärt. Dabei sollen die Mittel aus dem Börsengang helfen. Der Online-Möbelhandel werde in den kommenden Jahren stark wachsen. In den acht Märkten von Home24 habe er bislang einen Anteil von weniger als 5Prozent am Gesamtmarkt, in den USA und Großbritannien sei er bereits mehr als doppelt so hoch.

Home24 erwartet stark anziehende Onlinekäufe im Möbelhandel

Home24 zählt nach eigenen Angaben 1,1 Millionen Kunden, die mindestens einmal im Jahr bestellen, und hat mehr als 100.000 Artikel im Angebot. Dabei setzt das Unternehmen stark auf margenträchtige Eigenmarken, die zwar nur ein Viertel der Artikel ausmachen aber 57 Prozent zum Umsatz beitragen.

2017 steigerte Home24 den Umsatz um 4 Prozent auf 276 Millionen Euro und verringerte den Betriebsverlust (bereinigtes Ebitda) auf 22 (Vorjahr: 40) Millionen Euro. Grund für das vergleichsweise geringe Wachstum im vergangenen Jahr sei der Umbau der Technologieplattform gewesen, um sie effizienter zu machen. Nun könne man die Früchte dieser Investitionen ernten, sagte Appelhoff.

Umsatz legte um 30 Prozent zu im 1. Quartal

Im ersten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um 30 Prozent zu, der Betriebsverlust verringerte sich. Binnen 18 Monaten will das Unternehmen die Gewinnschwelle erreichen.

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